Operation Edelweiß ohne Alpinisti

62-64-78

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Im Zuge der Führerweisung Nr. 45 vom 23.07.1942 ordnete Hitler die Aufspaltung der Heersgruppe Süd in die Herresgruppe A (Ziel Kaukasus Deckname Edelweiß) und die Herresgruppe B (Ziel Stalingrad Deckname Fischreiher) an. Ungeachtet aller berechtigten Kritik an der Aufsplitterung dieser Kräfte interssiert mich ein Detail.

In der Weisung ist bezüglich der Herresgruppe A ausdrücklich die Zusammenfassung aller Jäger- und Gebirgsdivisionen erwähnt um das Kaukasusgelände anzugreifen. Bezüglich der am besten von allen für das Hochgebirge ausgerüsteten und ausgebildeten Truppe, dem italienischen Alpinikorps hieß es dagegen lapidar: mit einer späteren Zuführung kann die Heeresgruppe rechnen.

Das Korps wurde dann weiter der 8. italienischen Armee unterstellt um die Hügel von Stalingrad anzugreifen.


Mich würde interessieren, warum die Alpinisti dann doch bei der Heeresgruppe B verblieben sind, obwohl die Kämpfe im Hochgebirge des Kaukasus längst begonnen hatten bevor die Durchbrüche bei der italienischen Armee im November 1942 erfolgten.
 
Mich würde interessieren, warum die Alpinisti dann doch bei der Heeresgruppe B verblieben sind, obwohl die Kämpfe im Hochgebirge des Kaukasus längst begonnen hatten bevor die Durchbrüche bei der italienischen Armee im November 1942 erfolgten.


Dazu suche ich noch; eine Erklärung könnte in dem angeordneten "geschlossen-armeeweisen" Einsatz der verbündeten Truppen liegen.


Ein kleine Korrektur: als die 6. Armee über die Don-Wolga-Landbrücke auf Stalingrad vorstieß, hatte sich die Front von Woronesch bis Stalingrad entlang des Don entwickelt. Dabei blieben mehrere sowjetische Brückenköpfe erhalten, insbesondere an der Choper-Mündung und bei Serafimowitsch kam es im August/September zu schweren Kämpfen.

Direkt neben die 6. Armee wurde an dieser Donfront zunächst im August 1942 die italienische Armee eingezogen, durchmischt mit deutschen Verbänden.

Mit dem Eintreffen der Rumänen Anfang Oktober rückten die Italiener weiter nach Westen (am Don entlang), die Rumänen übernahmen die kritischen Stellen gegenüber den sowjetischen Brückenköpfen. Dort begann dann November 1942 die Kesselschlacht Stalingrad.

Die Italienische Armee ist insoweit involviert, als in ihrem Abschnitt im Dezember 1942 am Don/Tschir eine weitere sowjetische Offensie losbrach, die schnell die Versorgungsflugplätze für Stalingrad erreichte und zum Abbruch der Entsatzoffensive von Manstein führte.
 
Die Besprechungen zwischen CS und OKW datieren vom 27.1.1942, damals wurde bereits der geschlossen-armeeweise Einsatz der Italiener (schnelles Korps, Armeekorps, Alpini-Korps) unter einem eigenen Armeeoberkommando zugesagt. Eine Trennung ist mE nie erwogen worden.

Wegen der bekannten ungarisch-rumänischen Streitigkeiten war dazu ergänzend im April 1942, wie schon auch 1941 von deutscher Seite befohlen worden, dass italienische Truppen zwischen ungarische und rumänsiche eingeschoben werden sollen (OKW-Weisung vom 5.4.42, nach Schwatlo-Gesterding, Probleme der Naht)

Somit kam es zur Aufstellung der HG B von West nach Südost (Stalingrad):
dt. 2. Armee -- ungar. 2. Armee -- ital. 8. Armee -- rumän. 3. Armee -- dt. 6. Armee/Teile 4. PzArmee --rumän. 4. Armee.


Förster, Stalingrad - Risse im Bündniss 1942/43, MGFA-Einzelschriften Bd. 16.
 
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