Mädchen im 16. Jahrhundert

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Nena, 6. Mai 2009.

  1. Nena

    Nena Gast

    Hey Leute,

    wir haben gerade in der schule angefangen ein wenig über das weibliche Geschlecht im 16. Jahrhundert zu reden. Allerdings weiß mein Lehrer nur Sachen über die "Adligen".

    Was war denn mit den Nicht-Adligen, den Bäuerinnen etc.?
    Was durften sie alles erlernen, konnten sie z.B leser und schreiben?
    Und gab es Unterschieden zwischen Mädchen, die z.B. an der Küste oder in der Großstadt oder auf dem Land lebten?
    Und gab es auch Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern in Europa? Was ist z.B. mit England?

    Ich hoffe ich konnte einigermaßen ausdrücken, was mich genau interessiert.

    Liebe Grüße
    Nena
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    viele infos bereits vorhanden

    Hi, gibt ne Menge Möglichkeiten, über das Thema was zu erfahren. Mit Google z.B. "frauen,mittelalter" oder direkt z.B:

    http://www.das-mittelalter.de/frauen_im_mittelalter.htm

    Gibt mittlerweile eine umfangreiche Literatur, die sich mit der Rolle von Frauen im Mittelalter beschäftigt. Nett zu lesen. z.B. "Astrid Fritz: Die Hexe von Freiburg".

    Es werden anschaulich die damalige Situation von Frauen bzw. Mädchen thematisiert.

    Eines der besten Bücher überhaupt zum Thema Mittelalter - finde ich persönlich -, das aber deutlich über das Frauenthema hinausgeht ist von "Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel".
     
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  3. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

  4. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    16. Jahrhundert ist aber schon nicht mehr Mittelalter! ;)
     
  5. Nena

    Nena Gast

    Hey,

    Danke für eure schnelle Antwort.

    Ich denke mittlerweile, dass auch die nicht-adligen Frauen damlals zumindest teilweise lese konnte. Stimmt das?
    Stimmt, 16. Jhd ist jetzt nicht unbedingt mehr Mittelalter... aber die Renessaince ist es auch nocht nicht wirklich, oder? Fängt das nicht erst irgendwann Ende des 16. Jhd an?

    Relogion spielte damals eine sehr große Rolle, oder? Hab das jetzt so aus mehrere Artikeln rausgelesen, dass es da ziemlich darauf ankam, ob die Familie jetzt katholisch war, etc. Und die Inquisation gab es doch auch ziemlich heftig. Unser geschichtslehrer ist da ziemlich zurückhaltend :(

    LG
    Nena
     
  6. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Unter der Maßgabe "zumindest teilweise" kann man dem beipflichten.

    Die Renaissance begann im 14. Jh. in Italien, und ihr Ende wird gemeinhin im 17. Jh. gesetzt. Kernzeitraum der Renaissance sind jedenfalls das 15. und 16. Jh.
    Ende des 16. Jh. ist bereits Spätrenaissance...

    Anm.(EDIT): Mit Frühe Neuzeit oder Beginn der Frühen Neuzeit läßt sich das 16. Jh. übrigens recht unverfänglich charakterisieren.

    1. Religion spielte eine bedeutende Rolle - wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in den Jahrhunderten davor, aber das sind an der Stelle schon Marginalien.
    2. Daneben war es ab dem 16. Jh. von gewisser Bedeutung, ob man der traditionellen römischen Kirche angehörte (Katholiken) oder aber einem Bekenntnis, welches infolge der Reformation entstanden war (Lutheraner, Zwinglianer, Calvinisten, Anglikaner - und auch die waren sich gegenseitig keineswegs unbedingt wohlwollend gesonnen) - wobei es hierbei aber wieder auf den konkreten Fall (sprich: Land, Region) ankommt.
    3. Rolle und Heftigkeit des Wirkens der Inquisition müssen nach Tätigkeit sowie zeitlich und regional bzw. nach verschiedenen Ländern differenziert werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Mai 2009
  7. Nena

    Nena Gast

    Hey timotheus :)

    Danke für deinen Kommentar.

