linguistische Einordnung des Ungarischen

Dieses Thema im Forum "Historische Hilfswissenschaften mit Genealogie" wurde erstellt von tamas, 26. Juli 2008.

  1. tamas

    tamas Gast

    Die Ung. Tradition erzählt von mehreren "Altungarn", Etelköz wird als letzter Station genannt. Etel (Itil) ist der Volga, klar. "Köz" bedeutet :
    1. Zwischenraum, (köz-ött = dazwischen, aber Köz-el = Nah,in der Nähe)
    2. Gemeinsam , die öffentlichkeit zusammen (zb. Köz-tarsasag =Republik wobei Tars=geselle, partner )
    Also es kann zb. die Volgamündungsgebiet (Delta) bedeuten, oder einen Insel ? Oder aber "Nahe der Volga."
    Evtl.(klingt aber zumindest für heutige Ohren nicht wirklich danach) "Gemeinsamer heimat", Heimat ,wo man nahe zueinander lebt.

    In der gegend leben noch Völker, die Sprachverwandt sind, die meisten sind deportiert worden in Panellstädte von der Sowjet.
    Die hatten "pech", weil man da Öl fand, und gewaltig umbaute...
    Manysi (Mansen) und Chanti gibt es noch hiter der Ural.

    In Nepal gibt es auch Madscharen, (leben ziemlich isoliert in 4000 m höhe,und behaupten "die zurückgebliebene Magyaren" zu sein.
    Guter TV doku gabs darüber, einige Ung. forscher sind da, und untersuchen, sammeln infos. -Da wird man bestimmt noch etwas hören.

    Die Ujgurische geschichte hat auch etwas Ungarisches. Sie fängt etwa so an; die Magyaren gingen, und wir blieben.....

    Hier sollte unbedingt erwähnt werden: (sind ja schliesslich auch Ex-asiaten)
    Starke sprachliche ähnlichkeiten (bis hin zu teilweise vertehen können) gibt es mit der Dakota, und mit mehreren in Equador lebenden eingeborenensprachen. Es gibt sogar kinderlieder, wiegelieder die fast gleich klingen und den gleichen textinhalt haben. Verblüffend ist auch ein vergleich der Volkstracht der Sekler, genauer der Kalotaszeg-er tracht mit der von der Equador indios. Und dann gibt es noch Tänze,und rituale...
    Ich habe irgendwo gelesen, das manche Indianervölker ofiziell American Ugrian umgenannt wurden. Weiss jemand etwas darüber ?
     
  2. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Ungarisch wird überall verstanden

    Welche Sprachen in Ecuador sind das denn konkret?

    Bezüglich der Ähnlichkeit mit der Sprache der Dakota: dann stell doch mal Texte dieser Kinder-/Wiegenlieder ein. Ich habe Bekannte, die Dakota/Lakota als Muttersprache sprechen und frage gerne nach, ob die davon etwas verstehen können.

    Gegen deine These spricht allerdings, daß es im Dakota/ Lakota/ Nakoda zb keine Umlaute gibt, kein f, kein g. Sowie ferner, daß linguistisch keine der in Ecuador vertretenen Sprachen/Sprachfamilien mit dem Dakota/ Lakota/ Nakoda verwandt sind.
     
  3. tamas

    tamas Gast

     
  4. hyokkose

    hyokkose Gast

    Darf ich um eine möglichst wörtliche Übersetzung zumindest der ungarischen Verse bitten?
    Ich hoffe, daß dann Ingeborg die entsprechende Übertragung aus dem Dakota/Lakota bewerkstelligen kann.
     
  5. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_südamerikanischer_indigener_Völker
    Schau dir mal diese Liste der südamerikanischen Ethnien an, ob du Völker namens Saragur, Salasaka und Chango dabei findest. Ich habe mehrere Listen durchgesehen - keine führt Ethnien dieses Namens in Ecuador oder sonstwo in Lateinamerika auf.

