Napoleon und Hitler

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Heflo13, 28. Mai 2006.

  1. Heflo13

    Heflo13 Neues Mitglied

    Hi

    also ich habe in der Schule letzte Woche eine heiße Diskussion mit meinem Lehrer gehabt.
    Es ging um die Frage ob man Napoleon Bonaparte und Adolf Hitler miteinander vergleichen kann.
    Mein Lehrer ist der Ausffassung, dass Napoleons Handeln ( in diesem Fall vorallem seine Kriege und Feldzüge ) nicht so schlimm waren wie die Massenvernichtung von Juden unter dem Hitlerregim in Deutschland oder dessen Kriege da Napoleon ja eine "gute Absicht" hatte, nämlich die Verbreitung des Code civil in Europa.

    Ich hingegen bin der Meinung, dass Kriege alle gleich schlimm sind egal welches Ziel sie verflogen.

    Nun hätte ich gerne eure Meinung zu dem Thema gehört.
    Meint ihr, nur weil Napoleon diesen guten Hintergedanken hatte wären seine Kriege nicht genauso schlimm wie die Hitlers?
     
  2. Siegesknecht

    Siegesknecht Neues Mitglied

    eine lehrerin von mir meinte das hitler und napoleon eine menge gemeinsam haben:

    beide waren klkein und hässlich. hitler hatte ausserdem plattfüße und hatte einen sprachfehler. napoleon war fett.

    die ganze klasse hatte in dieser stunde eine menge zu lachen.
     
  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter


    Was möchtest du nun vergleichen? Die Kriegsführung, hier vielleicht die Strategie oder die Massenvernichtung der Juden?

    Die Massenvernichtung der Juden kannst du nicht mit Napoleonskriegen vergleichen, weil es eine solche Vernichtung in diesen Kriegen nicht gab. Also muss man das ausschliessen aus dem Vergleich.

    Dann musst du die Zeit der Kriege vergleichen und ihren Kontext. Welchern Hintergrund hatte Napoleon und welchen Hitler, was war das Ziel usw.

    Nicht ganz einfach ein solcher Vergleich.
     
  4. Heflo13

    Heflo13 Neues Mitglied

    hi ursi

    nein ich will nicht die Kriegsführung der beiden vergleich sondern mir geht es mehr um die Bewertung der beiden Personnen und ihres Handelns.

    Mein Lehrer sprach da an, dass die Franzosen heute noch sehr stolz auf Napoleon und seine Leistungen sind.Zum Beispiel das sein Leichnahm im Invalidendom in Paris aufgebarrt liegt und Hitler hingegen verachtet und gehasst ist obwohl sie ja im Grunde die selben Mittel verwendet haben um ihre Ziele zu ereichen.
     
  5. Heflo13

    Heflo13 Neues Mitglied

    ja da hat dein Lehrer recht.
    Und meiner Meinung nach haben beide noch mehr gemeinsam:
    Ich halte beide für grössenwahnsinnige Diktatoren.
    Der eine um die Menschenrechte durch Krieg (!) in Europa zu verbreiten und der andere um sein Ideal von Mensch in Europa zu etablieren.
     
  6. hyokkose

    hyokkose Gast

    Dann kannst Du Dir ja die Mühe des Vergleichens sparen. Dann ist jedes Staatsoberhaupt, jeder Regierungschef, der einen Krieg in Kauf nimmt, um seine Ziele zu verfolgen, von vornherein gleich schlimm. Barbarossa, Friedrich der Große, Bismarck, Hitler - alles dasselbe...


    Dann solltest Du aber auch die Ziele vergleichen.
     
  7. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Dann frag dich mal weshalb Hitler verachtet und gehasst wird? Und Napoleon nicht?

    Welche Mittel sind denn die selben?

    Wenn du die Personen bewerten willst, dann musst du die Zeit berücksichtigen, wie sah es bei Napoleon aus? Und wie sah es bei Hitler aus?

    Waren es dann bei Napoleon die gleichen Ziele wie bei Hitler?
     
  8. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das hat nichts mit der Geschichte zu tun.
     
  9. Heflo13

    Heflo13 Neues Mitglied

    mhm mit meiner Verallgemeinerung war ich vielleicht ein wenig voreillig da hast du recht hypkkose

    aber findest du das Napoleon das Recht hat einen Krieg dadurch zu legimitieren, dass er sagt er bringe ja dem Rest Europas Menschenrechte?
    Ich finde es sehr wiedersprüchlich so zu argumentieren:Ich bringe euch Frieden und Menschenrecht allerdings muss ich dieses erst durch Krieg durchsetzten.
    Und während eines Krieges zu dieser Zeit gab es bestimmt keine Menschenrechte . Zudem hat Napoleon ja bereits kurz nach dem Erscheinen des Code Civil eine Paragraphen wieder streichen lassen, so zum Beispiel die Pressefreiheit.
    Ich halte dies für stark heuchlerisch.
    "Wasser predigen und Wein trinken"?
     
