Rücktritt: aktuell ? und Vergleich mit Coelestin V.

Dieses Thema im Forum "Das Papsttum" wurde erstellt von Leopold Bloom, 10. Februar 2005.

  1. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Quelle: http://www.ikvu.de/presse/ikvu-fordert-verstaendnis-fuer-papst-ruecktritt-16-05-2002.html




    Coelestin und seine Demission:


    http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?BiographienC/Coelestin_V.html

    ...eine Abwahl gibts daher wohl nicht. Alles freiwillig (wobei das ja alles ein dehnbarer Begriff ist). Nur mal konsequent zuende gedacht: Was, wenn der Papst keine Willensbekundung mehr von sich geben kann, z.b. durch einen Schlaganfall...??? Kann es dann sein, dass u.U. über Jahre nichts passiert und man abwarten muss?
     
  2. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Es gibt ja auch noch einige andere Fälle von Papstrücktritten:

    -Gregor XII. wird auf dem Konzil von Konstanz quasi zurückgetreten, um mit der Wahl eines neuen Papstes dem Schisma ein Ende zu setzen

    -Nikolaus V. wird auf Betreiben von Ludwig dem Bayern 1328 in Rom zum Papst gewählt, als Gegenpapst zum in Avignon resdierenden Johannes XXII. (dieser war nach 2jährigem Konklave auf Grund französischen Drucks ins Amt gekommen und kehrte trotz wiederholter Aufforderungen nicht nach Rom zurück). Da sich Nikolaus aber nicht gegen Johannes XXII. durchsetzen kann, bittet er ihn um Vergebung, tritt zurück und verbringt den Rest seines Lebens in Avignon.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Februar 2005
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich las gestern in einem Zeitungsartikel der dpa, dass die letzten Päpste alle ein Schreiben hinterlegt hätten, das die formale Demission für den Fall ihrer Unfähigkeit zur Leitung der Kirche vorsah. Vor Jahren äußerte sich der jetzige Papst in dem Sinn. dass er die Kirche nur so lange führen wolle, wie er dazu körperlich und geistig in der Lage sei. Es ist natürlich möglich, dass diese selbst gesetzten Grenzen dehnbar sind.
    Ich persönlich - obgleich Katholik - bin zur Zeit ganz unschlüssig bei der Frage, wie lange ein gebrechlicher Papst wohl amtieren sollte und wo die Grenze ist.
     
  4. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Dieter, ein Pabst sollte solange im Amt bleiben, wie er seinen Willen kund tun kann. Sollte er sich bewußt werden, dass dies nicht immer mehr möglich ist, sollte er zurück treten können. :(
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Februar 2005
  5. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Schön und Gut, lieber Heinz! Aber manchmal hat der Papst vielleicht eine andere Meinung von seinem körperlichen und geistigen Zustand, als es die Realität nahelegt. Was dann?
     
  6. askan

    askan Neues Mitglied

    Dafür tummeln sich eine Menge Fachleute in seiner Umgebung herum. Das tragische an seiner Krankheit ist der Umstand das man mit Parkinson zwar sehr fertig aussieht, aber geistig immer noch glasklar denken kann.
     
  7. Meister

    Meister Gesperrt

    kann er ja.

    nur ist es, wie oben schon erwähnt, ein sehr subjektives empfinden, ab wann man seinen willen nicht mehr kundtun kann. ist es aber mal soweit, dann tu das mal kund.

    dem ist allerdings meines wissens so begegnet worden, dass der ominöse brief - dessen existenz zu lebzeiten des papstes kaum je bestätigt werden wird - im falle eben einer solchen unfähigkeit zur artikulation (dauerhaft versteht sich) geöffnet werden darf.

    ob dann allerdings darin steht "ich trete zurück..." oder "kardinal xy führt die geschäfte bis zu meiner genesung..." oder was auch immer, das weiss nur der papst allein, der es in seiner omnipotenz verfügt hat.
     
  8. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Erinnert mich an Breshnew und Tschernenko inklusive Andropow. Die waren in ihrem Amt sowas von alt und krank, dass sie ihrer Arbeit nicht nachgehen konnten. Andropow und Tschernenko waren sogar schon schwerkrank, als man sie auf den Thron hievte.

    Kontraproduktiv ist es, wenn der kranke senile Führer seine Verantwortung an seine Untergebenen abgibt, aber weiter auf eigene Verantwortung besteht. Diese Diskrepanz wird - weder geschichtlich noch tagespolitisch, sondern zukunftsweisend - zu einem pompösen Begräbnis mit gleichzeitiger Heiligsprechung enden.
     
  9. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Dieter, dass müßten dann die Ärzte, welche ihn umgeben entscheiden, wenn es zu einer realistischen Selbsteischätzung nicht kommt. Vielleicht sagen wir zu dem heutigen Pabst nichts, sprechen nur allgemein, um nicht in die Tagespolitik zu kommen. :(
     
  10. Meister

    Meister Gesperrt

    nur müssten besagte ärzte dann auch prof. utr. iur. sein, um solche entscheidungen fällen zu können.

    und auch dann wollte ich eine solche entscheidung nicht treffen.
     
  11. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Ja das muß die Katholische Kirche allein entscheiden. Ich bin auch gespannt, ob eine solche Frage vor sich hergeschoben wird oder ob man tatsächlich eine Entscheidung trifft. Keine Entscheidung zu treffen ist auch eine Entscheidung. :fs:
     
  12. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Der Papst wählt sich nur selbst ab - heisst, er entscheidet, ob er in den Ruhestand geht. Die Katholische Kirche bricht sich mit ihrem selbst aufgelegten Diktat allerdings auch nichts ab. Da der Glauben nicht von irdischen Personen abhängig ist (sein sollte), kann man den jetzigen Papst auch auf seinem Posten lassen. Soviel zum philosophischen Beitrag meinerseits.
     
  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das stimmt, glaube ich, nicht ganz. Wenn er nicht mehr in der Lage ist, sein Amt auszuüben, wird ein Administrator bestellt. Welche Bedingungen da aber im Einzelnen zu erfüllen sind, entzieht sich meiner Kenntnis.
     

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