Quelle: "Mein Kampf"

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von GeWi-Profil, 6. November 2014.

  1. GeWi-Profil

    GeWi-Profil Neues Mitglied

    Hallo,

    ich lese gerade eine Quelle aus "Mein Kampf" und bin dort auf einen Satz gestoßen, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin...

    " Die Tatsache des Gelingens eines unmäßigen Bodenerwerbs durch ein Volk ist keine höhere Verpflichtung zur ewigen Anerkennung desselben."

    Auf was bezieht sich hier "desselben". Das ist sehr wichtig für meine spätere Interpretation/Deutung der Quelle.

    Kann mir jemand auf die Sprünge helfen, worauf sich Hitler mit "desselben" bezieht??

    Vielen Dank!
     
  2. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Auf den Bodenerwerb. Bei schwer verständlichen Sätzen einfach alles unnötige weglassen, dann werden die grammatikalischen Bezüge klarer:

    " Das Gelingen eines Bodenerwerbs ist keine Verpflichtung zur ewigen Anerkennung desselben."


    in anderen Worten: Grenzen sind reversibel. Eine Platitüde.
     
  3. corto

    corto Aktives Mitglied

    des Gelingens (eines unmäßigen Bodenerwerbs...)würde ich sagen wobei sich der zweite Teil sinngemäß eher auf den Bodenerwerb als auf das Gelingen desselben beziehen müsste, da der Bodenerwerb ja das wäre was anzuerkennen ist oder nicht. ein Gelingen anzuerkennen sagt mir eher weniger zu. Volk steht ja im dativ und wäre dann nicht 'des' sondern 'dem'selben. in der Deutung stimme ich meinem Vorredner vorbehaltlos zu.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. November 2014
  4. GeWi-Profil

    GeWi-Profil Neues Mitglied

    Vielen Dank für die Antworten.

    Ich verstehe einen weiteren Satz nicht, der auch nicht länger erläutert wird.
    "Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir schließen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft." Mit "Wir" meint Hitler die Nationalsozialisten.

    Inwiefern gab es zu der Zeit oder auch die Jahre vorher, einen "Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas"?
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. November 2014
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es geht dabei um Völkerwanderung (Franken, Ostgoten (Italien), Westgoten (Spanien), Vandalen (Nordafrika), Langobarden (Italien), Angeln, Sachsen (England)) und das Engagement des ostfränkischen Reiches bzw. des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Italien bzw. die Kreuzzüge.
     
  6. GeWi-Profil

    GeWi-Profil Neues Mitglied

    und wieso soll diese Völkerwanderung bzw. der "Germanenzug" gestoppt werden?
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das lässt sich mit Logik nur sehr schwer ergründen. Das hängt mit Hitlers Idee vom Lebensraum im Osten zusammen und mit dem Glauben an eine rassisch vorgegebene historische Bestimmung. Man hat die Völkerwanderung, das Engagement in Italien (Königreich Sizilien) und die Kreuzzüge auch als Ausbluten wahrgenommen. Sa steht ein Bild von einem Volk als Organismus hinter und zwar nicht im übertragenden sondern im tatsächlichen Sinne.
     
  8. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Dieser verschwurbelte Unsinn soll aussagen, dass die Politik des Deutschen Reiches auf den Erwerb von "Lebensraum im Osten" zielen soll. Dahinter steht das Phantasma, das deutsche Volk sei ein "Volk ohne Raum". Durch die Eroberung Osteuropas wären gleich drei Ziele erreicht: 1. Siedlungsraum für Deutsche gewonnen; 2. Die Gebiete erobert, in denen damals die meisten Juden lebten, also gemäß NS-Ideologie die Todfeinde der Deutschen; 3. Durch Zerstörung der Sowjetunion der ideologische Hauptfeind der Nazis vernichtet.
     
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  9. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Weil er in die falsche Richtung läuft. Weiter nach Westen als nach Gibraltar und weiter nach Süden als nach Sizilien geht halt nicht. Vor allem aber: die Beute ist dort schon verteilt und mager obendrein .

    Aber der Osten ist menschenleer und voller Schätze: Lebensraum, Ackerland, Kohle, Stahl, Öl etc.

    Das hat eine koloniale Logik, ich nehme an, jeder Brite hätte Hitlers Schlussfolgerungen damals unterschrieben. Koloniale Logik heißt: der direkte Zugriff auf Ressourcen ist lebenswichtig.

    Wir Europäer glauben heute eher, dass jede Ware käuflich ist. Deswegen stehen in der EU wirtschaftspolitische Ziele ganz oben, freier Handel ist unabdingbar.

    Die USA sehen das aber auch heute noch anders. Hier ist der direkte Zugriff auf Rohstoffe politisches Ziel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. November 2014
  10. GeWi-Profil

    GeWi-Profil Neues Mitglied

    Okay, dankeschön für die zahlreichen Antworten. Die folgende Stelle, ist eine weitere, die mir unklar ist:

    "Das Schicksal selbst scheint uns hier einen Fingerzeig geben zu wollen. Indem es Russland dem Bolschewismus überantwortete, raubte es dem russischen Volk jene Intelligenz, die bisher dessen staatlichen Bestand herbeiführte und garantierte. Denn die Organisation eines russischen Staatsgebildes war nicht das Ergebnis der staatspolitischen Fähigkeiten des Slawentums in Russland, sondern vielmehr nur ein wundervolles Beispiel für die staatenbildende Wirksamkeit des germanischen Elements in einer minderwertigen Rasse... Seit Jahrhunderten zehrte Russland von diesem germanischen Kern seiner oberen leitenden Schichten. Er kann heute als fast restlos ausgerottet und ausgelöscht angesehen werden. An seine Stelle ist der Jude getreten. Das Ende der Judenherrschaft in Russland wird auch das Ende Russlands als Staat sein."

    Bedeutet dies, dass in Russland eine deutsche Minderheit gelebt hat, die nur der einzige Grund gewesen sei, dass Russland überhaupt Teil eines neuen Staates, nämlich der Sowjetunion werden konnte? Und Russland gilt für Hitler nun als ausgerottet, weil dieser germanische Teil sich vom Land "verabschiedet" hat und ausgewandert ist?
    Wieso würde das Ende der Judenherrschaft in Russland auch das Ende Russlands bedeuten? Ich dachte eher, dass in Hitlers Weltsicht der Anfang der Judenherrschaft das Ende Russlands als Staat bedeute....

    Auf Antworten würde ich mich sehr freuen!
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Recherchiere mal zu den Warägern, Rurikiden/Rürikiden, Anhalt-Zerbst und Romanow-Holstein-Gottorp.
     
  12. GeWi-Profil

    GeWi-Profil Neues Mitglied

    das sind doch germanische Völker (nicht nur deutsche), die etwas mit der russischen Geschichte zu tun haben oder?
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Man hat damals vereinfachend - aber nicht konsequent - germanisch und deutsch gleichgesetzt. Und wenn der Stammvater einer Dynastie germanisch oder deutsch war, hat man gleich die ganze Dynastie dazu erklärt. Die pseudohistorischenn Betrachtungen dienten letztlich nur der Rechtfertigung völlig irrealer Ansprüche.
     
  14. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Hitler meinte, dass lange eine germanische Oberschicht Russland beherrscht habe (siehe oben Quijotes Hinweise). Jetzt aber beherrsche das Judentum die Sowjetunion. Hitler war weiter der Meinung, dass Russland sich nie selbst regierte. Und deshalb nach Ende der jüdisch-bolschewistischen Herrschaft Russland als Staat verschwände .

    Er irrte offensichtlich.
     

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