Medizinische Versorgung in der Antike

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Monika, 8. August 2015.

  1. Monika

    Monika Gesperrt

    Hallo ihr Lieben,:winke:
    ich habe mir mal meine Gedanken gemacht, wie wohl die Bevölkerung im antiken Rom/Römische Reich medizinisch versorgt wurden...

    Soweit ich weiß, hatte sich die Medizin in Griechenland zuerst entwickelt als in Rom und kam erst später mit dem Wunderarzt Peloponnes nach Rom. Er wurde aber aufgrund seiner Begeisterung für das Brennen und Schneiden den Namen "Carnifex" (Fleischmacher) genannt.

    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Cato sogenannte Gerüchte tatsächlich verbreitet hat, das aus Griechenland nur Ärzte kommen, um die Menschen nur Schaden zuzufügen. So wurde der Wunderarzt wieder aus Rom vertrieben.

    Krankheiten wurden mehr mit Magie und Zauberformeln behandelt. Ärzte nahmen gewöhnlich ein hohes Honorar, was sich aber die armen Bürger gar nicht leisten konnten, dies zu bezahlen.

    Wie wurde das überhaupt geregelt wenn jemand sehr krank war?

    Ich stelle mir vor, das die reichen Bürger gewöhnlich das Honorar bezahlt haben, aber was blieb tatsächlich für den ganz armen Bürger übrig? Weil sie arm waren, mussten diese früher sterben? Und wie sah es wirklich aus bei den Gesetzlosen (Diebe, Räuber, etc.) ? Waren diese Menschen sich selbst überlassen, wenn sie krank waren?

    Könnt Ihr mir etwas hierzu bitte sagen? Das würde mich sehr interessieren. Meine Kenntnisse zu dem Thema sind recht schwammig. Ich würde mich über Meinungen von euch sehr freuen.

    Danke schonmal

    Monika
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Der Arzt hieß nicht Peloponnes, sondern war aus der Peloponnes. Er hieß Archagathos.
     
  3. Monika

    Monika Gesperrt

    Danke Ravenik für den Hinweis

    Würdet ihr mir zu diesem Thema das Buch hier empfehlen?

    Michael Viapiano: Die Menschen und ihre Medizin im antiken Rom.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. August 2015
  4. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Hallo Monika,

    zu dem Buch kann ich nichts sagen, vielleicht findest du in diesem GF-Thread das eine oder andere was dir weiter helfen kann:

    http://www.geschichtsforum.de/f28/facharbeit-medizin-im-altertum-31490/

    Ist ne Weile her, da waren, wenn ich mich recht erinnere, auch einige Links drin. Auch weitere Threads hatte mir hier einst eine Zielsuche "Ärzte" bzw. "Medizin" in den betreffenden Foren ausgespuckt.
     
  5. Monika

    Monika Gesperrt

    Danke sehr :)

    Mir ging es hauptsächlich hierbei, wie die ganz armen Bewohner, auch Diebe, Gewaltverbrecher etc.. in Rom medizinische Hilfe zuteil wurden, ob es auch für diese Menschen in den unteren Schichten zugänglich war..
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. August 2015
  6. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Die Lebenserwartung von Armen ist auch heute noch/wieder in der BRD um mehr als 10 Jahre niedriger, als von wohlhabenderen Zeitgenossen, und das gleiche gilt für die durchschnittliche Lebenserwartung eines Afrikaners, als eines Europäers.

