Purpur und andere kostbare Farbstoffe

Pardela_cenicienta

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Mich interessiert die historische Produktion von Purpur, v.a. auf den kanarischen Inseln.

Deshalb ein eigenes Thema über Farbstoffe, weil vermutlich jeder von uns im Urlaub oder zuhause bei Spaziergängen die Spuren historischer Farbstoffherstellung gesehen hat, und sei es such nur die Gerbergruben für Färberwaid.

Zum Auftakt ein Bericht aus dem Jahr 2020 in Archaeology, über den Nachweis intensiver Purpurproduktion der Bronze- und Eisenzeit in Tel Shikmona bei Haifa, am Meer direkt unterhalb des Berg Karmel.

Bei Nachuntersuchungen im Funddepot der Ausgrabungen der 1970er Jahre zeigte sich, dass die Scherben eingefärbt waren. Es wurden die Farbstoffe der Murexschnecken nachgewiesen, aber auch große Mengen an importierten Webgewichten und Spinnwirteln. Also Rohstoffgewinnung, Lagerung ("Schnecken im Becken"), Farbstoffherstellung, Färbung und Textilproduktion, alles an einem Ort, als Luxusproduktion:

Das Foto des Schneckenbeckens aus römischer Zeit fand ich besonders interessant.

"Archäologen haben neue Beweise für eine robuste Färbeindustrie gefunden, die an der Mittelmeerküste über Jahrtausende hinweg Bestand hatte.

Archäologen haben Spuren einer fast dreitausendjährigen Besiedlung an diesem Ort entdeckt, darunter Hinweise auf eine wertvolle Färbeindustrie, die auf Meeresschnecken basierte und bis in die Eisenzeit zurückreicht.

Nicht weit vom Fuße des Berges Karmel und der industriellen Hafenstadt Haifa an der israelischen Mittelmeerküste liegt ein grasbewachsener Hügel, übersät mit Ruinen von Gebäuden und Mauern, die sich über mehr als drei Jahrtausende angesammelt haben. Von der Spitze des Hügels, oder Tel, erstreckt sich ein Blick auf das Meer.

Vögel und Fischer sitzen auf den zahlreichen Felsen, die das seichte Wasser übersäen, das nur von den kleinsten Booten befahren werden kann. Seit den ersten Ausgrabungen in den 1960er Jahren finden Archäologen die Stätte, die auf Hebräisch Tel Shikmona und auf Arabisch Tell es Samak („Hügel der Fische“) genannt wird, interessant. Sie konnten nicht verstehen, warum sich Menschen ab der späten Bronzezeit (ca. 1600–1200 v. Chr.) über die Eisenzeit (ca. 1200–550 v. Chr.) bis hin zur byzantinischen Zeit mehr als 1000 Jahre lang an einem Ort mit einer so felsigen, flachen Küste und ohne Hafen niederließen, an einem Ort, an dem Landwirtschaft und Handel schwierig gewesen sein müssen.

Doch nun, 50 Jahre später, haben Archäologen, die in einem örtlichen Museum aufbewahrte Artefakte aus Tel Shikmona untersuchten, festgestellt, dass die Bewohner diesen Ort auf ganz andere, sehr lukrative Weise zu ihrem Vorteil nutzten."
 
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