Schlaganfall - seit wann bekannt?

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von beetle, 27. Februar 2020.

  1. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    Ich habe mal eine Frage: kennt jemand eine Zeittafel, seit wann vom Schlaganfall gesprochen wird?
    In einigen Threads wurde die Erkrankung erwähnt (z.B. beim Tod von Friedrich Barbarossa, oder einigen anderen Persönlichkeiten der Geschichte)

    Waren denn schon Behandlungsmethoden bekannt? Vielleicht in der arabischen Welt?
     
  2. Dido

    Dido Mitglied

    Meinst du den Begriff oder die Erkrankung selber?
    Ich weiß, dass bereits in ganz früher Zeit die damaligen "Ärzte" und Berichterstatter häufig vom Schlagfluss sprachen.

    https://books.google.de/books?id=AIU_AAAAcAAJ&pg=PA380&lpg=PA380&dq=avicenna+schlagfluss&source=bl&ots=e37YrfkhYS&sig=ACfU3U2MyycQT_HSqjVjHhr8-KEC38gW6w&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjUzNzm_vjnAhWEwuYKHW_cDQ0Q6AEwAHoECAYQAQ#v=onepage&q= schlagfluss&f=false

    Im "Mittelalter" dachte man häufig die Erkrankung sei Gottes Zorn/ Rache für irgendwelche Verfehlungen.

    Richtige Behandlungsmethoden gibt es dabei strenggenommen bis heute nicht, man kann nur die Auswirkungen/ Symptome behandeln oder am besten dem ganzen vorbeugen.

    Avicenna und Galen waren zwar sehr fortschrittliche Ärzte für die damalige Zeit aber auch sie hatten natürlich mit den mitte ihrer Zeit zu arbeiten, so durfte zu Zeiten Avicennas keine Autopsie durchgeführt werden. Das macht es natürlich schwierig neue Behandlungen zu finden oder Krankheiten wirklich kennen zu lernen
     
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  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich habe ja den Verdacht, dass der in arab. Quellen als Garsiyya „Schiefmaul“ bezeichnete García Ordóñez (Berater von Alfonso VI. und historischer Gegenspieler des Cid Campeador) einen Schlaganfall überstanden hatte. Aber das hilft dir wahrscheinlich nicht weiter.
     
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  4. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Benannt war der Schlaganfall bereits in der Antike (ἀποπληξία). Zum Thema ein Buch beim Thieme Verlag: Die Apoplexie im medizinischen Schrifttum der Antike.

    Galen war im Mittelalter schon länger tot und hatte in der Antike offenbar eher mit sich selbst zu kämpfen, was die Sektion angeht. Siehe: Galen - Das Gehirn als zentrales Organ, Neurowissenschaftliche Gesellschaft.
     
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  5. beetle

    beetle Aktives Mitglied

  6. Dido

    Dido Mitglied

    Ich hatte auch nicht gemeint dass diese "Ärzte" im Mittelalter aktiv waren, sondern eigentlich nur ausdrücken wollen, dass frühere Untersuchungsmethoden gehemmt waren durch das Wissen und die Gepflogenheiten der damaligen bedeutet IHRER Zeit.;)

    Galen führte Sektionen durch, war dabei seiner Zeit sogar weit voraus (er führte Vivisektionen an Tieren durch und behandelte verwundete Kämpfer, dadurch gilt er als Vorreiter auf dem Gebiet und hatte bessere Einblicke, wenn bis ins 12/13. Jahrhundert auch kein oder kaum ein Mensch obduziert wurde), Avicenna war es durch seinen kulturellen Background verboten den toten Körper von Menschen aufzuschneiden, weil der Körper für das Begräbnis unversehrt sein musste, Tiere wurden zu seiner Zeit aber auch seziert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. März 2020
  7. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ich bin kein Mediziner, aber wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es einen sogenannten "weißen" Schlaganfall, verursacht durch Minderdurchblutung des Gehirns und das genaue Gegenteil: Hirnblutung oder hämorrhagischer Infarkt. Es scheinen ja auch heute noch, unterschiedlich medizinische Fachtermini für einen Schlaganfall verwendet zu werden.
    Ich weiß nicht, inwiefern man die unterschiedlichen Ursachen eines Schlaganfalles auch historisch auseinander halten konnte und eventuell auch unterschiedliche dafür Begriffe benutzte.
     
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