Kriegs- und Friedenszeiten unter Louis XIV und Louis XV

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Brissotin, 4. November 2009.

  1. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Da ich im Livinghistory ja immer mal verleitet bin die zivilen Aspekte aufzuzeigen, während Besucher gern den Lärm der Militärdarsteller hören, habe ich mich nun einmal gefragt, wie lange denn bspw. in Frankreich in dieser Zeit Frieden herrschte. Ein Vergleich zwischen der Herrschaft von Louis XIV und Louis XV drängte sich mir förmlich auf.

    Ich bitte darum, die Auflistung, die wahrscheinlich auch fehlerhaft sein kann, zu ergänzen.
    Wenn manche Kriege zeitgleich liefen (wie es bei den Kolonialkriegen desöfteren der Fall war), habe ich sie nicht mit aufgelistet, aber alle großen Kriege dennoch mit rein genommen. Weggelassen habe ich also eher die kleineren Konflikte auf Nebenschauplätzen.
    Ein paar Bemerkungen zu Ereignissen, die hinsichtlich des Einflusses des Königs jeweils eine Rolle spielen könnten, habe ich in Klammern gesetzt.

    Pyrenäenkrieg (1635-)1659

    (1643 Tod von Louis XIII)
    (1651 Volljährigkeit des Königs, 1654 Krönung)
    (1661 Tod Mazarins (Alleinherrschaft))

    Frieden 1660-1667


    Devolutionskrieg 1667-1668

    Frieden 1668-1671


    Holländischer Krieg 1672-1679

    Frieden 1680-1687 (?)


    Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688-1697

    Frieden 1698-1700


    Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714

    Frieden 1715-1716


    (Tod von Louis XIV 1715)

    (Régence 1715-1723)

    Krieg der Quadrupelallianz 1717-1720

    Frieden 1721-1732


    (1722 Krönung des Königs, 1723 Louis XIV wird für volljährig erklärt, 1726 Verbannung des Premierministers Prince de Condé - Erklärung des Königs allein ohne Premierminister regieren zu wollen (wie schon Louis XIV))

    Polnischer Thronfolgekrieg 1733-1738

    Frieden 1739-1740


    Österreichischer Erbfolgekrieg 1741-1748

    (Tod des Kardinals Fleury 1743)

    Frieden 1749-1750


    Zweiter Kanartaka Krieg 1751-1754

    French and Indian War 1754-1763

    Siebenjähriger Krieg 1756-1763

    Frieden 1764-(1777)

    (Tod von Louis XV 1774)

    Ausgenommen habe ich auch militärische, kriegsähnliche Einsätze wie 1768/69 die Zusammenstöße mit den rebellierenden Korsen unter Paoli.

    Interessant wäre auch eine Gegenüberstellung der finanziellen Probleme, welche Louis XIV und Louis XV infolge ihrer vielen militärischen Konflikte hatten. Aber das würde ich erst nach einer Durchsicht meiner Auflistung auf Richtig- und Vollständigkeit untersuchen.

    Schon 1698 soll sich das französische Defizit auf 138 Mio. Livres belaufen haben, was eine enorme Summe darstellte. Bis 1715 stiegen nach Schätzungen die Schulden auf 2 Milliarden Livres an.*

    * Nach:
    Klaus Malettke: "Ludwig XVI."
    in: Peter Claus Hartmann (Hrsg.): "Französische Könige und Kaiser der Neuzeit: von Ludwig XII. bis Napoleon III. ; 1498 - 1870." Beck, München, 2006
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2009
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ungefähr komme ich bei Louis XIV, für die Statistiker unter uns auf 23 Friedenjahre auf 72 Jahre Herrschaft und bei Louis XV auf 28 Friedensjahre bei 59 Jahren Herrschaft.
     
  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich berichtige mal, weil es mir selber eben auffiel.:rotwerd:

    Beim nochmaligen Überfliegen ist mir aufgefallen, dass wir zwischen 1733 und 1763 quasi auch eine Abfolge von Kriegen für Frankreich haben, zwischen denen nur kurze Pausen liegen. Wobei es auch so ist, dass die kolonialen Konflikte ja regional begrenzter waren - man kämpfte ohne Kriegserklärung.
    Ein gutes Beispiel ist der Kriegsausbruch in Amerika 1754. Es drängt sich der Eindruck auf, dass dort andere Gesetzmäßigkeiten als im alten Europa für die Kriegsführung golten (wenngleich auch Friedrich ja ohne Kriegserklärung einmarschierte).
     