    Zum einen wäre natürlich eine deutsche Übersetzung ganz nett.
    Zum anderen habe ich die ungarischen Webseiten nun auch gefunden, auf denen das behauptet wird und wenn ich auch kein Ungarisch verstehe, so doch die englischen Zitate dort. Außerdem kann ich feststellen, ob das wissenschaftliche Seiten sind oder nicht. Es hat den Anschein, als seien dies eben die genannten Seiten von ungarischen Nationalisten, die sich von wem auch immer abgrenzen möchten und denen dafür kein Weg zu weit ist.... Soweit ich es sehe, werden dort alle möglichen indianischen Sprachen mit angeblichen Beispielen aufgeführt, das geht quer durch den Doppelkontinent - arg viel Arbeit und Reisen für so ein paar Magyaren. Daß dann noch die Nuu-cha-nuulth (Nootka) zu den Dene-sprechenden Völkern gezählt werden, ist ja fast schon peanuts, und wenn man mal in der Gegend ist, haben die Haida (wieder andere Sprachfamilie) auch noch ein paar Worte aufgeschnappt bei der ungarischen Durchreise.

    Die dort (auf Englisch) verbreitete These, wenn die Athapaska sprechenden Völker vor ca 7000 Jahren nach Nordamerika eingewandert seien, konnten dies vor ca 3700 Jahren die Magyaren auch. Ja, nee, is klar, da werden sich die Steppenbewohner dafür extra Boote gebaut haben, nicht? Nur daß ca 7-9.000 eigentlich für die Inuit angenommen wird, nicht für die Na-Dene-Völker.

    Zu deinen Beispielsätzen:
    Es handelt sich ganz sicher nicht um Dakota. Diese Sprache hat keine Umlaute, wie gesagt kein f, kein g. Außerdem nicht vorhanden sind die Laute w (deutsches w) und r. Zwar gibt es im Dakota einen Laut, der ebenso ausgesprochen wird wie das deutsche Zäpfchen-R, dieser wird aber in lateinischer Schrift als "gh" wiedergegeben.

    Das einzige, das ich an deinen beiden Sätzen als möglicherweise aus einer indianischen Sprache entnommen erkenne, ist das Wort "wakonda". Dieses ist aber nicht Dakota, sondern Wazhazha (Osage) - naja, es könnte schlimmer sein, das ist zumindest dieselbe Sprachfamilie (Siouan). Auf Dakota hieße es "wakan tanka".

    Damit mir Hyo hier nicht auf die Zehen tritt, möchte ich es nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß aus der Ähnlichenkeit *eines* oder einiger weniger Worte weiß Gott keine Verwandtschaft herzuleiten ist. Ansonsten verweise ich auf meine schon einmal im Smalltalk geäußerte These: Lakota ist Japanisch, denn iye/iya = nein in den beiden Sprachen ist doch der beste Beweis.
     
  6. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Nein, das kann ich nicht, da es sich bei den beiden Sätzen nicht um Dakota handelt (siehe oben). Ich kann aber, wenn ich eine deutsche Version habe, um eine Übersetzung in die Dakota-Sprache bitten.
     
  7. tamas

    tamas Gast

    Ich habe nachgeschaut, folgendes gefunden;

    "Cayapos, Jibaro-Shuar, Tschachi, Salasaka , Saraguru, und noch weitere..."heisst es.

    Ja, da ist Vorsicht geboten,-ich habe gewarnt ! Die Brüder Lieben solche Themen auch, und spinnen das ganze ziemlich weiter. Meines wissens sind sie schon beim Sirius...

    Aber es gibt auch eine Reihe ernsthaftere Zeitgenossen, die sich damit befassen.
    Hört sich wie ein schlechter Scherz an, aber ich habe auch schon wilderes gelesen darüber.

    Also da, wo ich es herhabe heisst es , das sie zur Besuch bei der Lakota gewesen seien. Allerdings ist der Text "anschaulichend für Ung. Leser" phonetisch möglicherweise völlig falsch.
    Aber hier die Übersätzung, wie es da steht:
    (original:)
    "Rakattu ja dizet, ill ja püsti Hezod
    (Ung.)
    "Megrakták a tüzet, ill a füstje Hozzád-
    Deutsch:
    Das Feuer wurde angezündet, es weht der (sein) Rauch zu dir.
    (Genaue ausdruckweise: "Sie haben das Feuer aufgeschichtet"-so drückt man das im Ung. aus)

    Original:
    "Wakonda Dédpa, att mö nek Atonhe! - Wakonda Dédpa, att mö nek Atonhe!"

