Kriege der Picten, Scoten, Schotten

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von William Wallace, 1. März 2006.

  1. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Gab es eigentlich Kriege, die von den Picten, Scoten(in Schottland) und den Schotten gegen ein anderes Land, vor Erfindung der Handfeuerwaffen verloren wurden?
    Es gibt sicher welche, es würde mich halt nur interessieren. Wenn es nicht viele sind, kann das dann mit ihrer Kampftaktik zusammenhängen?
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast

    In der Hoffnung, daß Wikipedia einen brauchbaren Überblick über die schottische Geschichte bietet, krame ich folgende Daten heraus:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Schottlands
     
  3. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    Die Römer führten einige erfolgreichen Kriege gegen die Kaledonier. Der bekannteste Sieg ist wohl die Schlacht am Mons Graupius 83.
    Während den Piktischen Kriegen 305-450 wurden von den Römern auch erfolgreiche Kampagnen geführt.

    Ab dem späten 7. Jahrhundert fielen die Wikinger in Schottland ein und eroberten große Gebiete, vor allem die Orkney-Inseln, von den Pikten, auch der König der Pikten, Oengus, fiel dem Angriff zum Opfer.

    Auch gegen die Anglo-Saxon gab es eine wichtige Niederlage 937 bei Brunanburg.

    1072 wurde Malcolm III von den Normannen gezwungen William I. die Treue zu schwören. 1093 wurde bei der Schlacht bei Alnwick geschlagen und getötet.


    Mit der Zeit danach habe ich mich noch nicht beschäftigt aber 1296 wurde Schottland ja auch von Edward I. annexiert, was 1314 bei Bannockburn natürlich wieder rückgängig gemacht wurde.
     
  4. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Aber die Römer haben es ja nie geschafft Scottland zu erobern. Also würde ich sagen, die Römer haben gegen die Picten verloren, auch wenn die Römer einige Schlachten gewonnen haben.
     
  5. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    Das kann man jetzt nicht so sagen, schließlich haben sie auch Gebiete Caledoniens erobert. Die Pikten haben ja Britannien, welches sie öfters angegriffen haben, auch nicht erobert und somit nach deiner Aussage gewonnen. Wahrscheinlicher war den Römern Schottland einfach nicht wichtig genug bzw. hatten an den anderen Grenzen zu viel zu tun, um es ganz zu erobern.
     
  6. hyokkose

    hyokkose Gast

    Das ist aber eine sehr merkwürdige Begründung.

    Dann könnte man genausogut sagen: "1870/71 haben die Deutschen den Krieg verloren, weil sie es nicht geschafft haben, ganz Frankreich zu erobern. Dafür haben 1914-18 die Franzosen den Krieg verloren, weil sie es nicht geschafft haben, ganz Deutschland zu erobern."
     
  7. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Mir ist heute noch nicht ganz klar, was die Römer in Schottland wollten, denn obwohl die Spuren dafür reichlich sind, wirken die Versuche irgendwie uneinheitlich und mir ist auch nicht klar, wo sie die geographischen Prioritäten setzten.
    Im Prinzip haben sich drei Personen dort besonders engagiert.
    Der erste war Julius Agricola, Statthalter von Britannien und der Sieger vom Mons Graupius. Archäologisch ist erwiesen, dass er auch am weitesten Vordrang, zum Teil sogar in die Highlands. Die Anlage von Standlagern deutet auf einen Versuch dauerhafter Beherrschung hin. Agricola wurde 84 n. Chr. von Kaiser Domitian zurückberufen. Persönliche Differenzen mögen eine Rolle gespielt haben, aber Domitian konzentrierte sein militärisches Engagement eher auf den Rhein und vor allem die Donau, wo bald darauf eine prekäre Lage entstand.
    Der zweite war Kaiser Antoninus Pius. Während sich sein Vorgänger Hadrian mit einer Grenzlinie in Nordengland begnügte (wobei es - anders als beim deutschen Limes noch mehrere Vorposten vor dem Limes gab), schob Antoninus Pius den Limes an den Firth of Forth vor. Das war eine äußerst kurzlebige Angelegenheit, und der sog. Antoninuswall existierte nur 20 Jahre. Wirklich Sinn macht die Vorverlegung nur als Grenzverkürzung; Antoninus verschob beim obergermanisch-rätischen Limes auf ähnliche Weise die Linie.
    Der letzte Kaiser, der einen Feldzug nach Schottland unternahm, war Septimius Severus. Anders als bei Agricola ist kaum feststellbar, wie weit er vordrang und welches Ziel sein Unternehmen in den Jahren 209 - 211 hatte. Auf jeden Fall wurde ein Vertrag geschlossen. Severus starb 211 in York und dies ist vermutlich auch der Grund, weshalb der Feldzug abgebrochen wurde.
    So gesehen kann man die Schotten (sprich: Kaledonier, Pikten, Scoten - wobei ungeklärt ist, ob man in diesem Zeitraum bis 200 n. chr. überhaupt schon von Pikten geschweige denn Scoten sprechen kann) schon als "unbesiegt" bezeichnen, wobei im Raume steht, ob sie wirklich eine große Gefahr für die Provinz Britannien darstellten. Es wäre durchaus vorstellbar, dass der Wunsch zu militärischem Ruhm die Kaiser zu den kleinräumigeren Aktionen wie dem Bau des Antoninuswalles veranlasste.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. März 2006
  8. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Picten, gab es schon zu dieser Zeit. Sie haben ihren Nahmen auch von den Römern. Die Scoten kamen erst später nach Schottland.
    Aber fakt ist, dass es den Römern nicht möglich war ganz Schottland zu erobern.
     