  4. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    In diese Zeit fallen noch:

    • 1664/70 Beteiligung am Türkenkrieg (Schlacht bei St. Gotthard, Kämpfe auf Kreta)
    • 1666/67 Koalition mit den Niederlanden im Krieg gegen England
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Eine kleine Frage noch:
    "1664/1670" heißt doch 1664-1670?

    Wenn ja, trage ich das gern nach und korrigiere meine Statistik (Friedensjahre/Kriegsjahre).

    Danke für den Hinweis! :winke:
     
  6. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Ja. Bei genauerem Hinschauen [1] ergibt sich allerdings, dass die Franzosen zu vier verschiedenen Zeiten militärisch aktiv waren: 1660, 1664, 1666 und 1668/69 - aber so genau brauchst Du's sicher nicht. :winke:


    [1] Iorga, Geschichte des osmanischen Reiches, Bd. 4, Gotha 1911, S. 99 ff.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Datum von Kriegserklärung und Friedensvertrag würden mir schon genügen.:cool::winke:
     
  8. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Brisso, in diesem Zeitraum mutiert auch die französische Marine zu einer des 1.Ranges.
    Neben den Engländern und Niederländern wird das Seewesen wesentlich durch französische Werften beeinfluß.

    Ich werd mal Literatur wälzen...
     
  9. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Das ist schon schwieriger!

    • In den holl.-brit. Seekrieg trat Frkr. 01.1666 "einfach so" ein und war dann am Friedensschluß von Breda (31.7.1667) beteiligte.
    • Beim 1660er "Kreuzzug" gegen die Türken gab's keine Kriegserklärung, und ich finde auf Anhieb auch keinen Hinweis auf eine förmliche Beteiligung Frkr. an den Friedensverhandlungen zwischen Sultan und Venedig.
     
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Laut Rodger, The Command of the Ocean, Band II erfolgte die Kriegserklärung gegen Großbritannien als "Dutch ally" am 16.1.1666 (dort S. 71). Quelle ist leider nicht angegeben.


    Nachtrag:
    http://catalogue.nla.gov.au/Record/1062757
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. April 2010
  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Merci!:yes:


    Pyrenäenkrieg (1635-)1659

    (1643 Tod von Louis XIII)
    (1651 Volljährigkeit des Königs, 1654 Krönung)
    (1661 Tod Mazarins (Alleinherrschaft))

    Krieg gegen die Türken 1660-1670*

    "Holländisch-Englischer Seekrieg" 1666-1667*

    Devolutionskrieg 1667-1668

    Frieden 1671


    Holländischer Krieg 1672-1679

    Frieden 1680-1687 (?)


    Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688-1697

    Frieden 1698-1700


    Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714

    Frieden 1715-1716


    (Tod von Louis XIV 1715)

    (Régence 1715-1723)

    Krieg der Quadrupelallianz 1717-1720

    Frieden 1721-1732


    (1722 Krönung des Königs, 1723 Louis XV wird für volljährig erklärt, 1726 Verbannung des Premierministers Prince de Condé - Erklärung des Königs allein ohne Premierminister regieren zu wollen (wie schon Louis XIV))

    Polnischer Thronfolgekrieg 1733-1738

    Frieden 1739-1740


    Österreichischer Erbfolgekrieg 1741-1748

    (Tod des Kardinals Fleury 1743)

    Frieden 1749-1750


    Zweiter Kanartaka Krieg 1751-1754

    French and Indian War 1754-1763

    Siebenjähriger Krieg 1756-1763

    Frieden 1764-(1777)

    (Tod von Louis XV 1774)


    Statistik zu Louis XIV neu:
    13 Friedensjahre / 59 Kriegsjahren.

    Wobei ich die Feldzüge gegen die Türken eigentlich eher wie die kolonialen Konflikte als immer wieder auflodernde Kriegszustände ansehen würde.

    * Nach jschmidt :yes:
     
  12. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Kein Problem - Hauptsache, die Kriterien werden einheitlich gehandhabt!

