Menschen- und Bürgerrechte

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Moritz2, 12. Juni 2012.

  1. Moritz2

    Moritz2 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    morgen schreibe ich meine 1. Geschichtsklausur im GK, Stufe 10. Unser Lehrer meinte, wir sollten zur Übung noch eine Zusammenfassung und eine Analyse über die Verkündung der Menschen- und Bürgerrechte schreiben (1789). Was haltet ihr hiervon? Wie würdet ihr am besten Zitate in Nr. 2) einbringen?

    Vielen Dank fürs Durchlesen.

    Moritz

    Seite 298, M6 „Menschen- und Bürgerrechte“

    1. Fassen Sie die Quelle zusammen.

    Die Quelle M6 beschäftigt sich mit den Menschen- und Bürgerrechten, die am 26. August 1789 durch die Mitglieder der französischen Nationalversammlung verkündet wurden. Die Menschen- und Bürgerrechte bildeten die spätere Grundlage für die französische Verfassung.

    Ziel der Menschen- Bürgerrechten ist es, die Ansprüche alle Bürger, deren Rechte und Pflichten, auf einfache Grundsätze zu übertragen, um „öffentliche Missstände“ oder die „Verderblichkeit der Regierung“ zu verhindern.
    Der Autor verdeutlicht die Wichtigkeit der besagten Rechte durch Adjektive wie „natürlich“, „unveräußerlich“ oder „geheiligt“ und stellt hiermit unmissverständlich die Unantastbarkeit dieser gegenüber dem Volk dar.

    Die Menschen- und Bürgerrechte beinhalten im Wesentlichen folgendes:
    Alle Menschen sind frei, haben ein Recht auf Eigentum und die Sicherheit, vor Unterdrückung geschützt zu werden, wobei Ausnahmen in jeglicher Hinsicht nur durch den allgemeinen Nutzen gerechtfertigt werden können. Gleiches gilt auch für die Meinungsfreiheit.
    D. h., es ist jedem Menschen erlaubt, alles zu tun, sofern es dem anderen nicht schadet. Des Weiteren dürfen innerhalb Gesellschaft keine Monopole entstehen, die anderen Mitgliedern die Ausübung einer ähnlichen Tätigkeit wie die des Monopols verhindert.

    Zuletzt nimmt der Autor Bezug zu dem Regierungssystem. Demnach darf die Gewalt in jeglicher Hinsicht nur vom Volk bzw. von den gewählten Vertretern ausgehen, weshalb die Herrschaft einer einzelnen Person oder Körperschaft unzulässig ist. Jeder Bürger hat somit das Recht, an den geltenden Gesetzen mitzuarbeiten. Steuern an die Regierung sind gleichmäßig auf die Bevölkerung zu verteilen und passen sich an das Einkommen der einzelnen Mitglieder an.

    2. Analysieren Sie die Quelle.

    Die Quelle M6 beschäftigt sich mit den durch die Nationalversammlung beschlossenen Menschen- und Bürgerrechten und richtet sich an die französische Gesellschaft, mit der Absicht, die neue, für die Verfassung relevanten Grundsätze zu verkünden. Sie stellt das Ergebnis einer langwierigen Debatte und unzähliger Entwürfe und Änderungsanträge dar.

    Der Text lässt sich in zwei Hauptabschnitte strukturieren. Im ersten erläutert der Autor die Notwendigkeit der Menschen- und Bürgerrechte, siehe oben. Daraufhin beschreibt er im zweiten die 17 Grundsätze dieser.

    Zur Ausrufung der Menschen- und Bürgerrechte kam es, nach dem das Volk historisch bedingt in drei Stände einteilen ließ.
    Der 1. Stand stellte unterhalb der Herrschaft von Ludwig XIV. den Klerus dar, der, genauso wie der 2. Stand, der Adel, in der Gesellschaft mit einem nur sehr geringen Prozentsatz vertreten war. Diese beiden Stände besaßen zahlreiche Rechte innerhalb der Gesellschaft. Beispielsweiße waren der Mitglieder nicht dazu verpflichtet Steuern zu bezahlen oder Militärdienst auszuüben.
    Den 3. Stand stellten die übrigen Bürger und Bauern dar, aus denen das Volk zum Großteil bestand. Bürger- und Bauern besaßen keinerlei Rechte, mussten ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren und hohe Steuern zahlen, weshalb es zu einer starken Unzufriedenheit innerhalb der französischen Bevölkerung kam und eine vernünftige, gesellschaftliche Grundlage wie die der beschriebenen Menschen- und Bürgerrechte umso mehr notwendig wurde.
    Die Quelle stellte erste Grundzüge der Demokratie in Frankreich dar und ist vom Gedankengut der Aufklärung geprägt ist. Die beschriebenen Prinzipen lassen sich auf die Französische Revolution selbst zurückführen, die u. a. durch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung angestoßen wurden.

    Die Verkündung der Menschen- und Bürgerrechte stellt 1789 das Ende des Absolutismus dar und führt die Demokratie in Frankreich ein.
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Vieles ist richtig. Mir ist noch aufgefallen, dass Du das Element des "Nationalstaates" nicht ausreichend berücksichtigt hast.

    Die Lösung der Souveränität von Personen und den Nationalstaat als Ausgangspunkt für alles Handeln.

    Die Ausrufung der Bürgerrechte erfolgte 1. weil die sozialen Zustände als nicht gerecht empfunden worden sind. 2. Ähnliches gilt für die wirtschaftlichen und politischen Strukturen. Die Einteilung in die drei Stände war die Voraussetzung für die Ungleichverteilung von Privilegien.

    Die Befreiung der französichen Gesellschaft von den verkrusteten, antiquierten Strukturen des Absolutismus ermöglichte in den folgenden Jahrzehnten (nach 1820) eine umfassende Modernisierung der Französischen Gesellschaft, inklusive eines deutlichen Wirtschaftaufschwungs.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2012
  3. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Grade ökonomisch waren die Stände ineinander nicht homogen. Besonders der dritte Stand bestand aus Menschen aller ökonomischen Schichten, von den ärmsten Tagelöhnern, bis zu Bankiers, Großhändlern und Akademikern. Auch im zweiten Stand gab es große Unterschiede zwischen kleinen Landadeligen (auch wenn es ihnen bei weitem besser ging als den unteren Schichten des 3. Standes) und den hohen Fürsten am Hof des Königs. Ähnlich sah es im Klerus aus. Die ökonomische Situation von kleinen Pfarrern auf dem Land war näher an der der Bauern und Kleinbürger, als an der der (meist adeligen) Bischöfen. Das erklärt auch warum sich Teile des ersten und zweiten Standes (neben den Ideen der Aufklärung) später der Nationalversammlung anschlossen.

    Deinem letzten Satz würde ich so nicht zustimmen. Erst mit der Verfassung wurde "Demokratie" eingeführt, da zur Demokratie (nach moderner Vorstellung) nicht nur Grundrechte, sondern auch freie Wahlen und eine Gewaltenteilung gehört. Die Menchen- und Bürgerrechte waren allerdings ein wichtiger Schritt, wie du auch richtig erwähnst, als Grundlage für eine Verfassung.
     

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