Landgraf Moritz von Hessen-Kassel

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von letztergisone, 3. Mai 2012.

  1. letztergisone

    letztergisone Aktives Mitglied

    Morchen,
    wie immer auf der ewigen Suche nach Weißheiten.:pfeif:
    Frage: War jemand bei der Ausstellung in Kassel; "Alchemie am Kasseler Hof – zwischen Spekulation und Experiment" (2011)? Ist ein Teil der Schriften und Zeichungen von Landgraf Moritz gewesen?
    Hauptsachlich geht es mir um Ihn: Landgraf Moritz (* 25. Mai 1572 in Kassel; † 15. März 1632 in Eschwege), der ja selbst Alchemist war.
    Sehr interessante Person:
    1605 trat Moritz zum Calvinismus über. Nach dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens („Cuius regio, eius religio“) hatte der Landesherr das Recht, einen Bekenntniswechsel auch bei seinen Untertanen durchzusetzen. Allerdings war der Augsburger Religionsfrieden nur zwischen Lutheranern und Katholiken geschlossen worden, und seine Anwendbarkeit auf Reformierte war fragwürdig. Auf jeden Fall ging Moritz über den Auslegungsspielraum hinaus, als er das reformierte Bekenntnis auch in den Landesteilen einführte, die 1604 bei der Aufteilung der Erbmasse der ausgestorbenen Linie Hessen-Marburg an Hessen-Kassel gekommen waren und für die ein Konfessionswechsel durch testamentarische Verfügung ausgeschlossen war. Rechtswidrig war ebenso der erzwungene Konfessionswechsel an der gesamthessischen Universität Marburg, der 1607 die Gründung der lutherischen Universität Gießen durch Hessen-Darmstadt zur Folge hatte.
    Der Marburger Erbschaftsstreit zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt zog sich jahrzehntelang hin, brachte Moritz auch in Gegnerschaft zum Kaiser und überlagerte sich ab 1618/19 mit dem Dreißigjährigen Krieg, in dem Hessen zu den am stärksten verwüsteten Landschaften gehörte. Moritz agierte durchweg unglücklich und ruinierte sein Land auch finanziell so sehr, dass ihn die Landstände 1627 zur Abdankung zwangen.
    Bereits 1623 wurde Moritz durch Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Moritz erhielt den Gesellschaftsnamen „der Wohlgenannte“ und die Devise „in fleißiger Übung“. Als Emblem wurde ihm der Spindelbaum (Euonymus europaea L.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch der Gesellschaft findet sich Landgraf Moritz' Eintrag unter der Nr. 80.
    Nach seiner Abdankung im Jahr 1627 machte Landgraf Moritz von Hessen das Schloss Eschwege zu seinem Altersruhesitz, während Oberhessen an Hessen-Darmstadt abgetreten wurde und Moritzens Kanzleidirektor Dr. Günther hingerichtet wurde. Er fertigte auf Schloss Melsungen, wo er zeitweise lebte, mehr als vierhundert Zeichnungen, Skizzen, Bestandspläne und Bauentwürfe an, die über die Stadt, ihren Grundriss und ihre Bauwerke am Anfang des 17. Jahrhunderts Aufschluss geben. Ferner war er damit beschäftigt, die Zukunft zu deuten und den Stein der Weisen zu suchen.
    Landgraf Moritz starb im Alter von 60 Jahren am 15. März 1632 in Eschwege.
    Gibt es noch andere Informationen über Ihn?
    En hesse
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  3. letztergisone

    letztergisone Aktives Mitglied

    Danke,

    lach, auch noch Mitglied da :rotwerd:. Das Alter, hätt ich gleich mal nachschauen müssen.
    Gruß
    en hesse
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ich auch.:winke:

    Ansosnten könntest Du den ehemaligen Direktor des Kasseler Stadtmuseums, Karl-Herman Wegner, anschreiben. Das ist ein ausgesprochener Land-Moritz-Experte.

    Vielleicht en passant mit einer Anwerbung fürs Geschichtsforum verbinden ... ;)
     

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