Motive zur Entdeckungsfahrt

Dieses Thema im Forum "Die Wikinger" wurde erstellt von PostmodernAtheist, 23. Oktober 2021.

  1. Aus welchem Grund landeten die Wikinger in Amerika? War es reine Abenteuerlust, oder das Bedürfnis nach besserem Land? So eine Seefahrt war ja schon ein großes Unterfangen... mochten die Nordmänner die See? Auch da hab ich schon unterschiedliche Bewertungen gesehen.
     
  2. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Wo starteten sie?
    Grönland.
    Floß da Milch und Honig?
    Nö, war unwirtlicher als Island.

    Da ist schon mal ein Motiv: eine bessere Bleibe als die aktuelle finden.

    Von Berichten über Landsichtung von erfahrenen "Kollegen" zusätzlich "inspiriert", schaute man per Boot nach, ob es westwärts günstigere Gegenden gab.
     
  3. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Ein paar Gedanken von mir dazu und auf der Grundlage:
    https://www.welt.de/geschichte/arti...hatz-trieb-die-Wikinger-bis-nach-Amerika.html

    Die Wikingerzeit war ja laut Wikipedia von 790 – 1070 n.Chr.

    Am Anfang war es - glaube ich - die Neugier.
    Der Mensch sagt man ja auch mitunter ist >neugierig wie eine Ziege<.
    Und wer mal mit Begleitung (allein würde ich abraten!) weit z.B. vor der Küste Norwegens auf offenen Meer in seinen kleinen Boot zum Angeln unterwegs ist, weiß wovon ich hier Rede.

    Da taucht auch immer die Frage auf, wie geht es westwärts weiter?

    Wir wissen es heutzutage wie es weitergeht, aber die Wikinger wussten die es? Ich glaube auch bald das die Wikinger keine Ahnung hatten das die Erde ein Ellipsoid ist.

    Sicher hatten die Wikinger die Shetland-Inseln schon entdeckt, auch die Färörer-Insel und „Am Horizont geht’s weiter“ also sicher auch Island. Man kannte also bei den Wikinger auch schon Island.

    970 wurde ja Eriks Vater Thorvald (Þorvaldur) Asvaldsson) aus Norwegen verbannte, weil er einen Mord begangen hatte. Die Familie wurde nach Island verbannt. Verurteilt dazu wurde er von König Harald Blauzahn.
    Diese Insel war also auch König Harald Blauzahn schon bekannt.
    Sie war von einen schwedischen Wikinger namens Garðarr Svavarsson entdeckt worden und der hatte dieser Insel den Namen gegeben (Garðars Holm – Holm kommt aus der norddeutschen bzw. dänischen Sprache und steht für Insel).
    982 musste dann sein sein Sohn „Erik der Rote“ aus Island fliehen, weil er dort auch einen Mord begangen hatte.
    „Erik der Roten“ hatte nichts mit rote Haare zu tun. Sein Name, weil er Blut an den Händen hatte.

    Er segelte westwärts, ostwärts ging ja nicht. Er hatte ein paar Kumpanen gewonnen die ihm begleiteten, auch solche Abenteurer wie er.
    Und so kamen sie nach Grönland. An der Südspitze stellte er eine bewohnbare Gegend fest. Und bei seinen Erkundungsgängen weitere Gegenden.
    Die „Kleine Eiszeit“ lernte er ja nie kennen. Sie setzte ja erst viel später ein (1275-1300).

    Man sollte sich bei Wikipedia mal durch lesen was alles zur Besiedlung von Grönland steht. Hochinteressant! Alle Menschen kamen zeitweilig aus Alaska und Kanada.
    Also danach muss „Erik der Rote“ auf verlassene siedlungsspuren gestoßen sein die er in Kenntnis der Gegend wo er hergekam nicht dem Osten zuordnen konnte.

    Was für ihn bedeutet: „Am Horizont gehts weiter“.

    Und so glaube ich, so stieß er auf „Vinland“ („Weideland“ und Menschen, die diese Insel wo er herkam kannten, weil sie wussten das ab und zu von ihresgleichen welche dort wohnten.).

