Kriegsplan zur Umgehung der Danewerk-Stellung

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von Faunus, 17. Dezember 2020.

  1. Faunus

    Faunus Neues Mitglied

    Hallo,

    mich treibt eine Frage zum Beginn des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 um. Zum geplanten Vorgehen von Österreich und Preußen heißt es in der Literatur:

    "Der vom preußischen Generalstabschef Helmuth von Moltke entworfene Kriegsplan [...] sah einen Übergang über die Schlei bei Arnis und Koppeln und die Einkesselung der dänischen Truppen in der Danewerk-Stellung vor." [Opitz, Eckardt: Schleswig-Holstein. S. 201].

    Warum wurde nie in Erwägung gezogen, eine Umgehung des Danewerks aus westlicher Richtung vorzunehmen? Über Hinweise oder Erklärungen würde ich mich freuen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Faunus
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Es ist vorauszuschicken, dass die dänische Armee in einem insgesamt schlechten Zustand war. Der folgerichtige Rückzug vom Danewerk entsprach der wohl richtigen Einschätzung, dass diese Position unhaltbar sei.

    Eine Verteidigung, die dann an der Düppeler Schanze vorgenommen wurde, war geographisch besser gewählt und entsprach eher den militärischen Möglichkeiten.

    Ansonsten kann man anhand der Vormarschlinie ja die Stoßrichtung der Österreicher und der Preußen gut erkennen. Die Linie des dualen Vormarsches entsprach den logistischen Möglichkeiten (vgl. Eisenbahn (von 1908!)- bzw. Straßennetz)

    https://upload.wikimedia.org/wikipe...Deutsch-Dänischer_Krieg_Militärereignisse.png

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/d/dc/Staatsbahnen_und_Privatbahnen_im_Deutschen_Reiche.jpg

    Ein westliches Umgreifen hätte die logistischen Probleme der Österreicher vermutlich deutlich verschärft, zumal ein frontaler Angriff auf das Danewerk mit seinen relativ langen Verteidigungslinien als nicht unmöglich gelten könnte. Das Danewerk war insgesamt deutlich schwerer zu verteidigen wie beispielsweise die Düppeler Schanze.

    Bei den Preußen kann man deutlich erkennen, dass sie zuerst bei Missunde den Übergang über die Schlei erzwingen wollten, aber die geographischen Bedingungen einen Verteidiger begünstigen. Und deshalb die Ausweichroute weiter östlich bei Anis gewählt wurde.

    Gefecht von Missunde – Wikipedia

    Unabhängig davon war es folgerichtig, die östliche Variante zu wählen, da Preußen vor allem an den Häfen in Kiel und Flensburg interessiert war und sie kontrollieren wollte / mußte. Das verbesserte die Position zur Kontrolle des Herzogtum Holstein.
     
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  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Ein Literaturhinweis: Der Deutsch-Dänische Krieg 1864. Große Generalstabsausgabe. Das Kriegsgeschehen wird dort sehr ausführlich behandelt.
     
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