    (Ung.)
    Nagyszellem, Dédapa , add minekünk lelked!

    Deutsch:
    Grosser Geist , Urahne (Urvater),gib uns deine Seele !(= Beseele uns, leiste uns beistand)

     
  8. hyokkose

    hyokkose Gast

    http://nexus-magazin.de/Ausgaben/2006-7/Suche-nach-der-Metallbibliothek


    Das alles ist offensichtlich kompletter Humbug:

    Die Metallbibliothek von Ecuador


    János/Juan Móricz, ein "argentinisch-ungarischer Unternehmer", Hobbyforscher und Abenteurer, glaubte, daß nach der Sintflut nur eine einzige hochentwickelte Zivilisation überlebt habe, und zwar in den Anden. Die Träger dieser Kultur waren selbstverständlich die alten Magyaren, und diese Kultur war natürlich die Mutter aller Zivilisationen in Europa und im alten Orient. Ohne die Proto-Magyaren konnte sich dort ja keine eigenständige Hochkultur entwickeln. Die Sumerer waren in Wirklichkeit Nachkommen dieser Anden-Magyaren, die irgendwann vor 8000 und 7000 v. Chr. mit ihren Balsa-Booten in die Welt hinausgesegelt waren. Das sieht man ja schon an dem Namen "Sumer", den gibt es nämlich so ähnlich auch in Equador, z. B. "Zumir".

    Von dieser Seite:
    Tayos Gold Library

    Offensichtlich gibt es Spinner, die bereit sind, jeden noch so großen Stuß zu propagieren. Auf der verlinkten Seite "beweist" ein studierter Historiker, daß auch die Kelten ungarisch sprechende Völker aus dem Orient gewesen sein müssen, denn im Ungarischen gibt es ein Wort "kel", das aufgrund seiner Bedeutung "aufgehen" mit dem "Orient" zu verbinden sei.

    Auch liegen die Ägyptologen mit ihrer Lesung der Hieroglyphen falsch; der "magische Schlüssel" (the magic language {Magyar} key to unlock the secret) zur richtigen Entzifferung der Hieroglyphen soll natürlich das Ungarische sein.


    Wenn das nicht schräg ist, dann weiß ich nicht, was überhaupt noch schräg sein soll.
     
  9. tamas

    tamas Gast

    Offensichtlich. Bitte nicht diese Tayos und Dänniken stories,
    das ist genau das,was die geschichte misskreditiert.
    zitat:
    "Der "Spiegel" brachte am 19. März 1973 die Titelstory "Der Däniken-Schwindel". Darin war auch ein Interview mit Joan Moricz enthalten. Seine brisante Aussage: Däniken sei nie in den Höhlen gewesen! "

    -Tayos behauptet wiederum es sei gar nicht J.Moricz der die Höhlen gefunden hätte. Das sind andere Geschichten, die etwas anderes (Schätze und Ufos) suchen.

    Die wichtigste Daten der Moricz Geschichte sind:

    1965 Sept. 12. der (grösste) Zeitung Ecuadors, der "El Comercio" /Quito
    berichtete als ersten von Moricz und seine Expeditionen.In diesem Artikel schrieben sie, das die Puruha-Canari und der in Peru lebende Puruha Mochica Stämme eine art Altungarisch ähnliche sprache haben.

