Archäologie befasst sich i.d.R. mit kleinteiligen Dingen. Also den Ergebnissen einer Grabung bzw. Reiche von Grabungen. Da ist zunächst einmal ein Schnitt, in dem Schnitt hat man Funde gemacht und Befunde dokumentiert. Die datiert man. Da hat man vielleicht ein Gebäude (bzw. einen Ausschnitt davon). Flächengrabungen oder wiederholte Gelegenheiten Schnitte in der Nähe von Altgrabungen anzulegen vervollständigen u.U. das Bild.
Das ist natürlich nichts, womit sich Archäologen zufrieden geben, denn auch die Archäologie ist ja eine Kulturwissenschaft, am Ende möchten die Archäologen etwas über die Menschen erfahren, nicht über den Scherben, sondern über seinen Produzenten. Aber Anspruch und Alltagspraxis gegen da doch ein wenig auseinander. (Das klingt etwas archäologenfeindlich, ist aber überhaupt nicht so gemeint). Der Anspruch: Mittels Archäologie mehr über unsere Vorfahren/den Menschen als zeitgebundenes Subjekt zu erfahren. Die Realität: Eine Masterarbeit über die Befunde einer Altgrabung. Mit viel Glück lässt sich in a wider scale - in größerer Skalierung - etwas über Wirtschafts- und Sozialbeziehungen herausfinden. Viel mehr sehe ich nicht, was die Archäologie zur römischen Königszeit beitragen kann. Ich revidiere meine Haltung wenn man das Grab eines Mannes findet mit einer feuerverkrüppelten rechten Hand.
Sprachwissenschaft befasst sich mit Sprache (ach?!?). Die Teilgebiete der Etymologie und Historiolinguistik mit dem inneren und äußeren Sprachwandel (Etymologie mit dem Bedeutungswandel und seiner Motivierung, Historiolinguistik mit dem Lautwandel), die Toponomastik mit Toponymen, Hydronymen, Oronymen etc. (Ortsnamen, Gewässernamen, Gebirgsnamen). Auch hier ist am Ende wieder das Interesse am Menschen, der dahinter steht, dem zeitgebunenen Subjekt, ausschlaggebend. Aber auch hier sehe ich nicht, dass uns das der römischen "Regalzeit" (ich verstehe den Begriff, finde ihn aber irgendwie - sorry - befremdlich, da ich bei
Regal nun mal in erster Linie nicht an
rex, regis und die Regalien denke, sondern an das Möbel, in dem meine Bücher stehen - vermutlich hat das aber seinen etymologischen Ursprung darin - jetzt grätscht bestimmt
@Sepiola hier herein und weist nach, dass es ein Homonym mit einem ganz anderen Etymon ist; auch das spanische
regalo ('Geschenk') dürfte damit zusammenhängen, was der König einem Untertanen als Lehen oder Privileg überließ - habe ich auch nicht geprüft, halte ich aber für eine ausreichend plausible These) weiterhilft.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich sehe noch nicht, mit welchen Methoden uns Archäologie und historische Sprachwissenschaft bei der historischen Erforschung der römischen Königszeit dienlich sein sollen. Allenfalls vielleicht ein Toponym in Latium, welches auf einen Personennamen der Königszeit zurückgeht - gibt es solche?