Nscho-tschi

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Ralf.M, 25. November 2021 um 17:20 Uhr.

  1. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Der Tod von Nscho-tschi weckt bei mir so einige Erinnerungen.

    Mit den Sachsen aus Hohenstein-Ernstthal hatten ja die Gewaltigen der DDR so ihre Probleme.
    Er hat ja wohl wie ich bei Wiki lese 70ig Bücher geschrieben.
    Also, wer keine Bücher aus der Zeit vor 1945 hatte, auch keine von Westverwandtschaft bekam (illegal und auch gefährlich) oder sich auch keins von jemanden leihen konnte der weiche hatte, saß auf den Trockenen.
    Karl May war ja kein unbekannter.
    Wir hatten ja zu allem Ärger der Verantwortlichen auch schon in der SBZ, späteren DDR gleich 3 bekannte „Gedenkstätten“.
    Das da sind:

    1. Sein Geburtshaus in Hohenstein-Ernstthal/BL SN.
    2. Das Karl May Museum in Dresden Radebeul und
    3. Sein zeitweiligen Wohnsitz in Zuchthaus Waldheim.
    In Radebeul haben wir ja:
    · Sein Wohnhaus – Villa Shatterhand und
    · im Garten der Villa die Villa Bärenfett.
    Die Straße die zur Villa führt wurde gleich nach dem Krieg von „Karl-May- Straße“ in „Hölderlinstraße“ umbenannt.
    „Villa Shatterhand“ wurde ein Kinderhort und die „Villa „Bärenfett“ kümmerte sich eine Stiftung „Karl May“ ab 1960.
    Die Villa Bärenfett ließ ja die Witwe Klara (Karl Mays zweite Ehefrau) im Garten 1926 für den Wiener Artisten Ernst Tobis bauen.
    Jedenfalls, das Thema Karl May war für die Oberen erledigt, es war kein Thema mehr.
    Wie auch, der Lebenswandel von Karl May, in der Summe 8 Jahre gesiebte Luft, Bücher die von Orten handelten wo er nie war und dann auch noch Lieblingsschriftsteller von A.H.
    Aber für viele Menschen gleich ob jung oder alt war das Thema nicht erledigt.
    Ein neuer Zündstoff entstand, als Karl May Filme im Westfernsehen auftauchten.
    Wenn ich recht informiert bin begann man im Westen 1962 mit dem Film „Der Schatz in Silbersee“. Im ZDF erstmals am 23.03.1974 – Samstag ab 20.15.
    Und ich meine mal, dies veranlasste damals die Verantwortlich der DDR darauf zu reagieren.
    Den DDR Bürger blieb ja nicht verborgen welche Triumpfe man in den Westkinos mit Karl May feierte.
    Karl May war Tabu, aaaabbbeer wir haben ja die Liselotte, die Liselotte Welskopf-Henrich und die hat einen Roman geschrieben der sich „Die Söhne der großen Bärin“ nennt und den nehmen wir.
    in Indianer hatte man in Person des Gojko Mitić aus Jugoslawien und einen Lex Parker – diese erfundene Figur kommt bei und nicht infrage.
    Ich muss schon sagen, wenn es auch in der damaligen Zeit den einen der anderen Witz zu Gojko Mitić gab, aber man war nicht böse dass es auch in der DDR Indianerfilme gab. Und einige gab es schon, aber keine Karl May Filme.
    Das störte nicht, man hatte diese Filme im Westfernsehen. Waren ja dann immer Fernsehsendungen zur Weihnachtszeit.
    Aber nun zu seinen Büchern.
    Die gabs auch nicht. Manches Mal hörte ich, der Westen hat die Verlagsrechte und wir zahlen keine Devisen für den Erwerb der Druckrechte. Das war allerdings in den späten 70iger, Anfang der 80iger.
    Allerdings, so ab 1982 muss da was passiert sein. Auf einmal gab es im Buchhandel als „Bückware“ Karl May Bücher im Original und nur am Schluss mit einen der üblichen Kommentare.
    Ich selbst erwischte einige. Von seinen 70ig Bücher habe ich gerade mal 6 erstanden. Immerhin, ich hatte nun auch Karl May.
     

    Anhänge:

  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ob man ihm Zweiteres vorwerfen kann, weiß ich nicht, und letzteres kann man ihm nun nicht gerade vorwerfen. Es ist ja nicht die Schuld eines Autors, welcher Leser ihn zu seinem Lieblingsautoren auserkiest (auserkoren - auserkiesen?).
    Letztgemachter muss wohl in den 1920ern teilweise in München herumgelaufen sein, wie er sich Old Shatterhand vorstellte.
     
    Ralf.M gefällt das.
  3. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Gojko Mitić (aus dem damaligen Jugoslawien) war ein Wanderer zwischen Ost und West. Sowohl in den westdeutschen Karl-May-Verfilmungen als auch in den ostdeutschen Indianerfilmen spielte er einen Indianer. In den Western aus dem Osten hatte er sogar die Hauptrolle.

    Ich verstehe den obigen Satz nicht so richtig. Gab es in den Verfilmungen eine Figur namens Lex Parker? Sollte das eine Anspielung sein auf den Old Shatterhand, der von dem amerikanischen Schauspieler Lex Barker gespielt wurde?

    Ich habe vor Ewigkeiten (frühe 2000er) eine Ausstellung über die Indianer und Cowboy-Begeisterung in Deutschland gesehen. Angefangen von Buffalo Bill, der auch in Deutschland auftrat, bis hin zu den Western in beiden Teilen Deutschlands. Ich erinnere mich daran, dass kurioserweise sowohl der West- und auch die Ost-Western teilweise zeitgleich in Jugoslawien an den gleichen Orten gedreht worden sind. (Ob es da auch zu Kontakten zwischen beiden Filmteams gab, ist mir aber nicht bekannt.)
     

Diese Seite empfehlen