Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (Feldzug 1736)

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Schneerose, 4. April 2008.

  1. Schneerose

    Schneerose Neues Mitglied

    Hallo !
    Ich suche Informationen über den Russisch-Österreichischen Türkenkrieg-
    speziell über den Feldzug 1736.

    Die Infos auf der Wiki-Seite :
    http://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-%C3%96sterreichischer_T%C3%BCrkenkrieg_%281736%E2%80%931739%29

    sind leider etwas spärlich. Vielleicht könnt ihr mir ja mit eurem Wissen weiterhelfen.
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Dein Link funktioniert leider nicht. Ich würde Dir aber gern helfen. :)

    Hast Du Dich schon mit Material zu Kaiser Karl VI. beschäftigt? Es gab in den 1980ern mal eine recht ausführliche und reich bebilderte Biographie zu Prinz Eugen, die auch für Laien gut zu lesen war. Der Türkenkrieg stand zum Zeitpunkt seines Todes ja gerade ins Haus und deswegen hatte Österreich rasch in den Frieden mit Frankreich im Polnischen Thronfolgekrieg eingewilligt, während aber gegen Sardinien und Spanien der Krieg fortgesetzt werden musste, bis auch diese sich dem Frieden Frankreichs mit Österreich/dem Reich anschlossen.
     
  3. Tekker

    Tekker Gast

  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Der Türkenkrieg von 1736- 1739 war für das Haus Habsburg eine ziemliche Pleite. Die Türken, die nach dem Frieden von Karlowitz Ungarn, Transsilvanien und das Banat verloren und 1717 beim Frieden von Passarowitz Teile Bosniens, Nordserbien und die kleine Walachei abtreten mußten, gewannen diese Gebiete samt Belgrad wieder zurück.
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Da kamen dann zwar zwei Kriege zur Auswahl, aber da kam man dann dennoch rasch zum Ziel. Danke.:)

    Da fällt mir auch auf, dass gerade bei Wikipedia in dem Artikel Literaturhinweise, welche sich ausschließlich mit dem Krieg beschäftigen, eher fehlen. Die angegebenen Bücher sind ja eher Gesamtdarstellungen zu größeren Komplexen wie dem Osmanischen Reich.

    Bei Osprey-Publishings habe ich auch nichts gefunden, da brauchst Du also nichtmehr schauen.:cry:

    Geht es Dir eher um den Verlauf, was ich aus Deinem Eingangsbeitrag entnehme, oder die politische Entwicklung?
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich befürchte so schlau ist sie auch schon durch den Wikipediaartikel.:weinen:

    Trotzdem danke, dass Du uns helfen willst. Ich bin mal gespannt, was doch noch so zusammen kommt. Haben wir denn keine Österreicher im Forum, wo die Zahl der Literatur ungleich höher sein muss?
     
  7. Tekker

    Tekker Gast

    Richtig. Aber auch für Rußland war das Unternehmen nicht wirklich erfolgreich. Der Friedensvermittler Frankreich hingegen verstand es, entsprechende Vorteile aus seiner Position zu ziehen.

    Nicht ganz, das Banat verblieb m.W. beim Osmanischen Reich.

    Hier gehört dann das Banat mit hinein. Ebenso ein Teil Syrmiens.

    Aber eben nicht die o.g. Gebiete Syrmien und Banat.

    :)
     
  8. Schneerose

    Schneerose Neues Mitglied

    Danke für eure raschen Beiträge und den korrekten Link !

    Bisher noch nicht. Danke für deinen Literaturtip, das Buch scheint ein guter Einstieg zu sein. Hast Du evtl. den Autor oder die ISBN zur Hand ?

    Es geht mir um den Verlauf und -falls möglich- um die Situation der Teilnehmer (auf Seiten Österreichs). Zeitgenössische Berichte wären deshalb gut.

    Habt ihr zufällig Informationen über die Lage in Slawonien?
     
