NSU Kettenrad

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Friesengeist, 15. März 2009.

  1. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Könnte mir jemand erklären was der "nutzen" bzw. Vorteil eines Kettenrades gewesen ist?

    Ganz speziell geht es mir um diese "Einsitzer"
    War ein Motorrad nicht genau so effektiv?

    Bei welchen Einheiten wurden die eingesetzt?

    Kurzum, mich interessieren halt alle Infos die ich da bekommen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. August 2010
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  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Auf osteuropäischen "Straßen" während der "Schlammperiode" war anders wohl kaum ein Durchkommen möglich. Auch bei Schneelagen wird es nützlich gewesen sein, quasi als Motorschlitten eingesetzt.
     
  3. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Es hatte eine deutlich größere Tragfähigkeit und konnte auch als leichte Zugmaschine eingesetzt werden. Die Geländegängigkeit soll auch höher als beim Krad mit Gespann gewesen sein, auch wenn die Geschwindigkeit niedriger war.
     
  4. urvo

    urvo Aktives Mitglied

    Von 1939 stammte die Forderung des Waffenamtes, ein Zugmittel für besondere, kleinere Lasten wie Granatwerfer oder Feldkabel zu entwickeln. Daraufhin entwickelte Dipl. Ing. Heinrich Ernst ein Fahrzeug mit einer motorradähnlich angeordneten Bedieneinrichtung. Die Produktion übernahmen die NSU-Werke in Neckarsulm. Ausgestattet waren die Fahrzeuge mit einem 1,5 l-Opel Olympia-Motor mit 36 PS.
    In Neckarsulm wurden während des Krieges ca. 7500 Stück gebaut, davon 500 Stück als Vorserie ( Null-Serie). wurde ab Juli 1940 ausgeliefert, am 5. Juni 1941 wurde das Fahrzeug offiziell als Sd Kfz 2 eingeführt und bis 1948 produziert.
    Als Abarten wurden das Sd Kfz 2/1 für Feldfernkabel und das Sd Kfz 2/2 für schweres Feldkabel entwickelt.
    Ab 1943 wurden Kettenkräder auch als Lizenzbau bei der Firma Stoewer in Stettin gebaut (ca. 1300 Stück).
    Zusammen wurden während des Krieges ca. 8800 Kettenkräder gebaut. Die höchsten Produktionszahlen wurden 1944 erreicht. Die Angaben zu den Stückzahlen variieren je nach Quelle, selbst in offiziellen Dokumenten und Geschäftsberichten der Firma NSU finden sich unterschiedliche Angaben.
    Das Kettenkrad war nicht gepanzert und trug, anders als andere Wehrmachts-Kräder, keine Bewaffnung.
    Im Museum in Sinsheim befindet sich ein Exemplar mit einem MG 81 Z (=Zwilling) der wohl ein Umbau bei der Truppe war; serienmäßig so ausgeliefert wurde das Kettenkrad nicht.


    http://www.kettenkrad.de/
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kettenkrad
    Bücher: Bücher über das NSU Kettenkrad
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/kettenkrad-R.htm
    http://www.ipms.at/index.php?option=com_content&task=view&id=321&Itemid=44
     
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  5. Legat

    Legat Aktives Mitglied

  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ohne Umbau auf Zweisitzer bestimmt nicht, schließlich gehört bei einer solchen "Potenzprothese" auch noch eine Mieze auf den Sozius. :D
     
  7. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Also auf einigen YouTube-Videos erkenne ich, dass hinten zwei Leute gegen die Fahrtrichtung bequem sitzen können :D
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Sooo eine Sitzposition der Sozia passt aber nicht zum oben genannten Anliegen.
     
  9. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Dann könnte man sogar mit zwei Miezen aufkreuzen. Das würde sogar die niedrige Geschwindigkeit wettmachen. :D
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Das "Ding" war ursprünglich als Zugmaschine für das Fallschirmjäger-Leichtgeschütz geplant.
    In Russland hat es sich dann derart bewährt, dass verhältnismäßig "riesige" Stückzahlen gebaut wurden.

