Liberalismus

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von NoZero, 19. Januar 2006.

  1. NoZero

    NoZero Neues Mitglied

    Ich hab bald ne Prüfung und hab ein bisschen ein durcheinander mit der Vorraussetzung und den Folgen des Liberalismus.
    Ein paar meiner Punkte

    Vorraussetzung:

    - die aufklärerischen Gedanken
    - alle sollten die gleichen Chancen zur Aufstieg haben
    - Bevölkerung und Staat müssen an Fortschritt und Entwicklung interessiert
    sein
    - eine stabile Innenpolitik

    Folgen:

    - starke Differenzen des Wohlstands; Reiche - Arme
    - Bevölkerung egoistisch
    - Konkurrenzkampf stark zunehmend
    - Staat wird weniger wichtig

    Fehlen vielleicht wichtige Punkte oder sind evtl. einige gar keine Folgen oder Vorraussetzungen oder so ?

    Denn hab irgendwie ein Durcheinander :S

    eure Hilfe könnte mir wirklich viel Arbeit wegnehmen

    thx
     
  2. macabre

    macabre Neues Mitglied

    Hängt die Frage auch mit Kapitalismus zusammen oder bezieht sie sich rein auf die liberalistische Theorie?
     
  3. NoZero

    NoZero Neues Mitglied

    Es bezieht sich rein auf die liberalistische Theorie.
    Aber deine Antwort vorhin war gar nicht mal so schlecht.
    :yes:
     
  4. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Ich meine, dass du ein wenig Grundideen und Folgen durcheinanderbringst.

    Vor dem historischen Kontext war ja die Idee des Liberalismus wirklich neu, Individuen mit eigenen, unveräusserlichen Rechten auch gegen den Staat (Grundrechte, Menschenrechte, Eindämmung absoluter staatlicher Macht über die Individuen)....

    Die Idee mit dem egoistisch ordnest Du aber falsch ein. Bis dahin war man ja der Meinung, die Menschen und ihre Stellung in der Gesellschaft seien gottbestimmt. Mit der Aufklärung gerät dieses Weltbild ins Schwanken. Nun wird der Mensch als freier Entscheidungsträger angesehen. Damit ensteht das Problem, dass die Menschen sich auch frei für Gut und Böse entscheiden könnten.
    Smith sagt nun, dass selbst wenn Menschen vollkommen egoistisch handeln, sie aber rational bleiben, die Gesellschaft profitiert. Das legt die Grundlage dafür, dass Menschen frei entscheiden dürfen, weil nun kein wohlmeinender Diktator mehr für sie denken muss (um das Schlimmste zu verhindern..). Die Gesellschaft funktioniert, auch wenn die Individuen egoistisch handeln. Der Ausgleich der einzelnen egoistischen Wünsche erfolgt über Märkte (Arbeitsmarkt, Gütermärkte). Dort wirkt sozusagen eine "invisible hand", die immer das gesellschaftliche Optimum erreicht.
    Voraussetzung dafür ist Eigentum, das zum persönlichen Nutzen wie Gewinn eingesetzt werden kann. Eigentum bedeutet dabei Eigentum an seiner Person (Arbeitskraft) und Produktionsmitteln (Kapital).
    In seiner Extremform soll der Staat sich ganz aus der wirtschafltichen Entwicklung fernhalten und nur originäre Staatsziele wie innere und äussere Sicherheit ( was du mit innerer Stabilität meinst?) gewährleisten. (Manchesterliberalismus, laissez faire).

    Nun zeigt sich aber, dass der Markt nicht immer so wunderbar funktioniert wie gedacht (Frühzeit des Kapitalismus) und dass dies unerwünschte soziale Folgen hat. Damit wird der Ruf nach vermehrten staatlichen Eingriffen gegen dieses Marktversagen laut. Die Idee der Chancengleichheit entsteht (gleiche Bildungschancen, Staat stellt zB. schulische und universitäre Ausbildung zur Verfügung).

    Im Grunde genommen balanciert der Staat auch heute zwischen der Verhinderung ungewünschter sozialer Folgen des individuellen Egoismus und den positiven Effekten eben davon...
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2006
  5. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Zu den Vorraussetztungen könnte auch sowas stehen :

    1. Der L. fußt auf der Vertrags+Naturrechtslehre der Aufklärung
    2 .Freiheit wird als Einsicht in die Notwendigkeit begriffen.
    3. Die Selbstständigkeit des Menschen im Denken,Urteilen und Handeln ist Grundlage seiner Freiheit.
    4.L. vertraut auf den Fortschrittd. Vernunft (Fortschrittsglaube )
    5.Eigennutz ist gesellschaftl. Gesund, solange als Gegengewicht Toleranz geübt wird.
    6.Das Toleranzprinzip läßt eine große Zahl versch. Ideen und Werte bei den Liberalen zu.Dies erschwert d. Liberalen die Bildung größerer Gruppen und Parteien.
     
  6. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied


    Zu den Folgen des Liberalismus noch ;

    Der Einzelne soll vor der Übermacht des Staates geschützt werden.daraus folgt;
    das Eintreten des L. Für Menschen-und Bürgerrechte, Presse-und Vereinigungsfreiheit,Aufbau eines Rechts-und Verfassungsstaates.

    Anfangs war d. Lib. Bürgertum trotz seiner wirtschaftl. Erfolge der absoluten Macht der Monarchien, des Adels und der Geistlichkeit unterworfen.
    Die o.g. lib. Grundsätze führten schließlich zum Gegensatz zu den herrsch. Fürsten,Adeligen, Klerus und bereiteten die bürgerl. Revolutonen im 18. +19. Jahrh. vor.
     

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