    Und was ihn und seine Kumpanen getrieben hatte, sie fanden in diesen Vinland vieles was sie dringend brauchten, z.B. Holz im Überfluss. Dieses Holz hatte Goldwert. Der größte Teil von Labrador besteht ja aus Tundren und Waldtundren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Oktober 2021
    Maglor gefällt das.
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Die Färöer und Island wurden nicht erst von den Wikingern entdeckt.
    Die Entdeckung Grönlands und Amerikas erfolgte jeweils zufällig: Gunnbjörn Úlfsson fuhr eigentlich von Norwegen nach Island, kam aber vom Kurs ab und sichtete Grönland. Erik der Rote konnte darauf aufbauen. Bjarni Herjólfsson fuhr von Island nach Grönland, kam aber vom Kurs ab und sichtete Amerika. Darauf konnte Leif Eriksson aufbauen.
     
    dekumatland gefällt das.
  5. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Sicher spekulativ, aber eben auch nicht auszuschließen, dass Leif Eriksson evtl. auch auf Informationen aufbauen konnte, die sich aus Kontakten zwischen Nordmännern (Grænlendingar – Wikipedia ) und Inuitgruppen der späten Dorset-Kultur ((Skrælingar – Wikipedia ) ergeben haben. Erstere deuteten nach Osten: “Von dort kommen wir ursprünglich“, zweitere wiesen in Richtung Sonnenuntergang. Bereits Erik der Rote soll in der Frühphase der Besiedlung Grönlands ausgedehnte Etkundungsfahrten unternommen haben, u.a. in die Diskobucht – Wikipedia .
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Randweise nur festgehalten: eine Datierung für L'Anse, ca 1021.

    Wikinger in Nordamerika: Tausend Jahre Einsamkeit
    "Tatsächlich stimmen Sagas und Archäologie auch in anderen Punkten überein. So war L’Anse aux Meadows keine Siedlungskolonie. Die Häuser zeigen keine Anzeichen von Ausbesserungen, und Wallace staunt noch immer, wie wenig Abfallgruben gefunden wurden. In den Sagas geht es in Vínland um Erkundungen von Ressourcen, vor allem Bauholz, aber die große Entfernung zu den heimatlichen Siedlungen und offenbar auch Ärger mit den Einheimischen ließen die Nordmänner und -frauen – auch Leifs Schwester Freydís Eiríksdóttir spielt eine große, wenn auch nicht nur rühmliche Rolle – bald nach Grönland heimkehren. Ob L’Anse aux Meadows nun mit Straumfjörð identisch ist oder nicht: Vermutlich handelte es sich um einen Stützpunkt für Erkundungsfahrten in den Süden, wohl in die Region der Flüsse Miramichi und Restigouche, die in der heutigen kanadischen Provinz New Brunswick in den Golf von Sankt Lorenz münden, denn dort wachsen Butternussbäume (Juglans cinerea)."

    Die zugrunde liegende Studie aus der Nature
    Evidence for European presence in the Americas in ad 1021 | Nature
    Dabei wurde eine Sonnen/CO2-Anomalie ausgenutzt, die zuvor bereits auf 993 datiert war.
     
  7. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Hier hätte ich mal einen „Wikinger“.

    upload_2021-10-24_10-49-10.jpeg

    Den findet man in der 2 größten Stadt Norwegens.

    Aber mal in Ernst.
    Es gibt auch Denkmäler über die Zeit der Wikinger.

    Eines der bekanntesten Wikinger- Denkmäler in Norwegen findet man bei der Küstenstadt Stavanger.
    Es wurde 1983 errichtet und erinnert an die Schlacht am Hafrsfjord, im Jahre 872.

    Diese Schlacht ist die entscheidende Schlacht am Anfang des norwegischen Reiches in dessen Ergebnis Harald I. Hårfagre Schönhaar der erste norwegische König wurde. Er regierte so ab 870-933.

    Das Denkmal – ein Brauch der Wikinger – stellt symbolische die 3 Hauptregionen Norwegens den Norden, den Südosten und den Südwesten dar.

    Brauch der Wikinger: Bei den Wikinger war Brauch in Friedenszeiten die Schwerter in den Erdboden zu stecken.