  9. RobRoyMacGregor

    RobRoyMacGregor Neues Mitglied

    Stimmt, den Namen Pikten erhielten sie von den Römern, es heißt ja die Bemalten, da die Pikten sozusagen Kriegsbemalung trugen. Die Scoten übernahmen das später von ihnen.

    Daß die Römer nicht weiter in den Norden der Insel vordrangen, hat sicher auch damit zu tun, daß die Pikten zwar die offene Konfrontation mit den römischen Heeren scheuten, dafür aber immer wieder bei Nacht und Nebel Blitzaktionen unternahmen, in die römischen Garnisonen einfielen, plünderten, was nur zu plündern ging und dann so schnell, wie sie gekommen waren, auch wieder verschwanden. Deshalb entstand zum Beispiel der Hadrians Wall, weil die Römer wenigstens ein bisschen Schutz vor den bemalten barbarischen Wilden haben wollten. Später, als die Scoten mit den Pikten vereint waren, überfielen sie gemeinsam die Römer. Da es in den Highlands für die Römer aber nicht viel zu holen gab, zogen sie es wohl auch deshalb vor, sich aus diesen Gebieten wieder zurückzuziehen. Witzig finde ich nur Berichte, in denen behauptet wird, daß die Pikten aus der Geschichte plötzlich verschwanden, bzw untergingen, was ja absolut nicht stimmt. Vielmehr vermischten sie sich dank Kenneth MacAlpin zu einem Königreich und in den Highlands leben ganz sicher auch heute noch ihre Nachfahren. Später kamen dann noch die angesiedelten Normannen dazu, der Clan MacLeod zB. ist einer der Clans, der das meiste normannische Blut in den Adern hat.
     
  10. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Hat nicht sogar "The Bruce" normannisches Blut in den Adern? Ich glaube sogar gelesen zu haben, dass auch sein Name aus dem französisch-normannischen kommt.

    Übrigens ein recht gutes Buch über die schottische Geschichte habe ich von Magnus Magnusson gelesen (ich weiß nicht, ob's das schon in deutscher Übersetzung gibt). Da steht natürlich auch sehr viel über kriegerische Auseinandersetzungen in Schottland drin.

    Grüße,

    Jacobum
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. März 2006
  11. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber William,

    ich sehe es ähnlich wie Du. Dasselbe gilt auch für Germanien, was auch nicht vollständig besetzt werden konnte.
    Laut Clausewitz ist ein Land erst dann besiegt, wenn man es auch besetzen kann.:grübel:
     
  12. William Wallace

    William Wallace Neues Mitglied

    Wie geht das? Die Schotten wurden unter Kenneth MacAlpin im 9. Jahrhundert vereint wurden. Das Weströmische Reich viel aber 476.
     
  13. RobRoyMacGregor

    RobRoyMacGregor Neues Mitglied

    Ich habe mich anscheinend etwas blöd ausgedrückt *g*. Das mit MacAlpin bezog sich eigentlich nur darauf, daß es heute ganz sicher noch Nachfahren der Pikten gibt, weil diese nicht wirklich untergingen.

    Aber die Scoten und Pikten verbündeten sich auch zur Zeit des Römischen Reiches immer wieder mal um gegen die Eindringlinge vorzugehen. Einmal bekämpften sie sich, dann verbündeten sie sich. War ja auch bei den Clans später nicht anders, denn auch diese bekämpften sich immer wieder untereinander. Die MacLeods und MacDonalds waren bis aufs Blut verfeindet, die MacGregors waren Feinde der Campbells, schließlich waren sie es die ihnen das Land nahmen. Trotzdem gab es immer wieder auch Ausnahmen. Rob Roys Vater Donald heiratete eine Campbell und Rob nahm später auf der Flucht den Namen der Mutter an, da er nicht mehr als MacGregor auftreten konnte. Der Duke of Argyll war einer der Protektoren Rob Roys.

    @Jacobum: Stimmt, the Bruce hatte normannisches Blut in den Adern und angeblich ja auch William Wallace. Eigentlich waren ja beide Lowlander, die aber trotzdem nicht auf englischer Seite standen, wie die Masse. Auch hier kann man ja wieder die Zwistigkeiten erkennen. Die Lowlander wollten zum größten Teil mit den Highlandern nichts zu tun haben, sahen diese als arme Schlucker und Halbwilde an, von denen man sich am besten fern hält. Der Highland Dress war bei ihnen verpönt, sowas trug kein anständiger Lowlander *g*.
     
  14. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

  15. N00bi

    N00bi Neues Mitglied

    Die Römer haben Schottland tatsächlich nie ganz erobert !!
    Ich denke sogar sie haben sich ein wenig vor den Picten gefürchtet, und deshlab haben sie ja auch den Hadrianswall gebaut, um sich vor ihnen zu schützen !!!
     

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