Pyramidenbau - ein Rätsel?

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von pelzer, 24. Februar 2009.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Immer wieder lese ich, dass der Bau der Pyramiden ein grosses Rätsel darstellt. Vor allem der Transport der Steine sei äusserst rätselhaft und unerklärlich…

    Ich hahe mich noch nie mit den Pyramiden befasst. Aber für einen Baumenschen, wie ich nun einmal einer bin, sind solche Aussagen unverständlich. Einen 2,5 Tonnen Baustein die Pyramide hinauf zu transportieren, kann ja wohl nicht so schwer sein. Dazu brauchts doch keine Rampen, Schlitten uns solchen Unsinn.

    Und da mir heute grad so mau war und ich grad nichts gescheiteres zu tun hatte, habe ich mich der Problematik mal angenommen.

    Folgende Ausgangslage:
    -Ein Baustein von ca. 1 m3, resp. 2,5 Tonnen.
    -Keine Räder, Rollen oder Gelenke.
    -Keine Reibung, keine Schmierung.
    -Wenige, einfache Arbeiter.
    -Gute Bausicherheit
    -Wenige Bauholz, keine Metalle, usw.

    Die Aufgabe:
    -Diesen Baustein Stufe (ca. 1 Meter) für Stufe hochheben.

    Und das ist mein Lösungsvorschlag:
    Ein einfacher Kippmechanismus aus Holzbalken und Seilen. Die Holzbalken sind bloss auf Druck belastet, die Seile natürlich auf Zug. Die Übersetzung beträgt etwa 1:3. Für einen Hub sind etwa 15 Leute erforderlich. Dafür dauert ein Hub bloss wenige Minuten. Und der Baustein kann nicht abstürzen. Der Kippmechanismus wiederum ist sehr einfach, leicht und lässt sich gut transportieren.

    Was sagt ihr dazu? :pharao:
    Ist doch eine einfache Lösung. Und mit etwas Feinarbeit, liesse sich mein Kipper bestimmt noch etwas optimieren.


    Gruss Pelzer

    .
     

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  2. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Und wie machst du weiter, wenn kein Platz mehr für 15 Mann + Kippmechanismus da ist?
    Ich meine jetzt den Randbereich, oder würdest du die Plattformen erst einmal alle in eine Richtung etwas länger machen und danach wieder abtragen?
    Ich habe jetzt auch keine Ahnung vom Pyramidenbau, aber wie wurde denn das "Innenleben" gestaltet? Während des Aufbaus oder nachdem die Pyramide schon stand?
     
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  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Größtenteils während des Aufbaus schon. Wie hätte man sonst die engen Luftschächte hinbekommen oder den (leer gefundenen) Sarkophag hinein?
    Vielleicht findet ihr in der Bildersuche noch was Größeres?
     

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    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2009
  4. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Ja den Querschnitt habe ich auch gefunden. Drumrumbauen macht schon Sinn.
     
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Das Innenleben, also die schräg nach oben laufende große Galerie ,die Kammern und Gänge sind schon während des Baus eingebaut worden. Die Pyramide besteht nicht nur aus aufeinandergestellten Steinen. Die große Galerie im inneren, die schräg nach oben führt und mit Granitplatten gedeckt ist, stellt schon ein Rätsel für sich dar.
    @Pelzer, wenn Du das erste Mal vor den drei großen Pyramiden stehst, und dir diese gewaltige Menge an Steinquadern anschaust, wirst Du sicher nicht mehr der Meinung sein, dass das ganz einfach war.
    Bei Deiner Methode müssten bei erreichen einer größeren Höhe, die Steine ständig wieder ungehangen werden, von Stufe zu Stufe. Damit ist der Transport dann keine Frage von Minuten sondern vielen Stunden bis Tagen. Wenn Du diese Unzahl von Steinreihen siehst wirst Du sehr schnell sehen, dass Deine Methode endlos lange dauern würde. Der Neubauau der Frauenkirche, in Dresden, hat mit dem Einsatz modernster Technik fast 10 Jahre gedauert und diese Kirche ist ein Zwerg gegenüber den großen Pyramiden. Wie konnte man 20 000 Menschen so exakt koordinieren, wo es teilweise auf einer heutigen Baustelle, mit viel weniger Arbeitern drunter und drüber geht.
    Ich denke mir, dass die Pyramiden ihre Rätsel nie preisgeben werden. Alle Vermutungen werden immer spekulativ bleiben.
     