  9. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    *räusper* schon mal hier im Forum den Bereich "Osmanisches Reich" aufgesucht?
    :)
     
  10. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das scheint momentan das aktuellste zum Thema Karl VI. zu sein, er kommt aber natürlich auch in Sammelbiographien wie "Die Habsburger in Lebensbildern" vom Piperverlag vor, aber das wird Deinen Ansprüchen nicht genügen: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek - results/titledata
     
  11. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    An diesem Türkenkrieg nahm übrigens der historische Baron von Münchhausen teil, der laut seinen Berichten bei Otschakow in türkische Gefangenschaft geriet.
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Abgesehen vom Wahrheitsgehalt seines Berichtes ;) frage ich mich, in wie weit dann schon in den 1780ern, als sich Bürger und Raspe an die Geschichten um Münchhausen machten, noch Kenntnisse zum tatsächlichen Krieg in den 1730ern vorhanden waren.:grübel:

    Wenn er wirklich mit 18 bei der russischen Kavallerie in die Dienste trat, dürfte Baron Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen (1720-1797) allerdings nur eher das Ende des Krieges persönlich erlebt haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. April 2008
  13. Schneerose

    Schneerose Neues Mitglied

    Hat er dann nicht die Tokajer - Wette gewonnen und wurde freigelassen ?;)

    Meine weitere Suche nach Literatur war leider wenig erfolgreich.
    Bei Google kann man unter
    [FONT=&quot]http://books.google.de/books?id=w7UHAAAAIAAJ
    den Band "Militärische Korrespondenz des Prinzen Eugen von Savoyen" runterladen. -Passt zwar nicht direkt zum [/FONT]Russisch-Österreichischen Türkenkrieg[FONT=&quot], hört sich aber dennoch ganz interessant an.

    [/FONT]Prinz Eugen von Savoyen führte ja auch ab 1699 die Neuorganisation der Militärgrenze durch und 1702 entstand das Slawonische Grenzgeneralat.
    Zur slawonischen Militärgrenze gibt es unter Slawonische Militärgrenze – Wikipedia

    eine Karte mit dem Grenzverlauf von 1751.
    Hat vielleicht jemand Zahlen über die Stärke der Habsburger Grenzregimenter (speziell in Slawonien) ?
     
  14. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich hatte mal reingeschaut, aber auch nichts zum Feldzug von 1736 gefunden.
    Ich befürchte auch die Schwierigkeit hier wird sein, dass es Schneerose ja eher um die österreichische Sichtweise geht und das ist in diesem Krieg die Sichtweise des Verlierers. Aber eigentlich muss die österreichische Sicht doch in die türkische Forschung eingeflossen sein, wenn es denn eine zu diesem Krieg gibt.:grübel:

    Speziell 1736 lebte Prinz Eugen ja noch bis zum 21. April, vielleicht findet man doch ein bisschen dazu über ihn. Im Mai war der Krieg schon im Gange im Winter 1735/36 müssen also die Planungen schon gelaufen sein, zugleich waren die Kämpfe zwischen dem Kaiser und Frankreich schon im Wiener Präliminarfrieden von 1735 beigelegt worden.

    Wikipedia verrät allerdings:
    Das bedeutet, dass der Krieg im hier interessanten Feldzug auf die russische Seite und die Kämpfe um Assow unter Feldmarschall Münnich und in der Ukraine beschränkt gewesen sind. Wir müssen also nach russischen Quellen vornehmlich suchen.

    @ Schneerose
    Weißt Du schon was Berenhorst und Clausewitz, die bei Wikipedia zu Münnich und den Krieg angegeben werden, aussagen und ob diese Autoren mehr ins Detail gehen?

    Ich hatte mal nach "Asow 1736" gegoogelt und schonmal einen Plan gefunden: Digitales Archiv Marburg - Das DigAM Projekt
    Es gibt ein paar spärliche antiquarische Ergebnisse zu der Belagerung, die aber, glaube ich, zu der Zeit recht berühmt wurde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2008
  15. Schneerose

    Schneerose Neues Mitglied

    Leider nicht, werde sie mir evtl. per Fernleihe bestellen.

