Kunstfertigkeiten in der Antike

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Leano_MacLagan, 18. Mai 2020.

  1. Leano_MacLagan

    Leano_MacLagan Mitglied

    Da ich als Entwickler ein RPG betreue das in der Antike spielt, möchten wir vom Design-Team (bin auch Chef-Designer) es so realistisch wie möglich gestalten. Zur Zeit tüfteln wir an einem Veredelungssystem aber leider wissen wir nicht welche Völker in welcher dieser Kunstfertigkeiten erfahren war und das auch angewendet hat.

    Kunstfertigkeiten
    Schnitzkunst (Harz, Öl) => Holzgegenstand, Holzwaffe, Knochen
    Steinschneidekunst (Glassplitter, Schmuckstein) => Metallrüstung, Metallwaffe, Steingegenstand, Zierrat
    Schriftkunst (Farbstoff, Pigmentfarbe) => Felle, Lederkleidung, Schriftstück, Textilien

    Die Völker
    Ägypter
    Athener
    Babylonier
    Brite (Waliser, Pikten ect.)
    Etrusker
    Gallier
    Germane (versch. Stämme)
    Karthager
    Kreter
    Makedone
    Nubier
    Perser
    Römer
    Spartaner
    Syrakuser
    Trojaner

    Wäre nett wenn ihr das Listenmäßig die Völker, den Kunstfertigkeiten zuweisen würdet. Das macht mir, die Einordnung auch leichter.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Stell dir mal vor, dir würde jemand die Frage stellen, wer am besten Möbel kann: Schweden, Deutsche, Amerikaner, Chinesen, Venezolaner oder Senegalesen. Was würdest du dem antworten? Die verschiedenen Völker haben verschiedene (Kunst)Handwerke ausgeführt. Dabei haben sie verschiedene Stile entwickelt. Das heißt aber nicht, dass Volk X z.B. metallurgisch gewiefter war als Volk Y. Vor allem nicht mehr in dem Zeitraum, den du hier ansprichst, da kommst du teils um Jahrtausende, teils um Jahrhunderte zu spät.

    Ich stehe jedenfalls als Historiker mit offenem Mund vor deiner Frage, weil die so unhistorisch gedacht ist. Geschichte passiert nicht binär 0 oder 1.
     
    balkanese gefällt das.
  3. corto

    corto Aktives Mitglied

    Geschichte passiert so nicht, das ist korrekt.

    Aber Computerspiele mit verschiedenen Völkern und Charakterklassen funktionieren so:

    Alles haben die gleichen Voraussetzungen und die gleichen Möglichkeiten.
    Um es aber doch spielerisch etwas aufzupeppen und spezialisierte Spielweisen zu ermöglichen wird jedem Volk eine gewisse Eigenschaft zugewiesen.

    nehmen wir an der Grundwert ist +3
    so hätte dann z.b. (so war es in einem Spiel mal umgesetzt) die Spartaner zusätzlich zum Grundwert
    Militär +2
    Handel -2

    was nicht heißt das Spartaner schlechte Händler waren :D

    Handelsmetropolen könnte man Gegenteilige Werte verpassen usw

    Die Frage von Leano_MacLagan geht also nicht um echte historische Tatsachen sondern eher um Eigenheiten die man den Völkern zuschreiben könnte.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das ist mir klar, dass Computerspiele so funktionieren. Das ändert aber nichts daran, dass man nicht einfach die historische Realität in ein binäres System pressen kann. Es obliegt doch letztendlich dem Spieledesigner, ob er sich entscheidet, dem Volk A die Fertigkeit 1 zuzuweisen und dem Volk B die Fertigkeit 2 und ggf. das ganze noch mit dem Zugang zu Rohstoffen α - β - γ zu kombinieren. Hier könnte man dann schon eher sagen, dass ein Volk von dem Vorkommen des Rohstoffs α profitiert. Etwa die Punier vom Purpur oder die Zyprioten vom Kupfer...
     
  5. corto

    corto Aktives Mitglied

    Genau solche Anregungen sucht der ThreadErsteller..

    Da war doch auch irgendwas mit Bronze als kriegsentscheidender Faktor in Verbindung mit Agypten, das könnte er auch verwursten..