    Die Sprachähnlichkeit die er angeblich fand, beflügelte ihm dermassen, das er "überhäblich" wurde. So verkündete er 1965 am 17. Dezember,in Lima(Peru), auf einer Internationaler Pressekonferenz, daß:
    "Ein Ungarischer Bauer hätte erfolgreichere linguistische entdeckungen machen können, als die berühmtheiten, die diese Sprachen kategorisiert haben" -( Hierher könnte der Spruch stammen, "jeder Ung. Bauer kann Sumerisch lesen"...???)
    Wo er von der Höhenflug wieder herunterkam, erklärte er:

    Manche sprachen seien falsch erkannt und klassifiziert, da die Sprache der Cayapas , der zu den Chibcha Sprachen gezählt wird, ebenso wie die Poruha, Canari und der Peruer Purucha-Mochica der widerum zu den Mochica zählen allersamt extrem Ungarisch ähnlich , teilweise gut verständlich sind. Auch personen, Ortsnamen etc.

    1966 23. Juli ,Die "El Telegrafe"/Guyaquili erklärt es als "Faktisch bewiesen"- das die in Europa lebenden "Brüder des Ecuadorer" seien die Ungarn.

    Wie weit das ging ,zeigt diese Storie:
    Da Ecuador eas nicht nach London zur Fussball WM geschafft hat, haben die Brasilianer offiziell angeboten, Ecuador da zu vertreten.
    Antwort aus der führungsebene lautete: " Nein danke, wir sind schon vertreten durch unsere Brudervolk, Ungarn..."
    Eine Institut wurde auch eigerichtet.

    1966 Aug.7. "El Telegrafe" bringt erneut einen Riesenartikel, in dem man lesen kann:
    Der Stamm der Kara erreichte die von denen benannte Bucht "Bahia de Caracues" ende des VIII. Jahrhundert, und soll mit der Ung. Kara stamm verwandt(bzw. Identisch) sein.
    Juan de Valesco wird erwähnt, der schon früher darauf hingewiesen hat...
    (Juan de Valesco /1727-1792/: Historia del reino de Quito-Equador.)

    Es erklärt weiterhin:
    Der erste Quitoer Konsil, unter Bis. Fray Louis Lopes de Solis (1593) ,entschied, das die Katolische Lehren, und Beichtgebete übersätzt werden müssen auf der Sprache der völker, dei in der Bistum gebiet leben, weil sie weder die Aymara Sprache benutzen, noch das übliche Kechua. Die übersätzungen haben Spanische missionäre gemacht, und bald gemeldet, dass die Sache etwas verwirrendes hat, das sei nähmlich Ungarisch, -manche haben auch da missioniert, und die sprache erkannt.
    Nachdem das die Spanische Krone erfuhr, startete die grausame Sprachausrottung , sprachwechsel.
    Don Pedro de la Gasca wurde aus Spanien beauftragt, er soll bericht erstatten über das Volk und die Sprache, die di Spanier da vorfanden. Sein Bericht musste er an Kaiser Ferdinand (Habsburg) auch abgeben.
    Angeblich hatten Spanische Krone, wie die Habsburger angst, dass Ungarn gebietsansprüche erheben könnte an seine "Alte Heimat".


    Soviel blieb offiziell übrig, Moricz hat seine manuskripte und Kopien verbrannt./vernichtet.
    Sonst wissen wir wenig von Moricz, er war schreibefaul.
    Er war auch ein hobbyforscher, der öfters übers ziel hinausschoss, aber die Frage ist, ob an der Entdeckung etwas dran ist,oder nicht !?

    Noch eine kleinigkeit aus völlig andere quelle:
    Strassen und Brückenbau in südamerika hat einige Fachleute aus Ungarn dahin verschlagen, und es wird erzählt, das sie Arbeiter aus ganz bestimmten Indianerstämmen bevorzugen, da: "die Kommunikation mit denen ist einfacher. Nach kurzer zeit versteht man sich , als würden sie eine fremde dielekt des Ungarischen sprechen."




     
  10. hyokkose

    hyokkose Gast

    Die Tayo-Story stammt von Moricz, nicht von Däniken. Der ist nur auf den Zug aufgesprungen. Weder das künstliche Höhlensystem noch die Metallbibliothek noch die "altungarisch" sprechenden Indianer konnten jemals nachgewiesen werden. Moricz hat sich selber diskreditiert, auch ohne Däniken.

