Plaggendüngung am Niederrhein

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Galgenpapst, 1. Juni 2009.

  1. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

    Hallo GF-Nutzer,

    es scheint so, als ob es aktuell einen ersten (?) geologischen Beleg für die Düngung mit Plaggen am Niederrhein gibt; zum allgemeinen Phänomen s. u.

    Hat sich schon jemand mit dem Plaggenhieb aus historischer und/oder archäologischer Seite beschäftigt und kann mit Tipps dienen.

    Auch für weitere Belege vom Niederrhein wäre ich sehr dankbar.

    lg Galgenpapst


    Plaggendüngung aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

    Als Plaggendüngung oder Plaggenhieb bezeichnet man eine Form der Düngung von Ackerland, die Plaggenwirtschaft ist eine historische Form der Bewirtschaftung von Böden zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Bei Plaggen handelt es sich um mineralbodenhaltige Gras- oder Heidesoden, die außerhalb der Ackerflächen gewonnen, als Einstreu im Stall genutzt, anschließend verkompostiert und schließlich auf die landwirtschaftslichen Böden ausgebracht wurden.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Juni 2009
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  2. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Habe null Ahnung, aber einen Hinweis auf Krefeld gefunden, den Du aber sicher schon kennst: Cause, Condition, Concession ... - Google Buchsuche
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Speziell zu NRW ist mir nichts bekannt und eigentlich weiß ich auch nicht mehr als Wiki. Das Plaggen, früher weit verbreitet, war ökologisch ein zweischneidiges Schwert. Es wurden, damals vor der Mineraldüngung, permanent Nährstoffe dem Wald entzogen, Dadurch magerte er aus und wurde zur Heide oder wenn feucht zum Moor.
    Dass es in NRW (speziell Münsterland) so war, beweisen einige Indikatorvogelarten, die schon lange dort nicht mehr vorkommen. Heute haben wir das gegenteilige Problem, die gesamte Landschaft ist überdüngt (Eutrophierung) und wir haben große Probleme solche Lebensräume zu erhalten.
     
  4. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Du vermischst hier zwei unterschiedliche Praktiken.
    Aus dem Wald wurde Laub als Einstreu entnommen. Das führte in der Tat zu einem gewissen Abzug von Nährstoffen im Wald. Eine Versumpfung entstand dadurch aber nicht. Eher im Gegenteil, wie jeder Hobbygärtner weiß, der mulcht.
    Die Plaggen oder Soden sind sozusagen Rollrasen. Von Wiesen wird die oberste Erdschicht samt dem darauf wachsenden Gras abgetragen. Bei Regen kann es auf der "nackten" Erde dann kurzfristig zu Verschlämmung führen. Darüber hinaus fließt das Wasser aber schneller ab bzw. versickert, so dass es eher zu einer Austrocknung kommt.
     
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  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Mag sein. Der Effekt ist derselbe. Vor 200 Jahren war die Landschaft förmlich ausgezehrt, kein Vergleich zu heute. Der Wald war zuerst dran, dann als nichts mehr wuchs, das Heideplaggen. Es war eigentlich Raubbau.
     
  6. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Hallo Zusammen :winke:

    Soweit ich weiß hat darüber schon Albert Steeger in den 50'er jahren geforscht. In sinem Buch "Studien zur niederrheinishen Landeskunde" schreibt er ab S. 181 über die Plaggenwirtschaft, am Bsp von Krefeld Gellep-Stratum.

    Bis Neulich

    Apvar
     

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