    Es gibt westlich von der Stadt Stavanger noch ein weiteres Denkmal zu dieser Schlacht – der Haraldturm - . Er wurde 1895/1896 errichtet.
     
    Teresa C. gefällt das.
  8. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Die Wikinger haben Island nicht entdeckt. Iro-schottische Mönche waren schon da:
    Nach isländischer Überlieferung waren die Norweger nicht ersten auf der Insel. Die ersten norwegischen Siedler trafen dort iro-schottische Mönche, die dort als Einsiedler lebten. Diese seefahrenden Einsiedler gab es auch auf den Färörern, Orkney und den Hebriden.
    Eine Entdeckung Islands durch die Wikinger gab es schlicht nicht. Es gibt auch keine Sage über die Entdeckung Islands. Die Insel im Westen war als herrenloses Stück Land bekannt und dorthin haben sich scheinbar jene Wikinger zuückgezogen, die mit der Neuordnung Norwegens zum feudalen, christlichen Königreich nicht einverstanden waren. Auf der Insel sammelten sich quasi politische Flüchtlinge. Daher entstand auf Island diese merkwürdige Staatsform ohne König.

    Missonseifer der Grönländer führte zur zufälligen Entdeckung Vinlands:
    Folgt man den insländischen Vinlland-Sagen war die Entdeckung durch Leif Erikson nur ein Versehen. Eigentlich hatte wollte Leif Erikson von Norwegen zurück nach Reisen, um die Grönländer zum Christentum bekehren. Dabei sei er vom Kurs abgekommen und in Vinland gelandet. (Also eine ähnliche Geschichte wie die Entdeckung Grönlands durch den Irrfahrer Gunbjörn Ulfson.) Dass die grönländischen Vinland-Fahrer laut isländischer Folklore Christen waren, wird bei der modernen romantischen Rezeption oft völlig ignoriert.
    Dem Vinland-Fahrer Thorfinn Karlsefnir gelang es in Markland die Kinder einer Ureinwohner-Familie zu entführen und zu taufen. In der Sage von Erik dem Roten gilt diese offensichtliche Zwangstaufe selbstverständlich als gute Tat.

    Luxuswaren aus Gröland:
    Durch Expansion der Araber versiegte der Handel zwischen Europa und Afrika. Europa war von der zuvor von afrikanischen Elfenbein abgeschnitten. Als Ersatz dienten die kleinen Stoßzähne des Walross. Sicherlich war dies einer der wirtschaftlichen Gründe für die Besiedlung der Inseln im Nordatlantik. Zuerst wurden die Walrösser auf Island ausgerottet. Weiter ging die Jagd auf Grönland. Interessanterweise endet die Siedlung auf Grönland im Spätmittelalter ungefähr zu der Zeit, in der die Portugiesen an der westafrikanischen Küste mit den Elfenbeinandel beginnen.
    Ein weiteres Luxusgut, dass es nur in Grönland zu holen gab, waren die Stoßzähne des Narwals, die in Europa als das Horn des sagenhaften Einhorns verkauft wurden.
    Dass die grönländischen Vinland-Fahrer bei den Ureinwohnern Felle gegen bunte Tuche tauschten, ist sogar in einer Sage überliefert. Die Vinland-Fahrer Thorfinn Karlsefni, Helgi und Finnbogi werden in der Sage als Händler beschrieben. Das gilt eigentlich auch für Freydis Eriksdottir, nur verwandelt sie sich schnell zur Raubfahrerin. Der Pelzhandel war auch der Motor der kaum weniger spektakulären Expeditionen der schwedischen Wikinger in Osteuropa. Pelzhandel war jedenfalls ein gutes Geschäft und hat Edelpelzen herrschte dort kein Mangel.
    Zu den begehrtesten Beizvögeln gehörte der Gerfalke. Diese größte Falkenart war der mit Abstand teuerste Vogel und wurde im Mittelalter bis nach Ägypten und in die Mongolei gehandelt. Die Tiere brüten ausschließlich in der Subarktis. Grönland galt als wichtigste Quelle für die edlen Vögel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2021
    Clemens64 gefällt das.

Diese Seite empfehlen