    Solche Gerüchte kenne ich zur Genüge. Mir hat auch schon jemand erzählt, mit den Indios in den Anden könne man sich auf Türkisch verständigen. Jemand anders hat hier im Forum behauptet, keltisch (kymrisch) sprechende Waliser seien im Hindukusch auf Eingeborene gestoßen, mit dem sie sich auf Kymrisch unterhalten konnten. Und in Afghanistan gäbe es einen kroatischen Dialekt. Derartige Quatschstories kann man im Internet zu Tausenden finden. Solange keine seriösen Quellen mit authentischen Texten oder Tonaufnahmen vorliegen, gebe ich keinen Cent auf diesen Murks.

    Wie heißt das Institut, wo befindet es sich, was hat man dort herausgefunden, und wo kann man die Forschungsergebnisse nachlesen?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27. Juli 2008
  11. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Hier mal eine Wortliste, anhand derer die Nichtverwandtschaft von Ungarisch und Dakota/Lakota sichtbar wird:

    Deutsch -- Ungarisch --- L/Dakota
    danke köszönöm pila maya/pila mayaye
    bitte tessek/szivesen ----
    ja igen han
    nein nem iya
    Auge szem ista
    Bein lab hu
    Hand kez nape
    Nase orr pasu
    Ohr ful nughe
    Rücken hat cuwi
    Schulter vall hinyete
    Zahn fog hi
    Hund kutya sunka
    Krähe varju kanghi
    Vater apaya ahte
    Mutter anyja ina
    gelb sarga zi
    blau/dgrün --- tho
    weiß feher ska
    rot piros sa
    schwarz fekete sapa
    eins egyes wanzi
    zwei kettes nonpa
    drei harmas yamni
    vier negyes topa
    fünf otos zaptan


    Nochmal zwei Textbeispiele. (Die Unterschiede zwischen beiden Texten liegen zb darin, daß im Text in der neuen Orthographie die Laute /t/, /p/ und /k/ aspiriert dargestellt werden; hier hat sich die Aussprache entsprechend verändert.)

    http://www.omniglot.com/writing/sioux.htm

    NB: Leider hats mir im ersten Text die diakritischen Zeichen rausgehauen, das Original ist im Link oben anzusehen.
     
  12. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Schau mal hier rein:

    http://www.native-languages.org/fampen.htm

    Die Seite ist ein indianisches Projekt, nebenbei bemerkt. Dort steht ua, daß es mehrere unterschiedliche Klassifizierungen dieser Sprachfamilie gibt und die Sprachen teils sehr divergieren.

    Sadovszky listet ja auch nicht sehr intensiv ähnliche Worte auf, sondern greift sich mal eines aus dieser, dann mal eines aus einer anderen Sprache. Wenn man auf diese Weise herangeht, kann man immer Ähnlichkeiten finden. Eine Ungenauigkeit bei Sadovszky ist zb, daß er die Penutian-Sprachfamilie nur in California ansiedelt und weitere Gebiete bequemerweise erst gar nicht erwähnt.

    Hoppla - die Sprache zum Zeitpunkt einer Beringüberquerung *kann* er einfach nicht entdecken, außer er hat die Zeitreise erfunden. Er kann nur das heutige Vokabular vergleichen.

    Das ist aber schon ein wenig rassistisch formuliert... entspricht jeoch einer verbreiteten Wahrnehmungsweise insbesondere der kalifornischen Ethnien als angeblich 'primitiv', da diese Sammler und Jäger/Fischer waren, was sie aufgrund des reichlich vorhandenen Nahrungsangebots auch sehr gut ernährte.


    Soweit ich weiß, sprechen archäologische Daten lediglich dafür, daß die Penutian sprechenden Ethnien relativ spät *aus anderen Gebieten in Nordamerika* in Californien eintrafen. Das aber sagt nicht aus, daß sie auch auf dem amerikanischen Kontinent erst spät ankamen, was Sadovszky jedoch voraussetzt. Er ist soweit ich weiß auch der einzige, der dies bei der Penutian-Sprachfamilie feststellen will.
     