    "Die Renaissance begann im 14. Jh. in Italien, und ihr Ende wird gemeinhin im 17. Jh. gesetzt. Kernzeitraum der Renaissance sind jedenfalls das 15. und 16. Jh.
    Ende des 16. Jh. ist bereits Spätrenaissance...

    Anm.(EDIT): Mit Frühe Neuzeit oder Beginn der Frühen Neuzeit läßt sich das 16. Jh. übrigens recht unverfänglich charakterisieren."

    Gut zu wissen :)


    "2. Daneben war es ab dem 16. Jh. von gewisser Bedeutung, ob man der traditionellen römischen Kirche angehörte (Katholiken) oder aber einem Bekenntnis, welches infolge der Reformation entstanden war (Lutheraner, Zwinglianer, Calvinisten, Anglikaner - und auch die waren sich gegenseitig keineswegs unbedingt wohlwollend gesonnen) - wobei es hierbei aber wieder auf den konkreten Fall (sprich: Land, Region) ankommt."

    Welche Religionen waren denn zum Beispiel am meisten in England vertreten? Und machte es für eine Frau einen Unterschied, ob sie nun ein Katholik oder ein Zwinglianer war? Wenn ja, was denn für welche?

    LG
    Nena
     
  8. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Bitte sag es gaaaanz leise!:D

    Siehe dazu auch Bildungssystem in Österreich ? Wikipedia, Unterkapitel Maria Theresia.

    Kinder waren früher in erster Linie billige Arbeitskräfte, die Vieh hüteten oder im Wald Dinge sammeln gingen (siehe dazu z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Hänsel_und_Gretel). Mädchen mussten auch Textilien spinnen (siehe dazu das Märchen von Frau Holle (http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/frau_holle). Damals gab es noch Hungersnöte, und viele kämpften letzlich ums nackte Ueberleben. Auch war die Kindersterblichkeit hoch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2009
  9. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    In England dürften es einerseits Katholiken und andererseits Anglikaner (gewesen) sein - letztere waren bzw. sind übrigens differenziert zu fassen, da Liturgie, Ämter und Sakramente traditionell katholisch blieben, die Theologie aber relativ stark durch den Protestantismus (hier insbesondere durch den Calvinismus) geprägt wurde.
    Für einen Kurzüberblick dazu:
    Anglikanische Gemeinschaft ? Wikipedia
    Anglikanische Gemeinschaft - Geschichte - Wikipedia
    Reformation ? Wikipedia
    Church of England ? Wikipedia

    Bei den Unterschieden kommt es auf die jeweilige Regentschaft während des 16. Jh. an; der folgende Kurzabriß ist z.T. grob vereinfachend...
    Unter Henry VIII. (1509/47) (nachdem er sich von Rom losgesagt hatte) bedeutete Anglikaner zunächst eigentlich nichts anderes, als königstreu zu sein, und Katholik, eben weiterhin romtreu zu sein.
    Unter Edward VI. (1547/53) erhielt die Anglikanische Kirche ihre reformatorische Prägung, und die Katholiken wurden zurückgedrängt.
    Unter Mary I. (1553/58)) gab es eine kurzzeitige Rückkehr zum Katholizismus, und es wurden die Anglikaner als "abtrünnige Verräter" blutig verfolgt.
    Unter Elizabeth I. (1558/1603) wurde die Anglikanische Kirche samt ihrer reformatorischen Prägung endgültig etabliert, und das englische Königshaus nahm seitdem eine eher antikatholische Position insbes. bzgl. der Iren sowie ausländischer Mächte - hier ist v.a. Spanien zu nennen - ein. D.h., obwohl die sog. High Church stark katholischen Elementen verhaftet blieb (und das bis heute), war keinesfalls eine freundliche Position zu den traditionellen Katholiken gegeben.

    PS(EDIT): Die deswegen Hingerichteten waren in den diesbezüglich unsicheren Zeiten unter Henry VIII. und unter Mary I. aber übrigens wohl sämtlich aus der Oberschicht...
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2009
  10. Gast

    Gast Gast

    Hallo,

    Danke für eure Links und Hilfen, ich werde mal gleich einige von ihnen ausprobieren :)

    LG
    Nena
     

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