Popkultur: George Lucas

Dieses Thema im Forum "Dokumentarfilme/Spielfilme" wurde erstellt von Alex74, 24. Januar 2016.

  1. Alex74

    Alex74 Aktives Mitglied

    Hallo allerseits,

    wir haben eine kleine Doku gemacht über etwas, das an sich ebenfalls irgendwie relevant ist wenn es um aktuelle Popkultur geht - namentlich Star Wars und George Lucas.

    Durch ein älteres Video zum Thema sind wir darauf aufmerksam geworden dass vor allem die Star Wars Fans zweiter Generation ein völlig falsches Bild von der Entstehung der Filmreihe (und damit auch allem was damit zusammenhängt) haben.

    Nach einiger Recherche haben wir herausgefunden woran das liegt: offenbar setzt George Lucas, der allgemein als Erschaffer von Star Wars gilt, selbst ziemlich rücksichtlos Märchen in die Welt, die seine eigene Rolle dabei überhöhen und die Arbeit anderer verschweigen, zu einem Grad hin den man, wenn man Star Wars als popkulturelles Geschichtsereignis bezeichnen will, durchaus als Geschichtsfälschung bezeichnen kann.

    Wir haben Lucas' Aussagen aus mehreren Interviews nebeneinandergestellt und mit den belegbaren Fakten verglichen.

    Gruß Alex
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. Januar 2016
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Nein, das ist keine "Geschichtsfälschung", sondern eine Mythenbildung, die dem PR dient (Unternehmens-Imagebroschüren, Festschriften etc.) und vor allem dem Markenbild hilft. Anzutreffen bei fast allen Unternehmen, da es auch dem "Corporate Branding" hilft und dem Beschaffungs- und Absatz-Marketing.

    Ähnliches kann man für andere Unternehmen der IT-Branche erkennen, wie Microsoft oder Apple, die die "Gründer" auch gerne idealisiert darstellen und vergessen, wie komplex in der Realität die Netzwerke waren, die den Erfolg dieser Unternehmen erst möglich gemacht haben.

    Diese Sicht entspricht aber auch der idealisierten Vorstellung von Unternehmensführung, die den "Helden", den Charismatiker - ala Grundig etc., glorifiziert. Und damit den genialen Einzelentscheider - nach wie vor - in das Zentrum unserer Managementkultur stellt. Ein Märchen, das schon lange nicht mehr angemessen ist und dennoch immer wieder gerne erzählt wird.

    Allerdings dient dieses Märchen natürlich auch zur Begründung der "außergewöhnlich" - guten - Bezahlung der Unternehmensstars. "suum cuique":D

    __________________
    Ansonsten gibt es ein ziemlich guten Film zu "Making of Star Wars".
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Aber liegt das nicht eben auch daran, dass die Meistererzählung sich viel bruchloser erzählen lässt als die meist doch eher diffizile Wirklichkeit?
     
  4. Alex74

    Alex74 Aktives Mitglied

    Da ist natürlich was dran - schlimm ist wenn es geglaubt wird.
    Denn wer Chefs von Apple, Microsoft oder Lucasfilm so einfach in eigenen Sachen glaubt, der glaubt genauso kritiklos auch AfD, Putin oder ...naja, irgendwelchen Politikern halt; man sollte sich ja immer ein kritisches Moment bewahren, jedem gegenüber, und abwägen wo es mehr und wo es vielleicht auch mal weniger angebracht ist.

    Das ist halt genau die Erfahrung die ich als Hobbyphysiker, aber auch als Filmrezensat gemacht habe: dass viele (oft jüngere) Menschen sich angegriffen fühlen, wenn man gegen ihre persönliche Verschwörungstheorie sachliche Argumente anwendet.
    Als Stilmittel verwenden wir das im Film denn auch: der dumme Fanboy, der halt alles glaubt was sein Idol erzählt.
    Vielleicht bringt das manchen zu dem Gedanken, ob solch ein Fanboy wirklich existiert, und wenn ja, inwiefern er sich selbst von ihm unterscheidet - was hoffentlich zu mehr Distanz in Zukunft führt, und damit zu mehr Kritikfähigkeit.