    Aus den Problemen der russ. Schlammperioden Herbst und Frühjahr heraus entstanden weitere skurrile Geräte:
    und die Porsche Konkurrenz-Entwicklung
    ähnlich wie der Elefant ein absoluter Bauklatscher

    dann die Maultiere, LKW´s mit einem Kettenlaufwerk hinten
    die man aber nicht mit den Halbkettenfahrzeugen der Wehrmacht verwechseln darf.

    Es gab eine Vorschrift, die Maultiere nur während der Schlammperioden zu verwenden, um sie für ihren Einsatzzweck zu schonen, was aber, da die Transportkapazität sowieso immer zu gering war, nicht eingehalten werden konnte.

    Vielleicht sollte man hier anmerken, dass eines der großen Beiwagenkräder deutlich teurer war, als zB ein VW-Kübel, aus diesem Grund wurden die Kradschützen dann auch auf den umgerüstet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. März 2009
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Der damalige NSU-"Betriebsführer" Falkenhayn (Sohn des Generals), ein weitbekannter Schürzenjäger, insbesondere die Schönheiten von Film und Bühne sollen es ihm angetan haben, ließ sich bevorzugt am Lenker des Kettenkrades abbilden.

    Ein gewisser "Sexappeal" ist dem Ding wohl nicht abzusprechen.
     
  12. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Es gibt sogar eine "sechsitzer" Ausführung.

    Mir geht es aber gerade um diese Einsitzer.
    Die Verwendung als Zugmaschine leuchtet mir noch ein.
    Eine Verwendung nur wegen der Geländegängigkeit, leuchtet mir als Einsitzer eben nicht ein. Da hätte es doch bestimmt mehr Sinn gemacht wenn ich mit einer Tour gleich sieben Soldaten von A nach B bringe.

    Und war das Kettenrad wirklich so geländegängig?
    Ich könnte mir vorstellen das dies Vorderrad im tiefen Morast auch nicht ganz "problemfrei" blieb.
     
  13. Robe

    Robe Gesperrt

    So wie es wie zu erkennen ist. Ist eventuell nicht so viel Gewicht auf dem Vorderrad. Da der Motor und der Rest auf die Ketten ist. Das Lenken war vielleicht gewöhnungsbedürtig. So ein Schlamigen Hang kommt auch nicht jedes Gefährt hoch. Und da ist das ding doch ein guter Schlepper.
     
  14. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Die Idee mit dem Kettenantrieb am Motorrad wurde auch andernorts (und später) versucht. Ein durchaus erfolgreichers Modell war der "Moto Guzzi 3x3 mulo meccanico" in Italien... :grübel:


    Gruss Pelzer

    .
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Dem Kettenkrad werden von den alten "Rußlandkriegern" geradezu sagenhafte Eigenschaften nachgesagt.

    Die Lenkung, siehe Wiki
    erscheint mir auch stimmig.

    Zu erwähnen wäre noch, dass in Deutschland sehr grosse Erfahrungen mit Halbketten-Fahrzeugen vorhanden war.
    Das hat schon Hand und Fuss gehabt.

    Ach so, das waren keine Einsitzer, die Geschützbedienung war da immer drauf vorgesehen. Also Dreisitzer.
     
  16. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Das mag stimmen, aber die französischen Autochenilles hatten bei Halbkettenfahrzeugen einen grossen technischen Vorsprung. Und die Autochenilles P15-N hatten bereits ab 1928 Gummiketten. Sie waren damit leiser, schneller und die Ketten wesentlich standfester...


    Gruss Pelzer


    (ich hab jetzt grad keine Zeit für mehr Infos, aber bei Bedarf kann ich später mehr sagen.)
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Der erste ernsthafte Versuch in der Richtung wurde von Franzosen im 1.WK gemacht.
    Sinnigerweise ein einspuriges Motorrad mit 2 Hinterrädern um die eine Kette gelegt war.
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Natürlich

    niemals ist eine Entwicklung auf ein Land beschränkt.
    Aber die Halbketten-Fahrzeuge der Wehrmacht dem Ami Half-Truck in allen Belangen überlegen.
     
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  19. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Für die Freunde skurriler Fahrzeuge.

    die Austro Daimler Motorkarette hat die Wehrmacht aus dem Österreichischen Bundesheer geerbt und war vor Leningrad auch eingesetzt.
     
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  20. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Da bin ich wohl einer optischen Täuschung erlegen. :autsch:

    ***TerminbeiFielmannbesorg***
     

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