    Bisher bin ich davon ausgegangen, dass 1736 auch in Slawonien ("kleinere") Kämpfe stattgefunden haben.:red: Schätzt Du es als ausgeschlossen ein ?
     
  16. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Wenn ich mir die Quellenlage laut Wikipedia anschaue, halte ich es für unwahrscheinlich. Scheinbar ging der Krieg ja eher von Russland aus. Warum hätte Österreich noch 1736 intervenieren sollen, die Truppen mussten ja erstmal wieder von dem einen Kriegsschauplatz am Rhein nach Osten gebracht werden, außerdem war die Lage bevor Sardinien und Spanien auch in den Frieden einwilligten im Westen noch nicht ganz sicher. Grundsätzlich sind Scharmützel denkbar. In einem Buch zur Österreichischen Armee z.Zt. Maria Theresias las ich mal, dass der Konflikt an der Militärgrenze eigentlich permanent war, auch wenn der Krieg noch nicht ausgebrochen war.

    Aber ich bin leider kein Experte für den Balkan und Ungarn insbesondere.

    Zu den Büchern: Berenhorst war mir vom Anhaltinischen Hof eben als Sohn des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau ein Begriff. Er hatte wegen Problemen mit seinen Augen trotz der Teilnahme an einigen Gefechten und auch der Schlacht bei Torgau aus der Armee ausscheiden müssen. Ich denke Berenhorst ist zeitlich näher und kannte daher vermutlich auch noch Zeitzeugen des Krieges von 1736-39. Auf der anderen (österreichischen) Seite kämpften ja noch allerhand alte Hasen im 7-jährigen Krieg mit, die schon Anno 1737 dabei gewesen sein dürften.
    Clausewitz hingegen ist der bekanntere Name und seine Werke werden eigentlich in allen größeren Bibliotheken geführt, für Militärhistoriker oder Historiker der Neuzeit (?) überhaupt ist er ja unumgänglich.
     
  17. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    ich hab mal aus der Reihe "Osmanische Geschichtsschreiber" dieses gelesen:
    Band 07: Molla und Diplomat.Der Bericht des Ebu Sehil Nu`man Efendi über die österreichisch-osmanische Grenzziehung nach dem Belgrader Frieden 1740/41. Graz Styria Verlag 1972.

    sehr interessanter Bericht von der "Front", also der Militärgrenze, und viele Klischees entkräftend. Aber inwieweit der Krieg noch ne Rolle darin spielt, hab ich vergessen.

    vielleicht steht hier mehr drin:
    Nouzille, Jean: Histoire des frontières, L’Autriche et l’Empire ottoman (Paris: Berg International 1991). (Basiert auf Österreichisches Archiv Material)


    und hier noch was mit Lit.Tipps (mehr in Bereich Osm. Reich):

    Jonathan Dewald (Hrsg.)
    EUROPE 1450 TO 1789. ENCYCLOPEDIA OF THE EARLY MODERN WORLD

    THE OTTOMAN WAR WITH RUSSIA AND
    AUSTRIA (1736–1739)
    The Habsburg emperor Charles VI (ruled 1711–
    1740) agreed with the tsar in 1734 to cooperate
    secretly against the Ottomans. This agreement took
    effect when the Ottomans, encouraged by the
    French, declared war in May 1736 on both Austria
    and Russia to protest the placement of a pro-Russian
    candidate on the Polish throne. The Austrians
    tried to retake territory that they had given up at
    Passarowitz and captured Belgrade and Nisˇ. Over
    the next two years, however, the Ottomans won a
    series of victories against them, leading them to sign
    the 1739 Treaty of Belgrade, which restored the
    border agreed upon at Carlowitz. The Russians,
    now deprived of the help of their Austrian allies, had
    to end their own hostilities with the Ottomans and
    soon signed a treaty that gave Azov back to the
    Ottomans.