    Ich finde es halt schon wichtig dass im allgemeinen Bewusstsein erhalten bleibt, wer wirklich Verdienste an Werken der Popkultur hat; ich bin auch selbst Musiker und finde es verabscheuenswürdig wenn irgendwelche Musikproduzenten Coverversionen machen und bei diesen, wenn sie im Radio laufen, nichtmal mehr gesagt wird von wem sie wirklich sind, wer das wahre Genie hinter der Melodie war.
    Sowas ist einfach ein riesen Verlust für unsere Kultur, weil sie aussagt: kopiert und macht Geld damit...
     
  5. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Nachdem ich nun endlich mal den neuen StarWarsFilm gesehen habe, kann ich nur sagen, daß es mir doch lieber gewesen wäre, wenn Lucas die Geschichte weiter erzählt hätte.
     
  6. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Hallo, vielleicht kannst du mal einen Link per PN schicken. Lucas hatte in den letzten Jahren einen ziemlich schlechten Ruf weg, und - da ich auch so ein wenig ein Star Wars-Fan bin - ich neige eher dazu, ihn gegen manche bekannte Anwürfe zu verteidigen. Sehr interessant ist es, sich im Netz die frühen Drehbücher zu Star Wars anzuschauen, anhand der vielen Änderungen erkennt man gut, was auf seinen eigen Gedanken beruht, wo er Anleihen nahm oder wo er andere heranzog, um sein Drehbuch zu verbessern. Lucas gilt als "schwieriger" Regisseur, nicht zuletzt wegen seines introvertierten und abwesenden Verhaltens am Drehort. "Star Wars" herauszubringen war eine gewaltige Arbeit, und schon nach dem ersten großen Erfolg war Lucas immer wieder von Selbstzweifeln geplagt. So gab er z.B. ja für "Das Imperium schlägt zurück" die Regie an Irvin Kershner ab.

    Ich empfand es jedoch nie so, dass er die Rollen anderer heruntergespielt hätte. Er hat z.B. nie den Anteil der beiden Personen zurückgestellt, welche die Ästhetik von Star Wars maßgeblich prägten - John Williams als Komponist und Ralph McQuarrie, der mit seinen Zeichnungen Star Wars das "Gesicht" gab, u.a. für das Aussehen so charakteristischer Figuren und Elemente wie Darth Vader oder den Millenium-Falken verantwortlich war.

    Auch halte ich ihn durchaus der Selbstkritik für fähig. 2004 erschien der zweieinhalbstündige Dokumentarfilm "Empire of Dreams", der als halboffiziell betrachtet werden kann, da er u.a. einem DVD-Set der ersten drei Filme beigefügt wurde. Lucas steht dort nicht nur als Gesprächspartner zur Verfügung, sondern dieser Film enthält auch mehr als eine Szene, die eher unvorteilhaft für ihn ausfällt.
     
  7. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Ernsthaft? Nach Episode 1 bis 3?
     
  8. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Naja, gut, es ist halt immer schwer, sich in die neuen Generationen einzuschauen, und es gab Momente bei 1-3, wo man sich fragte, ob das jetzt sein muß. Aber die nahezu komplette Ideenlosigkeit bei Teil VII, die hanebüchenen Elemente und die platten Momente wie der Reichsparteitag waren ja unterirdisch. Man könnte soviel aus der geschichte machen, könnte so viele Parabeln daraus entwickeln, und ein Genie könnte daraus die Illias unserer Zeit formen. Mit Lichtschwertern.
     
  9. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Ich bin gerade nur am Handy, daher ehe kurz angebunden. Ich weiß was du meinst. Die Rede und General hux waren nicht gut gewählt bzw dargestellt. Mit der Story. Richtig es ist eine Kopie von Episode 4. Das muß man klar sagen. Man hat es meine Meinung nach so gemacht um extra die Fans der originaltrilogie angesprochen werden sollen, um diese wiederzugewinnen. Volle Absicht. Ich gehe daher davon aus, dass Episode 8 sich weiterentwickelt.
     