  6. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Nun ja, der Vergleich mit Dresden hinkt extrem.
    Die Pyramiden waren ja ein "Neubau". Während die Frauenkirche in Dresden ein möglichst originalgetreuer Wiederaufbau eines Bauwerks unter möglichst großer Verwendung von originalen Teilen sein sollte. Und die fehlenden Teile sollten auch aus möglichst originalgetreuen Materialien sein.
    Ich will gar nicht daran denken wie lange es gedauert hätte, wenn sie nur die damaligen Techniken hätten anwenden müssen.
     
  7. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Ich stand schon vor und auf mehreren Dutzend Pyramiden in Ägypten, Mexiko, Algerien, Honduras, Guatemala - da brauchst du dir keine Gedanken machen, ich weiss wie gross die Dinger sind. :winke:

    Ich glaube auch nicht, das beim Bau der Pyramiden bloss 15 Mann und 1 Kran beteiligte waren. Aber 20'000 waren es bestimmt nicht, sooo gross sind die Pyramiden nun auch wieder nicht.


    Gruss Pelzer

    .
     
  8. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Ich verstehe diesen ganzen Hype um angebliche Probleme beim Pyramidenbau eigentlich nicht.
    Die Pyramiden sind zwar verdammt groß, architektonisch gesehen aber relativ primitiv, im Prinzip aufeinnander gestapelte Klötze. Karnak, das Pantheon,die Hagia Sophia, romanische und gotische Kathedralen, alle mit ähnlichen einfachen Maschinen und vorindustriellen Techniken gebaut, stellten die Erbauer vor z.T. erheblich größere architektonische , statische ,logistische und ökonomische Probleme.

    Was den Zahlenhokuspokus betrifft,der um die Pyramidenveranstaltet wird, so kommen ähnliche kosmisch-esoterische Bezüge heraus,wenn ich meine Küche geschickt genug ausmesse und die Resultate ergebnisorientiert schönrechne.
     
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  9. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Ich habe mir die Baustelle der Cheops-Pyramide noch mal angeschaut.

    20 Jahre Bauzeit, entspricht etwa 5‘000 Arbeitstagen. Da habe ich die Erntezeit, die Sonntage, Ramadan, Weihnachten und den Fasching schon berücksichtigt. Das ergibt einen Bedarf von durchnittliche 500 Steinen pro Arbeitstag.

    Wobei unten am meisten Steine benötigt wurden. Wenn ich richtig rechne, benötigte man bis auf eine Höhe vom 30 Metern etwa 50%, also 1,25 Mio. der Steine. Dahin dürfte der Steintransport nicht so ein grosses Problem gewesen sein.
    Mit weiteren 30% (750‘000) der Steine erreichte man eine Höhe von 50 Meter. Bis auf eine Höhe von 50 Metern waren also schon mehr als 80% der Steine verbaut. Die Fläche der Cheops-Pyramide beträgt auf 50 Meter Höhe immer noch stattliche 152x152 Meter. Also nichts von Platzproblemen.

    Weiter gerechnet bedeutet das, dass bloss etwa 3% der Bausteine höher als 100 Meter transportiert werden musste. Das sind immer noch 75‘000 Steine. Und nun wird auch die Arbeitsfläche langsam knapper; auf 100 Metern Höhe ist die Pyramide aber noch immer noch 73x73 Meter gross. Auf 130 Metern Höhe aber immer noch 26x26 Meter. Auf 140 Metern Höhe, also bloss noch 6 Meter unterhalb der Spitze, immer noch 10x10 Meter.

    Der Bau der Cheops-Pyramide bedeutete eine unglaubliche Anstrengung. Aber mysteriös ist da nichts!


    Gruss Pelzer


    .
     
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  10. Bladerunner

    Bladerunner Neues Mitglied

    Eine beachtliche Anzahl find ich. Mussten die Steine nicht auch noch herantransportiert (geschifft) werden? Allein das stelle ich mir schon als logistischen Alptraum vor.

    Die Idee mit dem Kippkran find ich eigentlich ziemlich gut :)
     
  11. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich finde die auch gut,bleibe aber bei der Rampe.
    Das Problem war ja eigentlich nicht der Bau einer Pyramide, sondern das brechen, behauen und Transport der Steine.
     
  12. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Transport und Brechen ja. Behauen sind die meisten der Steinblöcke aber nicht. (Ausser die der heute fehlenden Bekleidung).

    Wenn Rampen, dann innerhalb der Pyramide. So muss nicht zusätzliches Baumaterial bereitgestellt werden.


    Gruss Pelzer

    .
     