    RUSSO-OTTOMAN WAR OF 1736–1739
    The next Russo-Ottoman conflict broke out in
    1736, when Russia determined to put a stop to
    Crimean Tatar attacks on its territories and finally to
    establish a presence on the Black Sea. After Russia
    had resolved its then outstanding conflicts with
    other European nations, the tsar denounced Ottoman
    negligence of the Treaty of Pruth as a pretext
    for war. Encouraged by the French, the Ottomans
    declared war on both Russia and Austria in May
    1736 to protest the placement of a pro-Russian
    candidate on the Polish throne.
    The first result was that the Russians, who were
    better mobilized, invaded the Crimea and took
    Azov within three months. However, they soon had
    to withdraw because of poor logistics. Russia then
    shifted focus to Moldavia and Walachia when its ally
    Austria captured Nisˇ in 1737. Soon, though, the
    Austrians were pushed back so decisively that they
    were forced to sign a treaty with the Ottomans in
    1739 at Belgrade, giving up most of the territory
    they had been assigned at Passarowitz in 1718.
    As this agreement was being signed, the Russians
    were in the midst of trying to incite a Balkan
    Christian revolt against the Ottomans, had advanced
    deep into Moldavia, and were preparing to
    conquer Walachia, but news of the treaty ended
    these plans. With Austrian assistance gone, the Russians
    also signed an agreement with the Ottomans
    and relinquished Azov again.

    B I B L I O G R A P H Y
    Fisher, Alan. The Crimean Tatars. Stanford, 1978.
    Goffman, Daniel. The Ottoman Empire and Early Modern
    Europe. Cambridge, U.K., and New York, 2002.
    Kurat, A. N., and Bromley, J. S. ‘‘The Retreat of the Turks,
    1683–1730.’’ In A History of the Ottoman Empire to
    1730, edited by M. A. Cook, pp. 178–219. Cambridge,
    U.K., and New York, 1976.
    Shaw, Stanford J. History of the Ottoman Empire and Modern
    Turkey. Cambridge, U.K., and New York, 1976

    und hier mal ne Karte vom Feldzug:

    Изображение:Russian-turkey-war1735-1739.jpg — ’икипедиÑ
     
  18. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    wenn du die obigen Lit. Tipps nicht in deiner Bibliothek hast, und du auch keine Fernleihe mehr machen kannst, wegen Zeitmangels, wenn du dir den sehr ausführlichen Jorga (Geschichte des O.R.) nicht anschaffen willst, oder er verliehen ist, wenn du faul bist, und historisch korrekte Arbeit nicht so wichtig ist, da es eh keiner merkt, dann schau mal hierein, um nähere Infos zu dem Feldzug 1736 zu erhalten.
    Geschichte des Osmanischen Reiches - Google Buchsuche

    Des weiteren in den jüngeren Zinkeisen schauen:
    Geschichte des osmanischen Reiches ... - Google Buchsuche

    Problem dabei: sind 150 Jahre alt. völlig veraltet, falsche Interpretation der Quellen, damaliger Zeitgeist fließt mit ein. Aber besser als nix... ;)
     
  19. Schneerose

    Schneerose Neues Mitglied

    Danke lynxxx für die Literaturliste und den Link zur Karte !

    Der Bericht des Ebu Sehil Nu`man Efendi hört sich vielversprechend an, werde ich wohl zusammen mit dem Berenhorst bei der UB bestellen.

    Wie schätzt ihr die Literatur über Münnich ein ?