    Mein "ohne" nehme ich mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück! :winke:
    Zur Auswahl gibt es noch den 27.1.1666 (The Second Anglo-Dutch War (1665 ... - Google Bücher) und den 16/26.1. (Wars of the age of Louis XIV, 1650 ... - Google Bücher), und wenn man noch tiefer gräbt, stößt man darauf, dass Ludwig bereits im Jahr davor Truppen gegen den Bischof von Münster entsandt hatte, der mit den Holländern im Krieg lag...
     
  13. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Kann man das so sagen, dass im Prinzip schon 1748 Großbritannien und Frankreich die beiden führenden Mächte in Europa waren?

    Wenn ich mir den Österreichischen Erbfolgekrieg anschaue, springen diese beiden Mächte extrem heraus.
    Wie sieht es bei den anderen größeren Mächten aus?
    Preußen Hat sich 1744 vielleicht überschätzt, ging dann 44/45 schon sehr auf dem Zahnfleisch. Obwohl man sich ein finanzielles Polster geschaffen hatte, war dieses rasch so erschöpft, dass man bereits 1744 in Böhmen zu Mitteln greifen musste, um an Geld zu kommen, welche die Zivilbevölkerung gegen die Usurpatoren aufbringen musste. Preußen profitierte gewiss davon, dass Großbritannien immer Österreich darin bestärkte zu Gunsten des Kampfes mit Frankreich den Konflikt mit Preußen um jeden Preis (1/3 der Staatseinnahmen!) beizulegen.
    Österreich War eigentlich von Anfang an pleite und musste im Prinzip tun, was GB ihm vorschrieb, da es ebenso wie Sardinien-Piemont extrem von britischen Subsidien abhängig war. Als selbst diese nicht mehr ausreichten, verhielt man sich ähnlich wie die Preußen in Böhmen und löste damit die Revolution in Genua aus, welche die Erfolge 1746 in Italien wieder zunichte machte. Österreich war ein Riese auf tönernen Füßen. Hätte GB nicht darauf bestanden und Ö den Rücken gestärkt, wäre wahrscheinlich auch mindestens eine weitere reiche Provinz verloren gegangen, was Ö auf den Status einer Mittelmacht mit noch bescheideneren Mitteln zurückgeworfen hätte.
    Spanien Bis auf den Erfolg bei Cartagena gelang den Spaniern kaum eine Aktion. Ohne die Franzosen in Italien fuhren die span. Generäle wie bei Santocampo nur Niederlagen ein. Obwohl Spanien den Stein in Italien ins Rollen gebracht hatte, um für Don Felipe eine Krone zu erwerben, gingen die militärischen Möglichkeiten nie über die einer Hilfsmacht wie Sardinien oder Neapel hinaus.

    Großbritannien hingegen war die Macht, die mit ihrer enormen Überlegenheit zur See alle Erfolge Frankreichs ausgleichen konnte. Außerdem war es die Macht, welche auf pragmatischer Seite den Krieg mittels Subsidien am Laufen hielt - von den ausgezeichneten, wenn auch wenig zahlreichen - eigenen Truppen in den Low Countries ganz zu schweigen.
    Frankreich musste ohne wirkliche Stützen auskommen. Spanien war in Italien oft mit seiner widersinnigen Schwerpunktsetzung eher ein Hindernis als eine Hilfe. Für die Bayern gilt beinahe dasselbe.

    Es ist kurios, dass just die beiden Mächte, die am ausdauernsten und mit dem größten Einsatz am Krieg beteiligt waren, am wenigsten davon profitierten.
     
  14. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Gilt das nicht auch schon für die Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges?

    Ich würde neben Deiner ersten Liga aber immerhin noch eine zweite aufmachen, zu der zumindest Österreich gehören müsste.

    Dann wäre noch die Frage zu klären, ob Russland und das Osmanische Reich in eine dieser beiden Ligen mit reingehörten?

    Die Rolle des Heiligen Römischen Reiches zumindest als (ordnungs-) politischer Faktor wäre sicherlich auch noch aus der zeitgenössischen Perspektive zu beleuchten.

    Preußen war 1740-44 m. E. noch ein fieser Emporkömmling, der bei nächster Gelegenheit wieder zurechtgestutzt werden würde - ich glaube nicht, dass sich in den 1740ern ernstlich irgendjemand Sorgen wegen Preußen machte. Eine kleine Armee mit ganz ordentlicher Infanterie (die Spielzeugarmee von dem fetten Choleriker mit dem Stock und den ungehobelten Manieren in den Händen seines verwöhnten und etwas unheimlichen Balgs von Sohn), mehr dürfte das in der damaligen Anschauung nicht gewesen sein.
    Schweden, Spanien, die Niederlande, Venedig waren wohl hinreichend auf dem absteigenden Ast, Portugal bereits weg vom Fenster und Polen auch nie richtig oben...
     
