Mémorial de Verdun - ein außergewöhnlich sehenswertes Museum

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von collo, 9. August 2019.

  1. collo

    collo Aktives Mitglied

    Zur Zeit toure ich gerade mit meinem Wohnmobil durch Frankreich. Einen Zwischenstopp legten wir bei Verdun ein, genauer gesagt auf dem Schlachtfeld rund um Fort Douamont.

    Neben besagten Fort, dem Beinhaus und die Kapelle von Fleury besuchten wir das Museum im Mémorial. Und ich muss sagen, ich habe noch nie eine so gute historische Dauerausstellung. Natürlich ist es ein französisches Museum, aber es wird eben auch die deutsche Seite beleuchtet.

    Die Multimedia-Segmente sind keine Show, sondern ergänzen die Ausstellung sinnvoll. Nicht nur Augen und Ohren werden angesprochen, z.T. ist der Boden dem matschigen Schlachtfeld nachempfunden und man läuft in den Fußstapfen der Soldaten.

    Selbst mein pubertierender Sohn, der sonst nichts von Museen hält, hat hier zwei Stunden verbracht. Einziger Wermutstropfen, die Sonderschau zu Kriegsgefangenen im I. WK war leider nur auf französisch. Google Übersetzer hilft, aber ist halt mühsam.
     
    Carolus, beetle, hatl und 2 anderen gefällt das.
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Vielen Dank für den interessanten Hinweis und Bericht.

    Eine Anekdote zu Verdun noch am Rande:
    als der am Umsturzversuch des 20. Juli 1944 beteiligte General v. Stülpnagel, der in Paris am 20.7. diverse SD/SS-Einheiten in Paris festnehmen ließ, nach dem gescheiterten Attentat zur Untersuchung nach Berlin geordert wurde, ließ er seinen Fahrer bei Verdun anhalten, stieg dort aus und schoß sich eine Kugel in den Kopf.

    Er überlebte erblindet, wurde vom Volksgerichtshof verurteilt und in Plötzensee hingerichtet.
    Carl Heinrich von Stülpnagel 1886-1944
     
  3. hatl

    hatl Premiummitglied

    Collo,

    vielleicht besucht ihr auch noch Fort Souville und Fort Vaux.
    Insbesondere der ruhige, und nun verträumte, Fußweg nach Fort Souville ist den Spaziergang wert.

    Das nicht mehr vorhandene Dorf Fleury, an das, inmitten einer gnädig zugewachsenen Kraterlandschaft, nurmehr Gedenksteine erinnern, fanden wir sehr beeindruckend.
    Beim Wandern durch diese Landschaften sieht man mit grausigen Erstaunen welche Zerstörungsfähigkeit sich bereits vor gut 100 Jahren entfalten konnte.
    Was sich heute in der Form wunderschöner Gedächtniswälder zeigt, war eine großflächige Mondlandschaft des Bombenhagels in der nichts leben konnte.
    Und wenn man das sieht, dann sieht man auch wie schön ein einiges Europa ist, und wie unfassbar grausam das Gegenteil war.

    Grüße hatl
     
  4. collo

    collo Aktives Mitglied

    Danke für den Tipp, aber wir sind schon wieder weiter gefahren. Ist unser Urlaub und einen Tag wortwörtlich Schlachtenbummler zu sein, reicht. Erst mal Paris und dann die Küste bei Biarritz.

    Der Wald über Fleury ist leider von einem Schädling befallen. Daher war nur der Weg zur Kapelle begehbar. Aber auch das war eindrücklich genug, Einschlagkrater an Einschlagkrater, die Steine zwischendrin, die mal Häuser waren.
     

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