    Brigitta Berg: Burchard Christoph von Münnich - Die Beurteilung, Darstellung und Erforschung seines Wirkens in Rußland in der deutschen und russischen Historiographie. Der Versuch einer Perspektivenuntersuchung anhand von Beispielen. Oldenburg 2001

    M. Gottlieb Schlegel, Johann F. Hartknoch (Verf. 2. Aufl.): Lob und Denkschrift auf den weyland Rußisch-Kayserlichen Generalfeldmarschall, Herrn Burchard Christoph des Rußischen und H. Röm. Reichs Grafen von Münnich, 2. u. verb. Aufl. Riga 1770

    Gerhard Anton von Halem: Lebensbeschreibung des Russisch-Kaiserlichen Generalfeldmarschalls Burchard Christoph von Münnich. Oldenburg. Schulze 1803. - [XX], 272 S.

     
  20. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Darf ich mal fragen, was der Sinn deiner Recherche ist, und wieviel Zeit dir noch bleibt? Für ein Schulreferat? Für eine Seminararbeit in der Uni? Eine Magisterarbeit? Doktorarbeit? Hobby? Romanrecherche?

    Ansonsten kommt es auf die Sekundärliteratur an, und/oder dein Vorwissen, ob es sinnvoll ist Bücher, die älter als z.B. 50 Jahre sind, zu nutzen.

    Zur Orginalquelle "Molla und Diplomat" steht im Klappentext:

    "Der Friede von Belgrad im Jahre 1739 bietet den hintergrund dieses ineressanten Augenzeugenberichts. Nach dem Tod des Prinzen Eugen hatten die Österreicher Niederlage auf Niederlage auf dem Schlachtfeld erlitten und sich schließlich den sehr harten Bedingungen der Osmanen beugen müssen: Belgrad ging verloren, Serbien, die kleine Walachei, und die Festung Orsova. Der Autor unseres Berichts Ebû Sehil Nu'mân Efendi war Mitglied der osmanischen Kommission, die die Einzelheiten der Grenzscheidung aushandeln musste.
    In seiner Schilderung zeichnet er die menschlichen, allzu menschlichen Züge der Beteiligten, nicht zuletzt des späteren Großwesirs, unter dessen Eigensinn er am meisten zu leiden hatte. Schwierigkeiten gibt es bei der Grenzscheidung in Fülle. Aber immer weiß unser Autor Abhilfe, immer ist er derjenige, der letztlich alles zum Guten wendet, auch wenn er so manchen Kniff anwenden muss, der den österreichischen Verhandlungspartner in gleicher Weise zur Raserei bringt, wie seinen eigenen Chef."

    Der Nu'mân Efendi ist ein Besserwisser gewesen, der das auch die Umgebung spüren ließ. Aber er war ein sehr korrekter und integerer Mensch. Seine Schilderung ist in einer erstaunlichen Objektivität. Er prangert das eigene "Janitscharenpack" an, und bewundernd durchaus die technischen Errungenschaften und Bauwerke der "Ungläubigen" (Christen).
    Die Verhandlungen über die genaue Grenzziehung wird immer wieder sehr emotional geführt, wobei ich wie schon in anderen Berichten den Eindruck gewann, dass die christliche Seite wesentlich verschlagener, hinterlistiger, wortbrechender, usw. war. Banditen unterbrechen die Reise, eine unruhige Gegend, auch im Frieden...

    Der Autor selber ist weit herumgekommen in seiner Ausbildung und Arbeit als Jura-Professor, was aber nicht Gegenstand dieses Berichtes ist: Kemaliye, Divrigi, Diyarbakir, Istanbul, Täbris, Feodossiya/Krim, Tokat, Izmir, Andros, Zypern, Birgi, Isfahan/Iran, Manisa.

    Ob das nun deinem Zwecke dient, musst du selber wissen, aber es bietet jedenfalls einen interessanten Einblick in diese Zeit aus erster Hand, vor allem auch mal von der anderen Seite, die die christl. Gegner in teilweise neues Licht rückt. Das Buch ist historisch-philologisch kommentiert, allerdings nicht im Übermaß. Der Bericht hat auch seine Längen.
    Schade, dass ich damals kein Google Earth hatte, wäre sicherlich spannender gewesen, die Grenzziehung dort mit zu verfolgen, als auf der beiliegenden Karte

    Viel Spass.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. April 2008

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