NSDAP- Wahlen Juli/November 1932

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Marlon24, 2. Mai 2011.

  1. Marlon24

    Marlon24 Gast

    Hallo,

    Betrachtet man die Reichstagswahlen 1932 so fällt auf, dass die NSDAP am 31.7.1932 37,4% der Stimmen erhielt , im November jedoch verlor sie viele Stimmen und kam nur auf 33,1% .

    (weiterschauend 1933 wieder 45%)

    Aber meine Frage:

    Wiso verlor die NSDAP viele Stimmen im November 1932 ?
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    siehe hier:

    Reichstagswahl November 1932 ? Wikipedia
    Zerstörung der Demokratie 1930 - 1932 - Der Untergang der Weimarer Republik

    Die Stimmen verlagerten sich i.e.L. zur DNVP. Ergänzend könnte man auch nach regionalen Studien einen Strategiewechsel der NSDAP anführen:

    - es gab deutlich weniger Veranstaltungen und Krawalle,
    - eine gewisse Wahlmüdigkeit
    - und schließlich auch leere Kassen bei der NSDAP für die Agitation,
    - Irritationen durch Spaltungstendenzen zum linken Flügel der NSDAP
    - und schließlich Irritationen der NS-Wählerschaften dadurch, dass Hitler eine Machtbeteiligung im Juli 1932 offenbar verstreichen lies (dadurch auch innerparteiliche Auseinandersetzungen).

    Wenn etwas Zeit ist, kannst Du zB diese Regionalstudie (ab S. 117) verwerten.
    http://bieson.ub.uni-bielefeld.de/volltexte/2008/1295/pdf/01_Becherer.pdf
     
  3. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Da fallen mir folgende Gründe ein:

    - Geringere Wahlbeteiligung im Bergleich zu den Juliwahlen (wo es der NSdAP gelungen war, Nichtwähler zu gewinnen).

    - Richtungsstreit innerhalb der NSDAP (Hitler gegen Strasser)

    - Aufschwung der anderen rechtsgerichteten Partei (Deutsch-Nationale Volkspartei) unter v. Papen, der viele NSDAP-Wähler für seine gemäßigtere Politik abwerben konnte.
     
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Interessant ist auch der Erdrutsch vom 04.Dezember 1932 in Thüringen. Hier verlor die Partei Hitlers gleich ganz 15%. Die Nazis wurden von 40% auf 25% niedergedrückt.

    Es ist nicht einfach die Ursachen dafür auszumachen, denn die Abgänge der NSDAP verblieben ja zumindest im rechten lagen, während auch die SPD weiter an die KPD Stimmen abgeben musste.

    Hitler hatte sich mit seiner öffentlichen Solidaritätsadresse an die Mörder von Potempa einen Bärendienst erwiesen, denn dieser überaus brutale Mord, war nicht gerade eine Aufforderung die NSDAP zu wählen. Hier der Wortlaut:
    „Meine Kameraden! Angesichts dieses ungeheuerlichen Bluturteils fühle ich mich mit euch in unbegrenzter Treue verbunden. Eure Freiheit ist von diesem Augenblick an eine Frage unserer Ehre, der Kampf gegen eine Regierung, unter der dieses möglich war, unsere Pflicht!" (1)


    Des Weiteren hatte wohl auch die Zusammenarbeit der Berliner NSDAP unter Gauleiter Goebbels mit der KPD beim Streik der Berliner Verkehrsbetriebe einiges an Glaubwürdigkeit gekostet. Man kann nicht auf der einen Seite mit dem Todfeind KPD zusammenarbeiten und auf der anderen sich mit dieser Partei immer wieder blutige Straßenschlachten liefern.


    (1) Mord von Potempa ? Wikipedia
     

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