Max Schmeling

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Guest, 10. Oktober 2021 um 12:59 Uhr.

  1. Guest

    Guest Gast

    Wie ist die Einstellung zum deutschen Boxer Max Schmeling in Deutschland?
     
  2. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja? Ich könnte die Einstellung nicht definieren.
     
  4. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Meine Großtante hat ihn wohl öfter mal beim Bäcker getroffen, hat sie mir als Kind erzählt. Also, jetzt nicht mit ihrem rechten oder linken Haken sondern beim Einkaufen. Er habe immer freundlich gegrüßt. Ansonsten bin ich mit Mitte 40 viel zu jung, um irgendeine Einstellung zu diesem Boxer zu haben.
     
  5. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Eine Sportikone, der man auch im hohen Alter noch gerne zuhörte. Der Profiboxsport war zu Schmelings aktiver Zeit nicht nur in Nazi-Deutschland sehr stark rassistisch belastet. Nicht nur den Nazis halt Max Schmeling als die "große weiße Hoffnung". Schmeling hat sich weit weniger, als viele andere Sportidole dem Zeitgeist angepasst. Er trennte sich weder von seinem jüdischen Promoter, und seinem großen Konkurrenten Joe Louis hat er immer Respekt gezollt und ermöglichte ihm zuletzt ein standesgemäßes Begräbnis.
    Den Verlust des Rückkampfes gegen Joe Louis und dass er sich nicht von seinem Promoter trennen wollte, haben ihm die Nazis äußerst übel genommen. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Sportikonen kam Max Schmeling nicht um den Kriegseinsatz herum, und er musste als einfacher Fallschirmjäger an der verlustreichen Eroberung Kretas 1941 teilnehmen.

    1941 gab er einem amerikanischen Journalisten ein Interview. In diesem Interview äußerte er sich auch zu seinen Erfahrungen als Fallschirmjäger, und Schmeling beschrieb die Briten als faire Gegner, denen er keine Grausamkeiten zutraute. Einen Krieg zwischen Deutschland und den USA empfand er als katastrophal und nannte die USA seine zweite Heimat. Dieses Interview erregte großes Aufsehen, und Goebbels strengte sogar ein Verfahren gegen Schmeling vor dem Volksgerichtshof an.

    Nach dem Krieg übernahm Schmeling die Vertretung von Coca-Cola. Er hat mehrfach großzügige Spenden gemacht und war immer wieder präsent in der Öffentlichkeit. Schmeling machte zeit seines Lebens nie viel Aufhebens um seine Person. Fast alle Zeitzeugen, die ihn persönlich kannten, beschrieben Schmeling als bodenständig und bescheiden, eine Persönlichkeit ohne Star-Allüren.
     
    beetle und schwedenmann gefällt das.

Diese Seite empfehlen