  15. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    So ganz habe ich Deinen Beitrag bis jetzt nicht verstanden. Mir geht es um den Zeithorizont 1748.

    Zu Preußen:
    Es war militärisch ungeschlagen (wenn auch 1742 und 44 geschickt ausmanöveriert). Schon August II. hatte offenbar nicht geringe Bammel vor der Stärke Preußens. Mit den hinzukommenden wirtschaftlichen Ressourcen Schlesiens verbanden sich dann ein ohnehin recht solider Haushalt mit der militärischen Macht. Preußen war eine der wenigen Mächte, welche sich sein Heer selber finanzieren konnte und unter den Führungsmächten in Deutschland das Einzige, das nicht tief in den Schulden steckte. Sowohl Sachsen als auch Bayern waren ja im Grunde schon am Vorabend des Österr. Erbf.krieges garnicht in der Lage irgendwelche militärischen Ziele ins Auge zu fassen, weil schlicht das Geld fehlte. Zwar kam auch Preußen recht rasch an die Grenzen der Belastbarkeit, aber dies schaffte es zumindest bis dahin so ziemlich ohne fremde Unterstützung.
    Friedrich II. war aber wohl durchaus bewusst, dass seine eigene Politik dazu geführt hatte, dass ihm keine Seite so recht traute und die anderen Mächte sich ebensowenig an ihr gegebenes Wort gebunden fühlen mochten wie er sich an seine Bündnisvereinbarungen. Deswegen hat er auch in der zweiten Hälfte der 1740er auf eine Garantierung d.h. Bestätigung seiner Eroberungen durch die Großmächte hingearbeitet.
    Eines war klar, dass der Militärapperat Preußens einer der vorzüglichsten in Europa war und die Infanterie höchstens durch die Britische, was den guten Ruf anbelangte, ihres Gleichen fand.

    1748
    1. Liga:
    Großbritannien (zur See)
    Frankreich (zu Land - aber eben auch Dank ein paar Militärgenies (Maurice de Saxe, Löwendahl, mit Abstrichen Belle-Isle))
    2. Liga
    Österreich (finanziell ruiniert, einige Jahre die reichsten Provinzen vom Feind besetzt (Niederlande), erobert (Schlesien) oder verwüstet (Lombardei) - dringend reformbedürftig)
    Preußen (zumindest noch ohne die nötigen Ressourcen, mangelhafte Diplomatie)
    Russland (für Frankreich noch recht uninteressant, da zu weit entfernt; sieht man schön an dem Expeditionsheer von 37.000 Mann 1748)
    3. Liga
    Spanien (Einfluss v.a. durch Beziehungen zu Frankreich und Kolonialreich)
    Sardinien (Einfluss durch Schlüsselstellung für das Tor zu Norditalien)
    Generalstaaten (gelähmt durch innenpolitische Quärelen "Patrioten" gegen "wahre Patrioten" bzw. Oranier gegen Oligarchen)

    Polen, Sachsen, Bayern und dergleichen passen m.E. kaum in diese Ligen hinein. Polen war schon an der Wende vom 17. zum 18.Jh. mehr oder minder zum Spielball der fremden Mächte geworden, was dann nach 1733 noch extremer zum Tragen kam. Die Handlungsunfähigkeit und Zerrissenheit Polens wird dadurch vor Augen geführt, wenn bspw. Danzig bereits vor dem Tod August II. über dessen Nachfolge Abmachungen mit Frankreich trifft(!).

    Worum es mir bei dem Aufwärmen des Themas geht:
    Es ist auffällig, dass Frankreich, wenn man die Kriegs- und Friedenszeiten analysiert, eigentlich überwiegend Krieg führte, als es eine europäische Dominanz aufbauen konnte, die soweit ging, dass es sich praktisch allein (Span. Erbf.krieg) gegen einen gr. Teil vom Rest Europas behaupten konnte. Fleury hat dann ein neues System etabliert, das mit gewissen Unterbrechungen (Poln. Thronfolgekrieg) bis etwa 1741/42 funktionierte, welches die Dominanz durch eine geschickte Diplomatie aufbaute.
    Dies war gewiss durch das Machtvakuum begünstigt, welches durch das verzweifelte Ringen Karl VI. und seines Beraters Bartenstein um die Pragm. Sanktion entstand.
     
