Schlacht bei Fehrbellin - Nicht nachvollziehbarer Ablauf

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Fanatiker, 19. Januar 2012.

  1. Fanatiker

    Fanatiker Neues Mitglied

    Also wir sollten uns über die Schlacht bei Fehrbellin informieren, dass habe ich mir jetzt rausgeschrieben:

    - Die schwedische Truppe fiel in Brandenburg
    ein und positionierten sich bei Linum
    - Prinz Friedrich von Homburg ist ihnen mit
    seiner Truppe gefolgt und sollte sie bei
    Linum beobachten
    - Die Schweden haben den Trupp des Prinzen
    aber gesehen und dachten, aufgrund des
    nebligen Wetters, das sie der kompletten
    preußischen Armee gegenüberstehen würden
    - Zogen sich daraufhin zurück nach Fehrbellin
    - Der Prinz von Homburg folgte ihnen und attackierte sie frontal, bei einer Enge zwischen
    den Hakenberg und einem Fichtenwald.
    - Weitere Trupps der preußischen Armee (u.a. der Kurfürst Friedrich Wilhelm) stoßen dazu
    und besetzten Fichtenwald.
    - Vier Kanonen der preußischen Armee wurden auf den Hakenberg positioniert und so
    Attackierten sie die Schweden von oben, die sich dazu entschlossen den Fichtenwald zu
    stürmen, wo sie allesamt niedergemetzelt wurden

    Ist das richtig so ? Und was ist der linke Flügel und hat damit zu tun ?
     
  2. Maciej

    Maciej Neues Mitglied

    Hallo,

    die Flügel sind die linken bzw. rechten Enden einer Linie:
    Code:
    [CENTER]Feind[/CENTER]
     
     
    [CENTER][COLOR=royalblue][Fluss][/COLOR] [COLOR=lime]L L L[/COLOR] X X X X [COLOR=lime]R R R [COLOR=white]. . . . . . . . . . .[/COLOR] [/COLOR][COLOR=lime]L L L[/COLOR] X X X X [COLOR=red]R R R [/COLOR][COLOR=#ffffff]. . . .[/COLOR]
    [COLOR=black][COLOR=lime]L L L[/COLOR] X X X X [/COLOR][COLOR=lime]R R R[/COLOR]
    eigene Einheiten[/CENTER]
     
    
    Die 'L's wären hier der linke Flügel der jeweiligen Einheit, die 'R's der rechte. In diesem Zusammenhang benutzt man auch die Begriffe "ein Flügel ist angelehnt", wenn er an den Flügel einer anderen Einheit oder ein natürliches Hindernis angrenzt (grün), und "ein Flügel hängt", wenn er offen bzw. nicht abgedeckt ist (rot). Hängende Flügel sind schlecht, da sie dem Feind Möglichkeiten zum Angriff bieten.​

    Zum Ablauf der Schlacht kann ich leider nichts sagen.​

    Viele Grüße,
    Maciej​
     
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  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Der Schlachtverlauf ist mir auch nach meinen Kenntnissen nicht ganz klar, vor allem wohl, weil sich ja nicht die gesamte schwedische Armee einer Generalschlacht stellte, sondern nur Teile sich in den Kampf begaben.

    Bis wann brauchst Du denn die Infos? Ich habe dazu einen kleinen Aufsatz daheim rumzufahren.

    Im Übrigen: Zu der Zeit spricht man in der Regel noch von der kurbrandenburgischen oder brandenburgischen Armee. Die Bezeichnung preußische Armee wird zumeist erst ab der Königskrönung des Sohnes des Großen Kurfürsten verwendet.
     
  4. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Bei Wiki wird die Schlacht beschrieben, Unklarheiten sehe ich da nicht:

    Schlacht bei Fehrbellin ? Wikipedia

    Was aber nicht heissen muss, dass die Angaben dort stimmen.

    Gruss, muheijo
     
  5. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Das ist eine gute Darstellung.

    Die Brandenburger hatten sich bei Fehrbellin zu Beginn sehr geschickt aufgestellt, so dass beide Flügel gedeckt waren. Aus diesem Grund konnten die Schweden nicht ihre größere Zahl zum spielen bringen und die Brandenburger an den Flanken umfassen.
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Habe das jetzt mal überflogen. Unklar war mir bis jetzt immer, wie groß beispielsweise die wirklich von den Schweden eingesetzte Streitmacht war. Auffällig sind ja die Angriffe der Schweden mit Infanterie und Kavallerie auf die brandenburgische Kavallerie. Angriffe mit Infanterie auf Kavallerie sind ja eher selten in der Geschichte, weil normalerweise die Kavallerie der bewegliche Part ist und keine gegnerischen Angriffe erwartet.

    In einer anderen Darstellung hatte ich den Eindruck, dass beide Seiten eher in die Schlacht herein gestolpert sind, was an dem Nebel gelegen haben mag. Der Prinz von Homburg erscheint darin eher als Kommandeur einer Vorhut, der es auf seine Kappe nahm ohne Befehl weiter vorzustoßen und damit die Schlacht sozusagen ins Laufen brachte.

    Die brandenburgischen Truppen werden von Günter Nagel mit 6.000 Reitern, 800 Dragonern und 1.200 Musketieren angegeben.* Eigentlich wollte der Kurfürst wohl die Infanterie auch nachziehen, wurde aber durch die Aktion des Prinzen zum Eingreifen gedrängt. Die Schätzungen der schwedischen Streitmacht bei Fehrbellin gehen auseinander. 11.000-12.000 Mann hält Nagel jedenfalls für übertrieben und gibt diese Anzahl eher als diejenige der Armee beim Einfall auf brandenburgisches Gebiet an. Seither hatten die Schweden aber bei Nauen und Rathenow einige Verluste hinnehmen müssen. Überdies war ja schon ein ganzer Teil der Armee, auf jeden Fall der Großteil der Artillerie, wie sich auch aus dem Verlauf schön erkennen lässt, übergesetzt worden.

    Es ist für mich schwierig die Schlacht insgesamt einzuschätzen. Die Schweden unter ihrem noch recht jungen Befehlshaber wollten sich ja nur Luft verschaffen, um den Abzug zu gewährleisten. Die zeitgenössiche, brandenburgische Beschreibung der Schlacht gibt 2.000 Tote unter den Schweden und nur 200 unter den Brandenburgern an. Von daher müsste es sich um einen strahlenden Sieg gehandelt haben. In der Regel wird auch derjenige, welcher die Wallstatt für sich behauptete, als Sieger angenommen. Ein Problem sind solche Verfolgungsgefechte, weil ja dabei der Verfolgte in der Regel garnicht die Wallstatt behaupten, sondern sich bloß absetzen möchte. Die hohen schwedischen Verluste könnten sich dadurch erklären lassen, wenn deren Infanterie zersprengt wurde, weil sie dann für Kavallerie zur damaligen Zeit ein leichtes Opfer wurde.

    *
    Günter Nagel: "In Staub mit allen Feinden Brandenburgs - Fehrbellin 1675"
    in: "Die Mark - Schlachten und Scharmützel" (Heft 36) Lucie Großer Verlag, Berlin, 2000
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Januar 2012
  7. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Mir ist nicht ganz klar, wie die brandenburgische Infanterie zwei Tagesmärsche zurückhängen konnte und trotzdem eine Überlegenheit bei der Artillerie zustande kam. Waren es berittene Geschütze oder kamen sie aus einer anderen Richtung?

    Solwac
     
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