Naturkatastrophen - vom Menschen gemacht?

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von pelzer, 24. Februar 2009.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Nicht nur heute, nein, schon immer beschuldigte man die Menschen schuld an Naturkatastrophen zu sein. Die Natur sozusagen als Instrument Gottes um die Sünder zu bestrafen!

    Bei genauerer Betrachtung fällt mir auf, dass zwar die Menschen an den Naturkatastrophen Schuld(!) sind; aber anders. Ein Beispiel: Vor einem Monat tobte über der Schweiz ein Wintersturm. Windgeschwindigkeit in Böen gut 150km/h, keine Schäden, keine Presse - also nichts Besonderes. Hätte aber der gleiche Sturm in den USA gewütet, wären vermutlich ganze Quartiere „dem Erdboden gleich gemacht worden“. Und die Medien hätten wieder von Naturkatastrophe und Klimakapriolen berichtet. Die Ursache an dem Unheil wäre aber die schlechte Bausubstanz gewesen und nicht der Wind. Zumal solche Windgeschwindigkeiten jedes Jahr auftreten.

    Übernimmt hier die Wissenschaft, gemeinsam mit den Medien, die mittelalterliche Vorstellung der strafenden Hand Gottes? Angst und Bedrohung machen gefügig!


    Gruss Pelzer


    .
     
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  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Es muss nicht immer das veränderte Klima sein. Besiedlung und Verbauung von Flüssen und Meeresküsten zum Beispiel bewirken, dass die Schäden bei einem vergleichbaren Ereignis früher nicht so gravierend waren. Der Tsunami hätte an einer dünn besiedelten Mangrovenküste kaum Folgen gehabt. Die Sentinelesen der Andamanen, über ich hier mal postete, haben das ganz gut überstanden, obwohl ihre Insel danach auf Satellitenbildern völlig verändert erscheint und man zunächst befürchtete, der Stamm wäre ausgelöscht.
    http://www.geschichtsforum.de/f25/die-letzten-total-isolierten-menschen-23720/
    Und ein Hurrikan wie "Katrina" hätte früher höchstens die Alligatoren in den Küstensümpfen betroffen. @Pelzer, du hast recht, solange man in den USA die Vorstadthäuschen nur aus Sperrholz und Pappe baut, wundert mich nix.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2009
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  3. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Aber die Menschen haben doch immer schon bevorzugt an Flüssen und Meeresküsten gesiedelt. Kann nicht einfach sagen: mehr Weltbevölkerung - mehr potentielle Opfer. Oder mehr versichertes Vermögen - höhere Schadensumme...

    Dann hat das alles aber gar nichts mit dem Klima oder dem Wetter zu tun! Im Gegenteil; die höheren Schadensummen würden auf einen prosperierenden Wohlstand hinweisen.


    Gruss Pelzer


    .
     
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Teilweise gebe ich dir Recht. Aber das gegenwärtige Abschmelzen des Polareises mit Anstieg des Meeresspiegels und Häufung von Wetterphänomen sowie der Anstieg von CO2 sind Tatsachen, die niemand leugnen kann. Nur bezweifeln manche, dass der Mensch daran Anteil hat.
     
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  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Die bauen ihre Häuser deshalb nur aus Holz. Das lässt sich schnell reparieren.
    Wer da wohnt, muss sich nicht über Stürme wundern. Das ist da eben so.
    Selber Schuld, sage ich mal.
    Die sehr reichen, bauen sich Villen in Carlifornien, weil das in ist und dann jammern sie über Waldbrände.
    Ich muss auch nicht in den Urlaub fahren, wo ich vieleicht durch eine Schneelawiene getötet werden könnte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2009
  6. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Man sollte um der Klarheit willen unterscheiden zwischen den Naturereignissen selbst und deren Folgen andererseits.

    Bei den Naturereignissen selbst hat es der Mensch noch nicht so recht zur Kenntnis genommen, dass seine Aktivitäten so umfangreich und systematisch sein können, und dass relativ dazu das Volumen der Biosphäre so klein ist, dass die menschengemachten Auswirkung auf die natürlichen Mechanismen durchaus nicht vernachlässigbar sind, sondern einen, z. T. erheblichen, Einfluss ausüben.

    Erschwerend kommt hinzu
    * dass sich natürliche und anthropogene Einflüsse mischen, also nicht immer präzise dem Verursacher zuzuordnen sind.
    * das wir Menschen auf einer zu kurzen Zeitskala denken, um alle Entwicklungen erfassen zu können.
    * dass wir Menschen es seit der Aufklärung gewohnt sind, von einfachen lineare Ursache-Wirkungs-Beziehungen auszugehen, was aber bei realen komplexen Systemen nicht greift.
    * dass die Informationen, die in Umlauf gelangen, nicht vom Streben nach Erkenntnis bestimmt sind, sondern von vielen verschiedenartigen Interessen geprägt und verfälscht werden.
    * dass wir Menschen den Glauben brauchen, "die Guten" zu sein.
     