  13. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Der Transport war bei den Pyramiden nicht das Riesenproblem .In Gizeh stammen die Steine zum größten Teil aus Steinbrüchen direkt am Gizeh-Plateau,die man dort heute noch sehen kann. Längere Transportwege entstanden nur bei der Beschaffung von "Schmucksteinen" wie z.B. Rosengranit aus der Gegend um Assuan., die aber nur einen Bruchteil des verwendeten Materials ausmachten.
    Das Brechen der Steine war zwar mühsam, dürfte aber mit den gleichen Techniken erfolgt sein, die hierzu bis ins Mittelalter angewendet wurden., stellte somit also auch kein Problem dar.

    Die eigentliche logistische Herausforderung bestand wohl in der Versorgung der Arbeiter in Zeiten von "Vollbeschäftigung" auf der Baustelle. Selbst wenn die Infrastrukturen der Arbeitersiedlungen der "Stammbelegschaft" eine gewisse autarke Selbstversorgung gestatteten, so waren dennoch zumindest für die "Saisonarbeiter" erhebliche Zusatzlieferungen notwendig um die Versorgung zu garantieren.
     
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  14. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Die Pyramiden-Bauerei lässt mich nicht kalt. Darum habe ich mal die Gizeh-Pyramiden-Baustelle gezeichnet, um zu zeigen, dass viele Probleme bestanden; nicht aber Platzprobleme.
    Mein Bild zeigt die Pyramide bei einer Bauhöhe von 50 Metern. Die Baufläche beträgt hier noch 150x150 Meter!

    Übrigens, das schwarze Krümelchen zeigt den Hernn Cheops. :winke:


    Gruss Pelzer
     

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  15. Bladerunner

    Bladerunner Neues Mitglied

    Eine Kippkran-Rampe-Konstruktion ist mir auch durch den Kopf gegangen :)

    Mir ist nicht ganz klar woraus die Rampe hätte bestehen sollen um im Schnitt 500 Steine/d 'stabil' zu beförden?
     
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  16. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich habe mal eine Sendung gesehen, da haben sie gesagt, das es mit heutigen Mitteln kaum möglich ist sowas gigantisches zu bauen.

    Ich kann mir das auch kaum vorstellen, aber die haben es irgendwie geschafft und es wird wohl immer ein Rätselraten geben, wie.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Februar 2009
  17. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Natürlich ist es heute ohne weiteres möglich , so was zu bauen, aber warum sollte man.d
     
  18. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    "Meine" Kipp-Kran-Konstruktion könnte aus Zedernholz erstellt werden. Um 500 Steine täglich zu versetzen bräuchte es vielleicht 100 bis 200 Stück davon. Das Ding ist ja auch billig, leicht und handlich weiter zu transportieren.

    Die Rampen liegen innerhalb der geplanten Pyramide und bestehen aus "Pyramide". Aus Kalkschotter, der beim Arbeiten mit den Steinblöcken als Abraum sowieso anfällt. Das Material könnt in der Pyramiden verblieben sein, Wir wissen ja nicht so ganz genau, wie es im Inneren des Mauerwerkes aussieht.

    Noch ein Gedanke. Laut Wiki sind die meisten Steinblöcke etwa 1 m3 gross, also etwa 2.5 Tonnen schwer. Das wird kein Zufall sein, das wird genau die Grösse gewesen sein, die man mit der vorhandenen Mannschaft und der damaligen Technik bewältigen konnte. Um so einen Steinblock ohne Kran anzuheben, würde man knapp 50 Leute benötigen... :grübel:

    Nicht vergleichbar, aber dennoch interessant:
    Der Damm des Mattmark-Stausees in der Schweiz hat ein Volumen von 10'5 Mio m3, das ist gut 4-mal mehr als bei der Cheops-Pyramide! Die Bauziet betrug 6 Jahre, von 1960 bis 1965. Und der Damm liegt in den Hochalpen!


    Gruss Pelzer

    .
     
  19. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Lieber Florian, - da wollen wir jetzt aber nichts durcheinander bringen. Bloss weil die im Fernsehen (und du) sich das nicht erklären können, ist es noch lange kein Rätselraten... :devil:

    Wie du richtig feststellst, die Ägypter habens bewiesen das es geht.

    Gruss Pelzer

    .
     
  20. Vercingetorix01

    Vercingetorix01 Gesperrt

    Wie sieht es eigentlich mit der Statik aus? Würden „Deine“ Kippkräne eine so schwere Last bewältigen können?
     

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