  13. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Das ist von der Tayos-Seite, nicht wahr? Die Liste ist bemerkenswert....

    - Shuar: diese Ethnie lebt in Ecuador; ihre Sprache wird der Familie Jivaroan zugerechnet.

    "Tschachi" -> üblicherweise 'Chachi' geschrieben. Die Sprache gehört zur Familie Chibcha (die jedoch umstritten ist); nach anderer Klassifizierung in die Familie Barbacoan.
    Und jetzt kommts: die Chachi werden auch ..... Cayapa genannt. Möglicherweise liegt da eine Verwechslung mit dem Namen der Ethnie der 'Kayapo' vor, die jedoch in Brasilien leben und deren Sprache zur Familie Ge gehört.
    Jedenfalls können wir schon mal um eins reduzieren, da Chachi und Cayapa zwei Bezeichnungen für dieselbe Ethnie sind.

    Salasaca, Saraguro - dies sind offenbar keine Eigenbezeichnungen der Ethnien. Jedenfalls sprechen sie Hochland-Quechua. Quechua ist die meistverbreitete Sprache in Südamerika und wird in mehreren Dialekten/Dialektgruppen gesprochen. Quechua ist in sieben Staaten vertreten, hauptsächlich in: Bolivien, Peru, Ecuador. Kleinere Gruppen Quechua sprechender Ethnien leben in Argentinien, Chile, Kolumbien.
    Und wir können gleich nochmal reduzieren.

    Die Sache wird langsam mehr als merkwürdig: wann also auch immer irgendwelche Magyaren sich nach Amerika aufgemacht haben: sie sollen sich *heute* noch verständigen können mit Sprechern aus den Sprachfamilien Siouan, Penutian, Jivaroan, Quechua. Also, wenn sich da wirklich Ungarn ohne Probleme mit Dakota, Maidu, Quechua unterhalten können, sollten sie mit den heute in Sibirien noch gesprochenen ugrischen Sprachen erst recht klarkommen... Ich würde mich ja gerne mit den Herrschaften aufmachen und zuschauen, wie sie versuchen, sich mit Nentsen zu verständigen. Genau dies ist aber nicht zu erwarten - ebenso wenig, wie es heute noch Sprecher einer indoeuropäischen Ursprache gibt.

    Du darfst diese Behauptungen, wer sich mit welchen Indianern auf ungarisch bestens unterhalten konnte, gerne unter 'Märchen' ablegen - denn etwas anderes sind sie nicht.

     
  14. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich muss mal wieder was fragen. Ich verstehe das alles nicht.

    Wieso sprechen die Eingeborenen in Amerika Ungarisch?
    Sind die Ungarn schon vor 1492 dort hingekommen? Ich dachte, das waren die Wickinger.
    Ich verstehe gar nichts mehr.
    Ihr verwirrt mich.
    Ich bin hier, um Geschichte zu lernen, aber wenn nun jeder was anderes erzählt, was soll ich da glauben?
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juli 2008
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Als der Wikinger Leif Erikson im Jahre 1000 Amerika entdeckte, hatte er einen Ungarn dabei, mit Namen Tyrkir. (Meist wird er als Deutscher bezeichnet, aber so heißt doch kein wackerer Germane.) Der fand Weintrauben, die er von daheim kannte, daher die Bezeichnung "Vinland". Und natürlich wird er den Eingeborenen Ungarisch beigebracht haben. Alles klar?

    EDIT: Tyrkir? @lynxxx, dein Einsatz bitte. :winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juli 2008
  16. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Und noch ne Frage.
    Also war Tyr oder Thor, oder wie er sonst genannt wird ursprünglich ein Ungar?
    Ich wusste es, kann ja nicht sein, dass er ein assyrer war oder von sonstwoher abstammt .
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juli 2008
  17. hyokkose

    hyokkose Gast

    Vielleicht hat er den Eingeborenen weisgemacht, damit könne man sich überall verständigen.

