Nationale Zusammensetzungen der Russisch Kaiserlichen Armee ?

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Papakha, 8. Februar 2020.

  1. Papakha

    Papakha Gast

    Wie sah die Nationale Zusammensetzung der Russisch Kaiserlichen Armee aus vorallem an der Front mit Österreich-Ungarn und Deutschland ? Waren auch nicht-slawen aus dem Kaukasus, Sibirien oder Zentralasien anzutreffen oder war das eher selten ? Und wenn ja gibt es dazu eventuell Zahlen ?
     
  2. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Das wird vom jeweiligen Zeitpunkt abhängen.

    Natürlich waren da auch Nichtslawen dabei, man denke alleine an die baltischen Truppen des Zarenreichs und inwiefern man die Kosacken als "slawisch" charakterisieren kann, ist dann auch noch fraglich. Auch Finnen sind bekanntlich eher keine Slawen.
    Die "Russen" hatten dabei auch kein Problem damit das Kommando ihrer Armeen Teilweise in die Hände von Nichtslawen zu legen, exemplarisch wären etwa Pawel von Rennenkampf oder Thadeus von Sievers zu nennen.

    Die genaue Zusammensetzung wäre wie gesagt eine Frage des Zeitpunktes, da Einheiten ja auch neu aufgestellt, umgegliedert und zwischen den Frontabschnitten verschoben wurden. Gemessen an den Proportionen der jeweiligen Bevölkerungen dürfte der gesamtanteil der nichtslawischen Militärangehörigen insgesammt eher gering gewesen sein.






    Paul von Rennenkampff – Wikipedia
    Thadeus von Sievers – Wikipedia
     
  3. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Auf die napoleonische Epoche bezogen (die hier aber wohl nicht gemeint ist) würde ich das einschränken - hier gab es ein gewisses Misstrauen gegenüber den "deutschen" Offizieren.

    Gruss, muheijo
     
  4. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Naja, trotzdem übertrug man Leuten wie Benningsen und Wittgenstein Kommandos über Teilverbände. Ethnische Russen waren das jetzt nicht unbedingt.
    Misstrauen gegenüber "deutschen" Offizieren gab es auch in der petrinischen Epoche im Gefolge der schweren Niederlage in der Schlacht von Narva schonmal, hat aber nie nachhaltig dazu geführt, diesen Leuten keine Kommandos mehr zu übertragen.
     
  5. Papakha

    Papakha Gast

    Tut mir leid das habe ich total vergessen zu erwähnen. Ich rede allgemein vom 1. Weltkrieg und die Jahre davor
     
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    1. Bei Menning habe ich keine Differenzierung gefunden. Und ist auch kein Thema gewesen im Rahmen der Vielzahl, die die zaristische Armee gehabt hat.

    Menning, Bruce W. (1992): Bayonets before bullets. The Imperial Russian Army; 1861 - 1914. Bloomington: Indiana Univ. Pr

    2. Die geographische Zuordnung stößt in vielerlei Hinsicht auf Probleme. Entscheidend ist die Armeereform von 1910. Sie veränderte die Struktur der Mobilisierung (vgl. Schaubilder S. 224-225).

    Vor 1910 rekrutierten sich die Armeekorps aus den grenznahen Bezirken. Nach der Reform verlagerte sich die Rekrutierung von 128 Btn in die inneren Militärbezirke bis zum Ural bzw. Richtung Kaukasus.

    Der Vorteil war, dass die Armee als innenpolitisches Instrument "überall" zur Verfügung stand und es wurden Rekruten aus ganz Russland herangezogen. Der gravierende Nachteil allerdings war, dass durch die Dislozierung in der "Tiefe des Raumes" ein massives Transportproblem für die zaristische Armee wirksam wurde und sie die Truppen relativ langsam grenznah erst konzentrieren konnte.

    3. Es war eine Tradition in der zaristischen Armee, dass Einheiten -traditionell Regimenter - einen Bezug im Namen zu einer Stadt oder einer Region hatten. Wie das nach 1910 fortgeführt bzw. ob es noch aussagekräftig war, kann ich nicht beurteilen.
     

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