Politische Doktrinen und Militärpolitik während des Kalten Kriegs

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von thanepower, 15. Juni 2010.

  1. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Greife mal die Anregung von Repo auf. Bisher wurde das Thema so noch nicht direkt diskutiert, soweit ich es sehen konnte.

    Die Nachkriegszeit brachte für Mitteleuropa die Zeit des "heißen" Kalten Krieges. Mehr als einmal wurden die politischen und die militärischen Muskeln von beiden Supermächte gespannt, um dem militärischen Gegner und Partner im thermonuklearen Untergang seine Grenzen aufzuzeigen.

    Neben der relativen Konfliktfreiheit fanden in anderen Regionen heftige militärische Konflikte statt, die Afrika, den Nahen und Fernen-Osten und Süd- und Mittelamerika betrafen.

    Eine Reihe von Merkmalen kennzeichneten die Konflikte zwischen den beiden Supermächten.

    1. Der Kalte Krieg war die Zeit der Stellvertreterkriege und es ging die ganz Zeit um die Frage, wie die beiden Supermächte ihre Geostrategische Position verbessern können.

    2. Containment war die zentrale amerikanische Strategie, um genau diese Stellvertreterkriege in den Griff zu bekommen. Kontrastiert durch eine entsprechende Strategie der SU im Rahmen von Volksbefreiungsbewegungen.

    3. Die Dominostein-Theorie beschrieb die Konsequenzen, die sich aus einer potentiell erfolglosen Containment-Strategie ergeben haben oder hätten. Und es wurde hart um jeden Dominostein gekämpft, wie Korea, Vietnam, Mozambique, oder auch Nicaragua gezeigt haben.

    4. Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Anzahl der Bürgerkriege rückläufig. Auch ein Indiz für das politische Interesse der Supermächte an der Führung von Stellvertreterkriegen.

    5. Die Militärstrategie beider Seiten war extrem aggressiv. Für mich ist ein mehrfaches Overkill auf beiden Seiten als militärische Strategie inklusive der Fähigkeit einen semi-konventionellen Krieg militärisch noch gewinnen zu wollen und auch operativ konventionell führen zu können, in seinen aggressiven Ausformungen eigentlich nicht mehr zu steigern.

    In seiner radikalen Form intendierten russische Militätheoretiker mit ABC-gehärteten, "robusten", "Allzweck"- Streitkräften durch abc-verseuchte Landschaften via Berlin nach Paris zu rollen, um diese verseuchten und zerstörten Landstriche zu besetzen. Ähnliche Ideen ventilierten die Nato-Planer.

    Auf diese Mittel- Zweck- Relation liefen die Kriegsführungsoption in der SU hinaus und die damit verbundene strategische und operative Diskussion, nach dem Abgang von Chrutschschow. Ein extrem wichtiger Einschnitt zumindest in der Formulierung der sowjetischen Position, die auf eine deutliche Intensivierung der strategischen Potentiale hinausliefen und in der gegenseitigen gesicherten Zerstörung im Rahmen der flexiblen Antwort einmündeten.

    Ähnliche Veränderungen in der Militädoktrin können auch für Nato konstatiert werden.

    Es war die Zeit einer sehr radikalen und sehr aggressiven Politikformulierung in Kombination mit den entsprechenden militärischen Optionen.
     

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