    Ich frage mich mittlerweile, ob geschäftstüchtige Ungarisch-Lehrbuch-Verleger die ganzen Theorien in die Welt gesetzt haben. Ungarisch gehört ja nicht gerade zu den beliebtesten Fremdsprachen, obwohl Ungarisch viel logischer aufgebaut ist als etwa das Englische oder Deutsche mit ihren völlig verworrenen unregelmäßigen Verben (im Englischen kommt noch der nahezu regellose Wirrwarr zwischen Schriftbild und Aussprache hinzu, im Deutschen der bodenlose Blödsinn mit männlichen, weiblichen und neutralen Artikel, den kein Nicht-Muttersprachler jemals begreifen kann).

    Aber weil die ungarische Grammatik für Muttersprachler germanischer oder romanischer oder sonstiger indoeuropäischer Zunge so ungewohnt ist, gilt Ungarisch als schwer zu lernende Sprache, und fast niemand lernt sie freiwillig.

    Was macht also ein Ungarisch-Lehrbuch-Verleger, der auf seinen Lehrbüchern sitzenbleibt? Er streut das Gerücht, daß man nur Ungarisch können muß, um praktisch alle exotischen Sprachen der Welt zu beherrschen. "Jeder ungarische Bauer kann fließend sumerische Keilschrift lesen und verstehen" - wer möchte das nicht auch können, ohne es jemals studiert zu haben? Und außerdem ägyptische Hieroglyphen besser lesen können als alle studierten Ägyptologen. Und sich mit nord-, mittel- und südamerikanischen Indianern in ihrer Muttersprache unterhalten können. Und in den Himalaya trecken und sich dort mühelos sprachlich zurechtfinden. Alles auf Ungarisch.
     
  18. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Natürlich sprechen die Indianer nicht Ungarisch, und die Ungarn sind auch nicht durch den Atlantik oder Pazifik geritten.... :pfeif:

    Irgendwelche - äh: Personen haben sich da was 'Nettes' ausgedacht, ausgehend von der Theorie, daß die Vorfahren der Indianer über die Beringstraße eingewandert sind. Wenn die da zu Fuß rüber sind, kamen sie doch aus Sibirien. Und wer hat sich da alles so in der Gegend rumgetrieben? Ach, warn auch ein paar Völker dabei, die eine ugrische Sprache sprechen - na, dann sind von denen auch welche mit. Muß ja wohl, weil: isso & gut.
    Äh, Moment - ist doch aber schon ein bißchen her mit der Beringstraße? Nun, einer der Herren, die die These 'Ungarn, überall nix wie Ungarn' vertreten, hat das auch gemerkt. Also erklärt er, die Magyaren sind nicht vor 30.000 Jahren rüber, auch nicht vor 15.000 - auch die 9.000, die für die Inuit angenommen werden, passen ihm nicht. Nein, er sagt: wenn einige vor 9.000 Jahren konnten, dann konnten die Magyaren vor 3.700 Jahren auch noch. Siehe oben: weil, isso & gut.

    Und ein paar noch - äh: Schlauere fahren sogar heute in die USA und sprechen Ungarisch und die Dakota antworten auf Dakota und alle verstehen sich bestens.... Wie das funktionieren soll, da sich die Sprachen selbst, wenn das stimmt, bereits seit 3.700 Jahren getrennt weiterentwickeln, weiß der Hugo. (So ungefähr als könnten wir heute in Indien an jeder Straßenecke auf Deutsch einen Inder anhauen, der dann auf Indisch antwortet und wir verstehen uns bestens...)

    Das kann man nicht ernsthaft behaupten (auch wenn einige dies tun), und ernsthaft kommentieren kann man das schon gar nicht.
     
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  19. hyokkose

    hyokkose Gast

    Jedenfalls öffnet einem die ungarische Sprache auch da Tyr und Thor, wo man es nicht vermutet.


    Aber die Assyrer und Sumerer sind doch auch Ungarn, ebenso wie die Kelten, die bekanntlich aus dem Orient stammen. Derartiger Nonsens wird doch allen Ernstes behauptet:
    http://www.geschichtsforum.de/349218-post8.html
     
  20. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    *Nur* da, wo man es nicht vermutet....
     

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