  16. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Jedenfalls in die 3.Liga wuerde ich Schweden, aber auch die Niederlande und Dænemark-Norwegen mit aufnehmen.

    Schweden war zwar auf dem absteigenden Ast, hatte aber immer noch ein grosses Territorium.
    Die anderen beiden wuerde ich wegen ihrer Flotte + Kolonialgebieten
    als bedeutender als z.B. Sardinien sehen.

    Gruss, muheijo
     
  17. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Salut!

    Die Niederlande sind dabei Niederlande = Generalstaaten (ungefähr wie wenn man heute einfach nur Vereinigte Staaten sagt)
    Hm, Schweden hat doch politisch eigentlich keine Rolle mehr gespielt. Militärisch war es ja kaum stärker, wenn nicht schwächer als Mächte wie Sachsen. Es hatte 1741 sicher auch Glück, dass sich andere dafür stark machten, dass es nicht noch stärker gerupft wurde. Letztlich profitierte es ähnlich wie Kursachsen von einer Diplomatie, welche es vielleicht stärker erscheinen ließ, als es wirklich war. Gibt es eigentlich irgendwelche militärischen Konflikte im 18.Jh., aus denen Schweden gestärkt hervor ging?

    Sardinien war mir sonst auch nicht so bewusst. Aber es ist schon auffällig wie sich praktisch alle bedeutenden Mächte ins Zeug legten um Sardinien auf die eigene Seite zu ziehen. Mit 30-40.000 Mann war das Heer recht bedeutend und behauptete sich wiederholt extrem gut. Egal ob bei Assietta, Camposanto oder andernorts waren die sardinischen Truppen durchaus gleichwertig zu den österreichischen. Mit von Leutrum, Rietmann und nicht zuletzt dem König selber hatte man auch befähigte teilw. sogar gewiefte Kommandeure, denen es wiederholt gelang, auch nummerische Unterlegenheit auszugleichen. Mit über 2 Mio. Einwohner war der Staat etwa so groß wie das Preußen Friedrich Wilhelm I..

    Dänemark vermag ich irgendwie nicht einzuschätzen. Aus großen Konflikten hielt es sich ja nach dem Großen Nordischen Krieg heraus.:grübel:

    Spanien scheint davon profitiert zu haben, dass es GB eigentlich nie in dieser Zeit um eine dauerhafte Eroberung des Kolonialreiches ging, sondern lediglich um einen forcierten Handel mit demselben.
    Irgendwie wollte GB scheinbar nie so entschieden Spanien im Ö. Erbf.krieg schwächen. Natürlich investierte man viel vor Cartagena und dann auch am Ende des Krieges wiederum in Westindien. Aber die maritimen Hauptanstrengungen waren doch eher auf eine Blockade der franz. Häfen im Mittelmeer und an der Westküste - Stichwort "Western Squadron" - gerichtet.
    Sehr schön sieht man die nachgeordnete Rolle Spaniens, als Frankreich darauf bestand, dass Spanien, obwohl der eigene Alliierte, in Breda nicht mitverhandeln durfte.
     
  18. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Oh, ja, ich hatt's tatsæchlich nur ueberlesen.

    Schweden - ja, militærische Erfolge gab's da nicht mehr, ich schrieb ja: Auf dem absteigenden Ast. Aber es war immerhin so stark, dass es nur durch mehrere 2./3.-Liga-Staaten besiegt werden konnte.

    Dænemark - auch keine der ganz grossen Mæchte mehr, aber immerhin noch Beherrscher des Zugangs zur Ostsee. Seine Flotte war immerhin so bedeutend, dass England meinte, diese dann in den nap. Kriegen kassieren zu muessen.

    Beide hatten (noch) die Stærke, keine Opfer der anderen werden zu muessen.
    Beide waren auch Besitzer von Kolonien.

    Wenn man die Niederlande/Generalstaaten erwæhnt, muss man die beiden oberen auf die gleiche Stufe stellen.

    Gruss, muheijo
     

Diese Seite empfehlen