    Auch wenn der kurpfuschende Arzt ein beliebtes Thema von Komödien und Satiren ist, war das Niveau der antiken Medizin recht hoch. Dass Ärzte satirisch auf die Schippe genommen wurden, lag eher daran, dass es keine gesetzlich verordneten Richtlinien gab und prinzipiell jeder den Beruf eines Arztes/ Wunderheilers/ Scharlatan ausüben konnte. Bekannte Ärzte wie Hypokrates oder Galen hatten Schüler, und auf Kos befand sich im Askleipionheiligtum das vielleicht erste Krankenhaus Europas mit verschiedenen Spezialisten. Von Kos stammte auch Q. Stertinius Xenophon der Leibarzt des Claudius. Xenophon lehnte ein Salär von mehreren 100.000 Sesterzen aus, weil er mit seiner Privatpraxis mehr verdiente. Erst als Claudius mehr bot und Kos Steuererlässe und Privilegien verlieh willigte er ein. Auch die pharmakologischen Kenntnisse antiker Ärzte waren hoch. Plinius der Ältere erwähnt eine Reihe von Hausmitteln mit teils recht ekligen Ingredienzen. Diese halfen oder auch nicht, da werden Placebo- Effekte auch eine Rolle gespielt haben. Sehr hoch war das Niveau der Chirurgen vor allem in Gladiatorenschulen. Galen von Peramon war Gladiatorenarzt bevor er Leibarzt Marc Aurels und Commodus wurde.

    Ein Allheilmittel war Theriak, das Andromachus der Arzt Neros erfunden haben soll, aber die Wirkung des Opiums, des Hauptbestandteils war wesentlich länger bekannt. Helena mischt Telemachos das Pharmakon Nepenthes in den Trank, das Menelaos aus Ägypten mitbrachte.

    Drogen mit medizinischem Wert wie Opium und Cannabis wurden aus Syrien, dem Libanon und Indien eingeführt, aber auch die Wirkung einheimischer Arzneipflanzen wie Bilsenkraut, Stechapfel, Tollkirsche, der Herbstzeitlose u. a. waren bekannt.

    Bei Krankheiten werden die meisten Menschen wohl eher auf Hausmittel und magische Praktiken gesetzt haben, die halfen- oder auch nicht, bevor sie einen Arzt konsultierten. Die medizinische Versorgung der ärmeren Bevölkerung konnte stark variieren. Viele Krankheiten wurden als Besessenheit von Dämonen betrachtet. Jesus von Nazareths Heilungen werden mehrheitlich als Exorzismen beschrieben. Heilungen von Epileptikern, Fallsüchtigen und Aussetzungen mögen dennoch Erfolg gehabt haben wie auch Bittsteller im Heiligtum von Epidauros, im Askleipion von Kos geheilt wurden. Sueton berichtet das Vespasian einen Kranken heilte.

    Während Schmerzen, Brüche u. a. Gebrechen bekämpft werden konnten, war und blieb Blutverlust und Sepsis ein Problem der Medizin, das erst im 19. Jhd wirksam bekämpft werden konnte.
     
    1 Person gefällt das.
  7. Monika

    Monika Gesperrt

    Abschließend hätte ich gern noch eine Frage bitte.

    Ich habe mir den Link : Medizin im Antiken Rom durchgelesen. Dabei stieß ich auf eine Abkürzung, die ich nicht zu deuten weiß.

    "SORANOS VON EPHESOS gilt als der Gipfel der antiken GYNÄKOLOGIE. Um 100 p.C.n. vereint er alle Erkenntnisse seiner Vorgänger mit den eigenen Erfahrungen über weibliche Hygiene, Säuglingsbehandlung, sowie ein gediegenes Wissen über Frauen*krankheiten".

    In diesem Abschnitt wird die Abkürzung hier erwähnt: Ich denke nicht, dass ich diese mit vor oder nach Christi gleichsetzen kann, oder irre ich mich hier?
    Ich habe mal ins Netz gestöbert und konnte nichts rechtes hierzu finden. Nur das herausgefunden, was den Flugverkehr betrifft (Tragfähigkeit von Flugbetriebsflächen).
    Aber damit es es sicher nichts zu tun...

    Könnte mir jemand bitte diese Abkürzung erklären?
    Vielen Dank schon im voraus

    lg Monika
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. August 2015
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    p. C. n. = post Christum natum = nach Christi Geburt
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Link scheint mir nicht gerade qualitativ. Was soll das heißen, Soranos gilt als der Gipfel? Da scheint mir jemand einfach eine automatische Übersetzung (etwa Google Überetzer) ein wenig geglättet, aber nicht viel Verstand dabei eingesetzt zu haben.

    a.C.n. - ante Christum natum - vor Christi Geburt
    p.C.n. - post Christum natum - nach Christi Geburt
     

Diese Seite empfehlen