Pinguine verheizen

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von pelzer, 4. Februar 2009.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Im Zusammenhang mit der Gewinnung von Tran habe ich nun schon ein paar mal gelesen, dass in den Walfangstationen im Südatlantik Pinguine verheizt worden seien. Dies um Kohle und Holz zu sparen. Die Tiere kamen komplett in den Ofen und sollen mehr recht als schlecht gebrannt haben...:grübel:

    Was glaubt ihr; ist an diesen Erzählungen was dran?
    Sind Pinguine so fett, dass sie als Brennstoff dienen können?



    Gruss Pelzer


    (Wenn ich nicht schon bis anhin keine Pinguine gegessen hätte, täte ich jetzt damit aufhören!)
    .
     
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  2. Saint-Simone

    Saint-Simone Aktives Mitglied

    Ohne Pinguin-expertin zu sein, könnte ich mir schon vorstellen, daß an so einem Pinguin der in kalten Breiten lebt, einiges an Fett dran ist, daß man verbrennen könnte. Ähnlich wie Talgkerzen oder auch Fischöl? Es könnte also durchaus sein, daß jemand auf die Idee gekommen ist Pinguine zu verheizen wo anderes Brennmaterial knapp ist, aber...äh, ich möcht' das ehrlich gesagt nicht empirisch austesten ob's auch wirklich geht. :S

    OT: 'Penguin' ist in England unter anderem eine Art Keks, also steht dem Pinguin-Verzehr da nichts im Weg ;)

    Gruß, Simone
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das kommt auf die Jahreszeit an. Nach der Brut sind sie halbverhungert. Prinzipiell geht es, man hat sie bis in das 20. Jahrhundert hinein scharenweise lebend in den Trankessel getrieben.
     
  4. Brushian

    Brushian Gast

    Wäre lustig wenn es so etwas wie eine Heizwerttabelle für die verschiedenen Pinguinarten gäbe.
    Das habe ich jetzt zum ersten mal gehört, hört sich genauso fies wie menschlich an, so etwas mit den armen Tieren zu machen.
    Hat man das auch mit anderen Geschöpfen gemacht?
     
  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Bei Sturmvogelküken im südlichen Polargebiet. Die sind so fett, Kopf abreißen, Docht in den Körper - Lampe fertig. Das klingt wie Seemannsgarn, ist aber wahr.
     
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  6. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Viele Antarktis-Überwinterer und Seefahrer ums Kap Hoorn brauchten Öl zum Heizen um die Kohlevorräte zu schonen. Wenn keine Seerobben oder anderes fetthaltiges Getier da war wurden auch Pinguine verheizt.
    Frag dich mal, warum es keine Nordhalbkugel-Pinguine mehr gibt.
     
  7. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Das soll der Grund sein? Das kann ich jetzt aber schier nicht glauben!:confused:
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    @hurvi hat recht. Einst im ganzen Nordatlantik verbreitet, wurden sie zu -zigtausenden geknüppelt und zu Tran verkocht. Als sie dann schon extrem selten waren, besorgten Museen und Sammler den Rest. Das letzte Paar wurde 1844 auf einer kleinen Insel bei Island getötet. Es ist übrigens der Wappenvogel des Zoologischen Museums Kopenhagen, die wohl noch ca. 20 ausgestopfte Exemplare im Inventar haben.
    How to report a ringed bird
    Siehe oben links...
    Mit den Pinguinen war er nicht verwandt, konnte aber auch nicht fliegen.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 4. Februar 2009
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  9. Arne

    Arne Premiummitglied

    Pinguine zum Heizen, Vögel als Kerzen, Pinguine in der Arktis.

    3 Neuigkeiten, wo mich jede allein schon fast vom Stuhl haut. :nono:

    Danke, danke für diesen Lernwert in einem einzigen Thread!
    :winke:
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Die Pinguine als Brennmaterial für Dampfer habe ich aber auch schon gelesen.
    Vom Rest keinen Schimmer.
     
  11. Guntbot

    Guntbot Gast

    ist ja quasi eine alternative(nachwachsende)Energiequelle :still:
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das waren keine Pinguine, sondern gänsegroße flugunfähige Alke (Möwenverwandte). Ähnlich den nur gut taubengroßen flugfähigen Tordalken und Lummen von den nordischen Vogelfelsen. So etwas nennt man Konvergenz.
    Unten 2 Tordalken.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 4. Februar 2009
  13. Brushian

    Brushian Gast

  14. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Ich habe mal versucht zu errechnen, wie viel Brennwert so ein Pinguin eigentlich hat. Nehmen wir mal an, dass sein Brennwert so um etwa 3 bis 4
    kWh/kg liegt, also etwas besser als Hausmüll oder feuchte Holzschnitzeln. Den Wert müssen wir aber wegen der durch den Wasserdampfes freiwerdende Energie um etwa 25% reduzieren. Somit würde ein mittlerer Pinguin doch etwa 40 bis 60kWh Heizleistung bringen. Das entspricht ungefähr 4 bis 6 Liter Heizöl, resp. 4 bis 6 Euro.

    Heiz-Pinguine (statt Hunde?); vielleicht ein Ausweg aus der künftigen Energiekriese. Zumal sich die Golfstaaten für den Anbau von Pinguinen ausgesprochen schlecht eignen…:devil:



    Gruss Pelzer

    .
     
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  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Makaber: Ein Pinguin etwa 5-8 kg, 2/3 Brennwert.
     
  16. Brushian

    Brushian Gast

    Überlegenswert.
    So eine andere Art von "Hackschnitzelheizung" wäre schon mal erstaunlich, mal abwarten was die Politik dazu sagt, die entscheidet ja.
    :)
     
  17. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Das ihr euch in diesem Thread so auslassen könnt. :nono:

    Ist noch gar nicht so lange her, da war dies Forum auch von Pinguinen überlaufen. Erinnert ihr euch noch?

    Wenn man sich das mal richtig überlegt, sind die auch verheizt worden :weinen:
     
  18. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das ist es ja gerade. @hurvi, hat mich angekitzelt. Übrigens, entgegen Wiki, gab es den Riesenalk in der Ostsee nie.
     
  19. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Bei Igor Akimuschkins "Vom Aussterben bedroht", Brockhaus Leipzig 1972 ist der letzte Riesenalk der Ostsee in der Kieler Bucht 1790 erschlagen worden.
     
  20. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Diese Angabe ist längst gelöscht, es gibt keinen Beleg. Der "Nachweis" gilt als unglaubwürdig. Und wenn, dann war es ein Irrgast. Wobei ich das Buch von Akimuschkin, das ich kenne, prinzipiell als sehr gut schätze.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2009

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