Religiöse Tabus im antiken Griechenland

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Blinky, 26. Oktober 2020.

  1. Blinky

    Blinky Neues Mitglied

    Hallo,

    mich würde interessieren, welche religiösen Tabus es damals gab.
    Ich finde zwar ein paar harmlosere. Aber es gab doch bestimmt richtig schlimme, die dem Brecher des Tabus den Zorn der Götter bescherten.
    Also richtig schlimme damalige Tabus wo die Person, die das Tabu gebrochen hat wirklich Angst vor dem Zorn und der Rache der Götter hatte.
    Ich meine also keine gesellschaftlichen Tabus.

    Kennt ihr vielleicht welche?

    Liebe Grüße
     
  2. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Da müssteman doch gut in der Mythologie schauen können. In Angst versetzt doch eine Geschichte, in der die drohende Strafe anschaulich geschildert wird. Das trifft auf folgende Gestalten zum Beispiel zu:

    Ixion, Phlegyas, Salmoneus, die Danaiden, die Aloiden, Sisyphos und Tantalos

    Wenn man deren Taten, die zur Bestrafung im Tartaros geführt haben, anschaut, scheint derjenige die Strafe der Götter am meisten fürchten zu müssen, der die Götter beleidigt, betrügt oder herausfordert.

    Das Gastrecht spielt da z.T. wohl auch eine Rolle. Also einen Gast zu töten oder einen Gastgeber zu bestehlen dürften auch starke Tabus gewesen sein.

    Bei Tantalos und den Danaiden scheinen besonders grausame Morde eine Rolle zu spielen.
     
    Ugh Valencia gefällt das.
  3. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Von verschiedenen Heiligtümern sind Inschriftenstelen mit religiösen Reinheitsgeboten für die Besucher derselben bekannt, z. B. hier ein Ausschnitt aus SEG 28, 421 aus einem Heiligtum ägyptischer Gottheiten in Megalopolis auf der Peloponnes (um 200 v. Chr.):

    "Stele der Isis und des Serapis. Gott, gutes Glück! Das Heiligtum geweiht der Isis, dem Sarapisund dem Anoubis. Wer auch immer zu opfern wünscht, soll das Heiligtum rein betreten: nach einer Geburt, am 9. Tage; nach einer Abtreibung, am 44. Tage; nach der Menstruation, am 7. Tage; nach einem Blutvergießen, am 7. Tage; nach (dem Verzehr von) Ziegenfleisch und Hammel, am 3. Tage; nach anderen Speisen, nachdem man sich vom Kopf ab gewaschen hat, am gleichen Tage; nach Geschlechtsverkehr, am gleiche Tage, nachdem man sich gewaschen hat [...]."
     

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