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  7. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Ursache und Wirkung wurden schon im "Mittelalter" gerne verwechselt. :devil:

    Gruss Pelzer

    .
     
  8. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Wohl nicht.
    So ein Sturm wäre auch in den USA kein wirkliches Thema.

    Die Hurrikane, wo dann wirklich alles platt ist, sind deutlich stärker.

    Stürme der Katrina-Klasse würden auch in Mitteleuropa riesige Schäden anrichten - so viel stabiler sind unsere Häuser dann doch nicht.

    Und das ist dann auch ein Grund, warum die USA eher leicht bauen: Gegen die wirklich schlimmen Stürme hilft die schwere Bauweise ohnehin nicht, also kann man sich auch die Mehrkosten sparen.

    Ansonsten gebe ich Dir aber bei der Bewertung recht.
     
  9. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Das ist hier nicht der Ort, das auszudiskutieren.
    Aber diese klimatischen Veränderungen sind wissenschaftlich durchaus sehr umstritten.
    Genauer: Bei den bisherigen Messungen läßt sich da noch nichts feststellen, es geht in den Prognosemodellen nur darum, was in 50 oder 100 Jahren sein könnte.
     
  10. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

  11. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Hat dieser Satz da etwas zu bedeuten?
    Mir sagt er, das das alles nicht ernst zu nehmen ist.
    Ich meine, wer schreibt denn so einen Zusatz dazu?
     
  12. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Ich denke, es geht nur um das Urheberrecht. Jeder Hinz und Kunz (und Klaus) darf die Graphik veröffentlichen.
     
  13. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Ich kann der Graphik keine Meßdaten zu den angeführten Punkten schmelzendes Polareis / ansteigender Meeresspiegel / Häufung von Wetterphänomenen entnehmen.
     
  14. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Das liegt daran, dass es sich hier lediglich um eine Temperaturmessung handelt.
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Findest du über Google. Im Internet tummeln sich aber auch viele Professoren, die ihre 30 Silberlinge von der Industrie bekommen, die Sache klein zu reden oder menschliche Einflüsse zu leugnen.
     
  16. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi R.A.

    Dem ist eben nicht so. Ich zitiere mal Wikipedia: „Hurrikan Kathrina: In den frühen Morgenstunden des 29. August 2005 … traf er bei Buras-Triumph in Louisiana auf die Südküste der USA. Beim Auftreffen auf das Festland verringerte sich die Windgeschwindigkeit auf 200km/h…“

    „Die höchste Windgeschwindigkeit, die in Deutschland bislang gemessen wurde, lag bei 335 km/h. Sie wurde am 12. Juni 1985 auf der Zugspitze registriert.

    Die höchste Windgeschwindigkeit in der Schweiz wurde während des Orkans Wiebke auf dem Jungfraujoch mit 285 km/h (26/27. Februar 1990) gemessen.“

    Natürlich weiss ich auch, dass die Zugspitze nicht zum Siedlungsgebiet gerechnet werden kann. Aber, es zeigt sich doch eindrücklich, dass solche Windgeschwindigkeiten nicht zu einer Katastrophe führen müssen. Zumal solch hohe Windgeschwindigkeiten in manchen Gegenden der USA häufiger sind, als auf der Zugspitze!

    Und dennoch heisst es nach solch einem Ereignis regelmässig, der (fehlbare) Mensch ist Schuld an den Wetterkapriolen. Und die Obrigkeit reagiert mit Ablass-Forderungen. Wie im Mittelalter! :devil:

    Gruss Pelzer

    .
     
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  17. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

  18. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Noch eine kleine Ergänzung zu den oben verlinkten Graphiken :
    Eine Temperaturerhöhung als Reaktion auf die Erhöhung der CO2-(o.ä.-) Konzentration hat eine Verzögerungszeit - bis zur Einstellung eines neuen Gleichgewichts - von 40 Jahren. Die bisher realisierte Erwärmung entspricht also der CO2-Konzentration von Ende der 60er Jahre. Seitdem ist sie aber exponentiell gestiegen. Man kann leicht abschätzen, dass jetzt - auf Basis der gegenwärtigen CO2-Konzentration - noch etwa 3 Grad Erwärmung "in der Luft liegen".
     
  19. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Waren "Warmzeiten" nicht auch immer gute Zeiten in der Entwicklung der Menschheit?


    Gruss Pelzer

    .
     
  20. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Damit erzählst du nur die halbe Wahrheit. Es gibt auch Professoren die ihre 30 Silberlinge für den anderen Teil der Industrie erhalten.
    Im Grunde genommen ist das "Klimawandel"-Gedöns nichts anderes als der Kampf verschiedener Industriezweige um die Märkte.
     

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