    Um wirklich helfen zu können müsste man die Spielmechanik kennen.

    Gibt es Gebiete die beherrscht werden ? Da würde dein Beispiel mit lokalen Resourcen Verwendung finden wie z.b. in den Civilisation spielen.

    es scheint mir bei RPG einfach so zu sein das man bei der Charakterwahl festlegt ob man Sumerer oder Spartaner sein will und dann halt besser dies oder jenes kann.

    Mit Geschichte hat das freilich kaum noch etwas zu tun.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Mai 2020
  6. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Hm, ich glaube ihr versteht das Anliegen nicht richtig.

    Ich glaube, das Leano_MacLagan danach fragt, zu welchen Völkern die genannten drei Kunstfertigkeiten, mit denen die dahinter genannten Rohstoffe veredelt werden sollen, am besten passen. So verstanden wäre das auch historischer gedacht. Es ginge um Handelsgüter oder Magie. Ist das so richtig? (Ich hatte es auch erst anders verstanden. Ganze Sätze helfen oft solche Missverständnisse zu vermeiden.)

    Falls ja:

    Es geht also um eine Art Magie? Oder nur Verzierungen, damit es wertvoller wird?

    Die Unterscheidung ist durchaus wichtig, wie folgendes Beispiel zeigt.

    Magie im Germanicum: Im germanischen Barbaricum wurden (zeitlich und wahrscheinlich auch räumlich beschränkt) Runen als Zaubermittel benutzt, indem sie in die zu bezaubernden Gegenstände ritzte. Vor ihrer Verbreitung finden sich an den Stellen, an denen später oft Runen zu finden sind, Symbole, bei denen unklar bleibt inwieweit die als Ideogramme oder Bilderschrift zu verstehen sind. Wenn auch nicht für jede Zeit und jeden Raum gleich, wäre bei Magie die Schriftkunst naheliegend.

    Kunst im Germanicum: Schnitzereien wurden an Gegenständen gefunden, die sich erhalten haben. Lange war umstritten, ob Kunstfertigkeiten im Germanicum nicht nur selten Anwendung fanden, doch dann erinnerte sich die Wissenschaft daran, dass sich Holz nur schlecht erhält. Wenn es also um die Verschönerung von Dingen geht, wäre die Schnitzkunst, ob in Holz oder in Bein hier typisch.

    Es wäre also gut, wenn du die Frage präzisierst.
     
  7. Leano_MacLagan

    Leano_MacLagan Mitglied

    Es ist halt ein Spiel das RPG und textbasiertes Spiel vereint. Man kann halt Volk und Klasse wählen z.B. Makedone => Hoplit. Und man hat eben auch Attribute und Fertigkeiten die man skillen kann. Man geht mit seinem Charakter und mind. 11 weiteren Kameraden in Mythen und Legenden um diese zu meistern.

    Die Veredelungen sind eben dazu da um Attribute, Fertigkeiten, Paraden oder Angriffe ect. zu verstärken. Dafür haben die Gegenstände 1-5 Slots.
     
  8. Leano_MacLagan

    Leano_MacLagan Mitglied

    In meinem Startpost sieht man bei den 3 was als Veredelungen verwendet wird.
     
  9. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Also so eine Art Magie.

    Da sind die genannten Kunstfertigkeiten zu wenig. Das Nachbilden der Gegenstände in Ton oder Holz gefolgt vom Opfer, bzw. Hinterlegen der Kopien im Tempel (Barbaricum, der Mittelmeerraum), dass Aufbringen von Symbolen (der ganze Mittelmeerraum), kleine Rituale (Babylonien!) und sogar das Aufschreiben des Wunsches an die Götter fallen mir da spontan ein. Umgekehrt waren Flüche weitverbreitet und es gab auch magische Formelsammlungen.

    Athener dürften sich so einem Aberglauben verweigern. Jedenfalls, solange ihnen nicht Gottlosigkeit oder Verderben der Jugend vorgeworfen wurde. :D

    Kreta: gechnitzte Gemmen. (Alte Rollsiegel wurden später für Talismane gehalten, wohl schon im Altertum.)

    So, meine Medikamente hören auf zu wirken, d.h. ich höre auf zu schreiben. Aber das ist sowieso nicht ganz mein Gebiet.
     

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