  10. Irene

    Irene Neues Mitglied

    Ist für einen Vergleich der beiden Personen aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Psychoanalytiker und auch Historiker halten es für legitim. Man spricht von dem sogenannten "Napoleonsyndrom". Bezieht sich allerdings nicht auf das Aussehen oder Plattfüße, sondern auf die Körpergröße.
     
  11. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Stimmt, Moussolini war auch klein.
     
  12. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Du vermischt mir einfach zuviel:

    - Vergleichen wir die Persönlichkeiten, ihre Biographien, Anatomien, Denkmuster?
    - Wollen wir die Motive der Kriegsführung und ihrer Legitimität vergleichen?
    - Geht es um den Vergleich in der Art der Kriegsführung?
    - Geht es um das Ergebnis?
     
  13. Heflo13

    Heflo13 Neues Mitglied

    Ich denke mal, dass Napoleon nicht so negativ gesehen wird, da von seiner Herrschaft vieles positives an Reformen und Regelungen übrig geblieben ist(z.B. die Gründung der Banque de France, Einführung der Departements, Einführung des einheitlichen Schulsystems und natürlich der Code Civil als Basis der meisten unsere heutigen VErfassungen)
    Dies kann man ja von Hitler freilich nicht sagen.
    Mir fällt jetzt spontan nichts ein was uns positives vom Hitlerregim geblieben ist.
    Zudem sind die Verbrechen (ich meine die systematische Tötung von Juden) Hitlers wesentlich besser dokumentiert und somit errscheinen sie uns so barbarisch.Ich möchte hier in keiner Weise die Handlungen Hitlers Handlungen verteidigen.
    Allerdings würde ich behaupten, dass Napoleon weniger geliebt und verehrt wäre wenn so viele Details über seine Kriege bekannt wären.
     
  14. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Die erscheinen uns nicht nur so barbarsich, die sind barbarisch.

    Aber.... ?
     
  15. Irene

    Irene Neues Mitglied

    Nicht die Dokumentation von Verbrechen, das Verbrechen selbst ist entscheidend.
    Zum Vergleichen dieser beiden Personen würde ich empfehlen, einmal das Buch von Robert Merle "Der Tod ist mein Beruf" zu lesen. Vielleicht haben sich dann für dich schon einige Fragen selbst beantwortet.
     
  16. askan

    askan Neues Mitglied

    dazu eine schöne zeitgenössische britische Karrikatur:
     

    Anhänge:

  17. Heflo13

    Heflo13 Neues Mitglied

    Also mir geht es in erster Linie darum wo die Gründe dafür liegen, dass man heute Napoleon nicht genauso als Verbrecher sieht wie Hitler.
    Dabei muss man dann natürlich verschiedenste Aspekte unter anderem eben auch ihre Motive, die Art der Kriegsführung und die Ergebnisse sehen.

    Danke Askan
    Die Karikatur ist nicht schlecht :D
    Die werd ich meinem Lehrer mal zeigen.
     
  18. Heflo13

    Heflo13 Neues Mitglied

    Also da ich sehe das viele nicht mit meiner Fragestellung einverstanden sind werde ich versuchen sie allgemeiner zu formulieren:
    Sind Kriege weniger schlimm, wenn sie im Namen der Verbreitung von Menschenrechten stattfinden?
    Oder sind nicht alle Kriege gleich schlimm, egal ob aus geo-politischen, persönlichen, finaziellen oder sonstigen Motiven geführt wird ?
     
  19. Taiger11

    Taiger11 Gast

    Das ist eine hoch interessante Frage und eine sehr schwierige obendrein:

    Also meiner Meinung ist ein Krieg zur Durchsetzung von Menschenrechten nicht so schlimm, wie einer der aus reiner Gewinnsucht geführt wird. Ein Krieg für die Menschenrechte kämpft für die Menschenrechte, welche allen Menschen die gleichen Grundbedingungen zum Leben garantieren sollen. Und dennoch ist der Krieg eig. genau das Gegenteil der Ziele der internationalen Menschenrechte. Ein Krieg beschwört immer großes Leid und Kummer herauf. Ganz zu schweigen von den meist erhablichen Schäden der Umwelt, der Wirtschaft, der Geographie und der Politik.

    Die Frage muss lauten ob man sehr viele Menschenleben opfern darf um irgendwo die Menschenrechte durchzusetzen, die nicht überall akzeptiert werden oder gar missachtet werden. Außerdem liefert dieser Grund eine hervoragende Rechtfertigung anderer Interessen von Aggressoren, die sich nicht vordergründig mit den Menschenrechten beschäftigen oder sie soagr selbst missachten (USA).
     
  20. Irene

    Irene Neues Mitglied

    Einen Präventivkrieg oder ein Krieg, um anderen die Menschenrechte und die Demokratie zu bringen, bleibt ein Angriffskrieg. Beides kann man nicht exportieren, es muss in einem Wachstumsprozeß entstehen, nicht nur im Land sondern auch in den Köpfen der Menschen.
     

Diese Seite empfehlen