Panzerturm

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Nergal, 2. Juli 2010.

  1. Nergal

    Nergal Aktives Mitglied

    Gibt es, oder besser, gab es je einen Panzer dessen Turm bzw. dessen Aufbau so beschaffen war wie der von Schlachtschiffen, also ohne Verbindung und Halt nur durch das Eigengewicht?


    Die Frage ist mir eingefallen als ich über den P1000 Ratte nachdachte und mich fragte wie die den Turm -ein Tirpitz-Drillingturm als Zwillingsturm- befestigt hätten (Ja wie hätten sie das wohl gemacht?)
     
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  2. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Moin

    Soviel ich weiß, haben die Türme zumindest der mittleren und schweren Panzer, keine extra Halterung/Verbindung zur Wanne. Sie werden über den Zahnkranz der Wanne gesetzt und halten durch ihr Eigengewicht.

    Während meiner Bundeswehrzeit war ich Leo-Fahrer und kann mich noch gut daran erinnern, dass ich bei einer Geländefahrt zu hart in eine Senke gerauscht bin. Dabei wurde der Turm aus dem Zahnkranz gehoben und musste bei der Instandsetzung neu eingesetzt werden. :rotwerd:

    Wie das bei leichteren Pz-Türmen ausschaut weiß ich leider nicht.

    Gruß
    Andreas
     
  3. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Der Geschützaufbau auf einem Schlachtschiff für die schwere Artillerie besteht nicht nur aus dem Turm. Im Gegenteil, der Turm ist nur ein geringer Teil und stellt letzlich nur die Schutzhülle dar.

    Zum Verständnis hole ich ein wenig in der Entwicklung aus. Die ersten Panzertürme ca. 1860iger Jahren waren ein Komplett geschlossener Turm, der auf einem Drehmechanismus aufgesetzt wurde und indem die Geschütze eingebaut waren. Dieses Fundament war meist auch in dem Entsprechenden Deck installiert. Gedreht wurde anfangs Mechanisch später Hydraulisch.
    Der klassische Geschützturm nach Ericsson oder Coles wurde vornehmlich auf den Monitoren, also niederbordigen Panzerschiffen genutzt. Grund hierfür war das hohe Toppgewicht des Turmes und damit verbunden die Erhöhung des Stabilitätspunktes.

    In Frankreich entwickelte man ein anderes System. Hier waren die Geschütze und Lafette nur mit dem Drehmechanismus verbunden. Dabei waren die Geschütze meist ein Deck tiefer eingelassen, so dass Sie wärend des Ladevorgangs hinter einer Brustwehr versenkt geschützt waren. Zum Schießen wurde die Geschütze über die Brustwehr gehoben. Im Drehmechanismus waren auch schon recht früh Munitionsaufzüge installiert. Das ganze Gebilde nannte Barbette.
    Ab den 1880iger Jahren begann amn nun auch die Geschütze mit Panzerkuppeln zu schützen, anfänglich mit dünnen Blech als Splitterschutz, später mit immer dickeren Panzerplatten um auch gegen den Beschuß schwerer Granaten stand zu halten.

    Die Turmaufstellung wurde noch von den US-Amerikanern auf deren Linienschiffe Mitte der 1890iger gewählt, als die meisten Marinen, vor allem die britische, zum Barbette-Geschützaufbau übergegangen waren.

    Ab ca. Anfang des 20.Jh. wurden die Barbettenunterbauten immer massiver durch die Munitionszufuhr und der ganzen Hydraulik und Elektrik. Das Fundament saß direkt auf dem Kiel und der Turm reichte durch das ganze Schiff, bis zur Laffetenscheibe und den Geschützen. Wenn dies auf einem Neubau eingebaut worden war, wurden zum Schluß die Panzerplaten des Turmes aufgebaut. So eine Turmanlage wog mehrere 1.000t und hatte meist eine Höche von mehr als 15m.

    Wie man das auf einen Panzer installieren wollte ist mir schleierhaft. Aber Achtung, es war kein Tirpitz Drillingsturm, sondern der 28iger Drilling der Deutschland- und Scharnhorst-Klasse. Die Tirpitz hatte 38iger Zwillingstürme!

    Hier ein Link zum Thema Turmumbau, allerdings z.B. für den Einsatz in einer Landbatterie:
    Die Legende der Gneisenau lebt weiter - NORWEGEN - Erfahren Sie hier was aus dem Schlachtschiff GNEISENAU im speziellen den Artillerie Geschützen Turm-A, Turm-B, Turm-C und verschiedenen kleineren Zwillingstürmen geworden ist. Besichtigen Sie die "Fr

    Was noch zu sagen wäre, daß der 28iger Drillingsturm nach einer Prüfung der Marine-Konstruktionsabteilung auch durch einen 38iger Zwillingsturm ersetzt werden konnte. Mit ein bei leichten Änderungen am Fundament war es möglich den Schacht der Barbette auch für den 38iger zu nutzen. Der Umbau auf der Gneisenau kam aber nie zustande.
     
  4. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Wenn bei einem T-34 nach einem Treffer die Munition explodierte, flog der Turm in einem Stück heraus. Die waren auch nur eingesetzt.

    Beim Wrack der Bismark liegen die Türme übrigens auch abseits des Rumpfes und sind anscheinend während des Sinkens abgefallen.
     
  5. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Richtig, aber die Türme sind mit der Barbette verbunden, nicht mit den Lafetten und die Barbette sitzt wiederum nur durch ihr Eigengewicht auf der Drehvorrichtung und dem Fundament.
     
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  6. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Moin

    bei einer Explosion der Munition würde aber auch ein Turm mit (wie auch immer gestalteter) Halterung "abheben"! ;)

    Grüße
    Andreas
     
  7. mhorgran

    mhorgran Gesperrt

    Laut "Der Panzer" von A.S. Antonow, B.A.Artamonow, B.M.Korobkow, E.I.Magidowitsch - Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung Berlin 1959 darf man davon ausgehen das die sow. Panzertürme der damaligen Zeit über Widerlager zur Halterung verfügten.
     

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