  10. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Schon "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" war inhaltliche eine Kopie von "Krieg der Sterne". Dem "Erwachen der Macht" daraus einen Schuh zu drehen halte ich für verfehlt. Gegenüber der grottigen Prequeltrilogie hat er wenigstens wieder echtes StarWars-Flair zu bieten.
     
  11. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Die guten alten Folgen 4-6 lebten von der Faszination des Bösen: Darth Vader, der Imperator aber auch coole Bösewichte wie Moff Darkin hätten das Spiel immer auch gewinnen können.

    Dem Prequel fehlten die Counterparts. Der Kanzler war so lala, die marvellesken Sith-Lords aber immer nur albernes Lichtschwertfutter. Von dem Lichtschwertsammler Grevious will ich erst gar nicht reden.

    Die neue Trilogie zeigt hier Schwächen und Stärken. Der neue dunkle Yedi ist bisher extrem schwach. Selbst meine Teenie-Plagen nehmen den nicht ernst.

    General Hux hat aber viel Potential. Er schert sich um das Yedi-Getue ebenso wenig wie Moff in Teil Vier. Bei seiner Rede musste ich nicht an Nürnberg denken, eher an britisches "Trooping the Colour". Wenn Hux in gestochenem Britisch die Schwächen der Republik verächtlich macht, während die Rebellen in Kolonialamerikanisch knödeln, werden die nichtdeutschen Zuschauer (also ca 99 Prozent der Fans) eher an den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg denken. Hie disziplinierte Weissröcke, dort Farmersöhne, die das Fliegen auf Schwebe-Pickups lernten. Schon Luke und Leia waren ja eher Highschool-Proms als echte Prinzen und Prinzessinnen.

    Außerdem ist Hux der leibliche Sohn von Mad-Eye Moodie und gleichzeitig ein Weasley. Das reicht m.E. schon als Referenz.

    Prognose: aus der neuen Trilogie kann was werden, wenn die dunkle Seite in der Darstellung stärker wird. Hail Hux!
     
  12. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    In der deutschen Synchro hatte die Hux-Rede durchaus einen "Triumph des Wilens"-Charakter.
     
  13. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Der wird noch, das ist meine Meinung. Er wurde extra so unsicher, emotional geleitet und unberechenbar gezeigt, weil er sich über die nächsten Episoden hin zu dem abgeklärten Sith/Dunklen Jedi/Bösewicht wird, den man erwartet. Alleine der Mord zeigt es, dass er sich nun vollends auf den dunklen Pfad begeben hat.
     
  14. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    War die deutscher Fassung deiner Meinung nach gut? "Triumph des Willens" war ja sehr gut gemacht. Lafayette und hjwien scheint die Rede aber nicht gefallen zu haben.
     
  15. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Das hoff ich auch. Wobei Kylo Ren wohl aufs weibliche Teenie-Publikum abgestimmt ist. Hux könnte dagegen was für uns Eltern werden.

    Ich hatte eh im ganzen Film den Eindruck, dass hier erst mal Luft für zukünftiges geholt wurde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2016
  16. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Genau so sehe ich das auch. Episode 7 hat dazu gedient, die alten Fans wieder einzufangen und Epiosde 8 und 9 wird die Star Wars Welt weiterentwickeln.
     
  17. romanus00I

    romanus00I Aktives Mitglied

    Hat jemand von euch eigentlich verstanden, was jetzt genau die Republik und was der Widerstand ist? Und warum die Prinzessin nun beim Widerstand mitmacht, und nicht bei der Republik, die wiedererstanden ist ... ja warum eigentlich?
     
  18. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Die Szene wurde anscheinend geschnitten. Mit der schwarhaarigen, die man bei der Zerstörung des hosni Systems sieh, hat in dieser ein Gespräch mit leia über die Situation zwischen Republik und dem Widerstand. Auch im neuen Kanon bzw.den Büchern steht noch mehr. Anscheinend wurde eine Demilitarisierung durchgeführt, mit der gewisse Elemente angesichts des restlichen Imperiums nicht einverstanden waren und den Widerstand gegründet haben.
     
  19. romanus00I

    romanus00I Aktives Mitglied

    Ah danke. Wo kann man das denn nachlesen?:red:
     
  20. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Zuletzt bearbeitet: 30. Januar 2016

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