Organisation der Arisierung im dritten Reich

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von doktorfreeze, 25. Januar 2011.

  1. doktorfreeze

    doktorfreeze Neues Mitglied

    Genau das habe ich getan, anders ist das meiner Meinung auch gar nicht möglich. Der Bericht den Repo gepostet hat zeigt das eigentlich ganz gut, habe aber auch noch viele andere.
    Ich benötige die Informationen auch nicht für einen historisch belegbaren Aufsatz, sondern für eine fiktive Geschichte in einem historischen Rahmen. Ein "so könnte es gewesen sein" ist also wichtiger als ein "so war es".

    Außerdem schreibe ich es doch ähnlich wie du, wenn du sagst das viele Deutschen die Nürnberger Prozesse als falsch empfanden
    ABER: Das in vielen (sicher nicht in allen, vielleicht nichtmal in den meißten) Fällen Gier eine große Rolle gespielt und das "wegsehen" begünstigt hat, ist glaub ich schwer von der Hand zu weißen, zumal die Arisierung wichtig für die "Verbrüderung" des Volkes mit der herrschenden Gesellschaft war.
     
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  2. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Ein interessantes Projekt. Aber bei einem historischen Roman über ein so sensibles Thema, "schlagen Dir die Rezensenten die Beine weg", wenn Du historische Fehler machst (ich habe schon Romane historisch lektoriert und bei einem einen falschen "SS-Dienstgrad" übersehen und prompt...).

    "...Arisierung wichtig für die "Verbrüderung" des Volkes mit der herrschenden Gesellschaft war..."

    Ja, vollkommen korrekt, Fraternisierung mit dem Staat und der Partei ist vllt. etwas euphemistisch formuliert, mir fiele eher das Wort "Komplizenhaftigkeit" ein. Während bei der "Arisierung" von Firmen, Grundstücken und Wertpapieren eine gewisse Anonymität herrschte (Verträge vor Notaren etc.), war die "Arisierung" von z.B. Kunst und Mobilien w.z.B. Musikinstrumenten, Möbeln usw. von brutaler Gier geprägt, die auch nicht den "Schleier" einer "juristischen Anonymität" hatten, sondern ganz direkt war. Hier wurden die Menschen ganz direkt Komplizen eines verbrecherischen Regimes und glaub mir, die wußten, daß sie Unrecht taten und sich tief verstrickten.

    M.

    P.S.: Noch etwas zur Klarstellung, ich finde nicht die Nürnberger Urteile als falsch, sondern nur die Vollstreckung der Todesstrafe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2011
  3. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das ist leider wahr, und die Details verstören mich immer mal aufs neue.


    Was hier dann aber auch angemerkt gehört:

    Ich hatte lange den Großneffen eines Nobelpreisträgers zum väterlichen Freund. Überlebt in Deutschland!
    Einen Filmtheaterbesitzer kannte ich, "1/2 Jude" er und seine Mutter "Volljüdin" haben in Deutschland überlebt.
    Während meiner Ausbildung hatte ich ein paar Monate einen Vorgesetzten "Halbjude" überlebt in Deutschland.
    Ich könnte noch ein paar Personen anführen.
    Vielleicht interessiert es am Rande, im Umfeld des Fussballklub Stuttgarter Kickers haben etliche überlebt. Gab es ein richtiges Netzwerk zur Menschenrettung.

    Alle genannten, und viele ungenannten, überlebten, weil sich Menschen ohne viel trara zu machen, insbesondere nicht hinterher, für sie im stillen eingesetzt haben, sich selbst in Gefahr gebracht haben usw. usf.
    Es gab die Schindlers auch nicht so selten.

    Was einem dann wieder Hoffnung macht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2011
  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter


    Dazu kann ich folgende Literatur empfehlen:

    Wolfgang Benz (Hrsg.): Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer. DTV 2006

    Lexikon der Gerechten unter den Völkern. Deutsche und Österreicher
    Wallstein Verlag und Yad Vashem

    Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern. DTV 1992


    Wer mal nach Berlin geht sollte unbedingt die Gedenkstätte "Stille Helden" und das Museum der Blindenwerkstatt von Otto Weidt besuchen.

    Gedenkstätte Stille Helden

    Blindenwerkstatt Otto Weidt
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2011
  5. doktorfreeze

    doktorfreeze Neues Mitglied

    Oh man, muss gerade eine Pause vom lesen machen: Wolfgang Mönninghoff "Enteignung der Juden" vor allem das Kapitel über den Umgang der frühen BRD mit den "Wiedergutmachungen" treibt mich in die Verzweiflung...
     
  6. beetle

    beetle Aktives Mitglied

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  7. beetle

    beetle Aktives Mitglied

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  10. beetle

    beetle Aktives Mitglied

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