Mittelalter-Kleid, Köln/Bonner Raum, Ende 1100/Anfang 1200

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von jeany4, 6. April 2008.

  1. jeany4

    jeany4 Neues Mitglied

    Hallo Forums-Mitglieder!
    Kann mir jemand weiter helfen? Ich würde mir gern ein Mittelalter-Kleid nähen (lassen), welches zeitlich um 1190 bis ca. 1210 anzusiedeln ist. Diese zeitliche Einordnung stammt aus meiner Vorliebe für die britische Robin Hood-Legende und dem Interesse, was "bei uns" in dieser Zeit war... ;-). Da ich selbst gebürtig aus dem Rheinland stamme, würde ich sehr gern Farbtöne wählen, die man damals im Köln/Bonner Raum trug.
    Ich stelle mir eine Figur vor, die im Bereich Markt-Händlerin, Spielleute o.ä. liegt. Da ich leider noch nicht annähernd genug Ahnung :grübel:vom Mittelalter generell bzw. am Rhein in dieser Zeit habe, würde ich mich sehr freuen, wenn mir jemand Tipps geben könnte!!
    Schon mal ganz lieben Dank und schöne Grüße,
    Christina
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. April 2008
  2. Legat

    Legat Aktives Mitglied

  3. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

  4. templerfrau

    templerfrau Neues Mitglied

    Zu erst musst du dich für eine Darstellung entscheiden. Das heißt soll es ein Kleid für eine einfache Person sein oder lieber etwas, was der Adel getragen hat. Auch was die Farben angeht, kommt es darauf an, was du darstellst.

    Als Farbe war das Krapprot sehr beliebt und das Krapp wurde auch in Eurer Gegend angebaut.

    Wie gesagt, teile mir mit, was du für eine Darstellung haben willst, dann kann ich dir mehr dazu sagen.

    Hier kannst du dich auch etwas schlau machen:
    Gewandung - Mode im Hochmittelalter Gewandformen (1100 - 1230)
     
  5. jeany4

    jeany4 Neues Mitglied

    Ich wäre gerne eine Händlerin auf dem Markt, die Ihre Waren auch selbst herstellt (Kleidung, Kräuter, Spezialitäten o.ä.) oder würde gern zu den Spielleuten (Musik/Tanz) gehören, wobei ich nicht weiß, ob damals schon Frauen bei den Spielleuten dabei waren ;-)
    Ich möchte nicht arm im Sinne der Abhängigkeit von anderen sein, im Adelsstand seh ich mich aber auch nicht so richtig.
    Bei mir sollte aber auch die Fröhlichkeit bei den Mittelalter-Märkten und Festivals erhalten bleiben ... was heißen soll, dass ich gern so historisch korrekt wie möglich für meine Person eingekleidet wäre, aber genauso auch Freude an einem schönen Kleid und viel Spaß an Bewegung (tanzen, toben... ;-)) habe und insofern auch einige Details zugunsten der "Tragefreude" vernachlässigen würde.
     
  6. jeany4

    jeany4 Neues Mitglied

    Fragen über Fragen...

    Über den genannten Forum-Beitrag bin ich per google auf
    euer Geschichtsforum gestoßen, da stehen wirklich einige hilfreiche Tipps!! :)
    Ich befürchte bloß, meine aktuelle Anfrage ist einfach zu speziell, solche konkreten Details sind wahnsinnig schwer zu recherchieren :-(
     
  7. templerfrau

    templerfrau Neues Mitglied

    So schwer ist das nicht.

    Zu deiner ersten Vorstellung: Marketenderin, niedriger Stand: Unterkleid (Unterkleid aus ungebleichtem Leinen); Oberkleid aus Wollestoff: Farben: braun, grau, dunkelgrün,
    Online Galerie

    Zu deiner zweiten Darstellung: Spielleute waren "Ausgestoßene", Personen am Rande der Gesellschaft: Kleidung war aber sehr bunt: Verwendung von Gelbtönen, Rottönen (kräftige Farben), Schnittmuster wäre ein normales Kleid, mit vielen eingesetzten bunten Geren... (damit das Kleid unten schön weit und schwunghaft wird) Dieses Kleid sollte aber nicht neu aussehen, sonder dieses Kleid wird die Trägerin so lange getragen haben, bis es vom Leibe viel....

    Schnitte für Mittelaltergewandung:
    Buchempfehlung: Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen - Grundausstattung
    für die Frau; [FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]64 Seiten; DIN A4; kartoniert/veredelt
    ISBN 3-938922-04-4
    ISBN 978-3-938922-04-0
    19,90 Euro


    Viel Spaß bei der Anfertigung und dem Anfang einer Darstellung.[/FONT]
     
  8. jeany4

    jeany4 Neues Mitglied

     
    Zuletzt bearbeitet: 22. April 2008
    1 Person gefällt das.
  9. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Zwar bin ich nicht die Templerfrau, aber ich denke, daß ich zumindest in groben Zügen darauf antworten kann...

    Ja; diese Trennung in Oberkleid und Unterkleid muß es geben, wenn das Kleid historisch einigermaßen korrekt sein soll.
    Die "Mogelpackung" (bitte das Wort nicht persönlich nehmen, denn so ist es nicht gemeint ;)) mit einem nur durch Abnähungen angedeuteten Unterkleid ist insofern nicht sinnvoll, da das Unterkleid mitunter - bspw. bei Arbeiten im Haus bzw. ähnlichen Bereichen - auch allein getragen wurde (das Oberkleid dann also abgelegt wurde).

    Geren sind keilförmige Stoffteile, welche an den Seiten - im Beinbereich und unter den Armen - eingesetzt werden.
    Daß diese - wie das Kleid selbst - in Gelb, Rot und/oder Grün zu halten sind, hat im konkreten Fall mit dem sozialen Status (Ausgestoßene) zu tun, denn es handelt sich dabei um die sogenannten Schandfarben.
    Hierbei sind folgende Farbtöne wichtig:
    Gelb ist NICHT das Safrangelb/Goldgelb, sondern ein eher "fahles" Gelb!
    Rot ist NICHT das teure Scharlachrot und auch nicht das satte Krapprot, sondern bestenfalls eine billigere Variante des Krapprot!
    Grün ist NICHT das leuchtende Bischofsgrün und auch nicht das satte Dunkelgrün, wie es ehrliche Leute trugen, sondern ein eher "helles" Grün (also ein Grün mit Verwandtschaft zum "schändlichen" Gelb)!

    Der Halsausschnitt ist rund und durch einen Schlitz vergrößert; dieser ist dann entweder senkrecht in der Mitte oder seitlich etwa auf dem Schlüsselbein oder waagerecht auf der Schulter.
    Der Verschluß erfolgt bei einfachen Kleidern durch Bändchen oder Schlaufen...
     

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