Sommertag / Tag es Sommers

Dieses Thema im Forum "Südeuropa | Mittelmeerraum" wurde erstellt von Gentius, 16. April 2020.

  1. Gentius

    Gentius Mitglied

    Der Dita e Verës oder Sommertag (teilweise auch fälschlicherweise als Frühlingstag bezeichnet) ist ein Frühlingsfest in Albanien, das jedes Jahr am 14. März begangen wird. Seit 2004 ist der Sommertag ein nationaler Feiertag. Seinen Ursprung hat das Fest in Mittelalbanien um Elbasan. Es wird aber so oder ähnlich auch in anderen Gegenden gefeiert, so in den Regionen um Gjirokastra, Përmet und Maliq sowie im albanisch bewohnten Westen von Nordmazedonien und dem Südwesten vom Kosovo. Das Fest hat heidnische Wurzeln. Das Datum war nach dem Julianischen Kalender der 1. März, der ursprüngliche Frühlingsanfang.Die Ursprungslegende verweist auf einen Tempel der Fee von Çermenika östlich von Elbasan.

    Man unterscheidet vier Phasen, wovon die Vorbereitung die erste ist: Üblicherweise gehören die Reinigung des Hauses, neue oder aufgefrischte Kleider und das Schmücken des Hauses dazu.
    Die zweite Phase ist der Vorabend: Einer Winterverbrennung gleich werden große Feuer angezündet.
    Es wird um die Feuer getanzt und manche springen darüber.
    Der Sommertag und die dritte Phase beginnen traditionell früh mit einer Waschung. Mancherorts gab es Umzüge der Jugend zur frühen Stunde. Man trifft sich auf den Straßen, um das frische Grün und die frische Luft zu genießen. Auch Besuche bei Verwandten und Freunden, manchmal mit Mittagessen, kommen häufig vor.
    Die vierte Phase ist ein Ausflug in die Natur außerhalb des Orts oder in Parks, wo die Leute sich zum Spielen, Singen, Tanzen und Picknicken treffen. Symbole des Sommertags sind das süße Elbasaner Gebäck ballokumja und das verorja genannte rot-weiße Halsband, das von Jugendlichen getragen wird.

    Faik Konica beschrieb dies so:
    Was ist der Sommertag? Es ist der Tag, an welchem – noch bevor die Christenheit geboren war – unsere Vorfahren zusammen mit den Römern und den alten Griechen die Götter der Blumen und Weiden ehrten.

    Ich bräuchte hier eure Hilfe, was meinte Faik mit den Römern und Griechen - habe die beiden Völker die gleichen Rituale und Frühlingsfeste?

    Aus albanischen Berichten geht hervor, dass die Illyrer das Fest am 15. März begehten und dies der Sonne widmeten. Darum auch das Gebäck in Form der Sonne, das ballokumja.

    Gibt es römische Frühlingsfeste? Oder griechische? Wo gibt es Gemeinsamkeiten wo unterscheiden sie sich?
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ich würde das alles nicht so ernst nehmen, weder Wikipedia, wo Du den ganzen Text her hast, noch die Worte des Dichters noch irgendwelche journalistischen "Berichte" - das alles sind keine historischen Quellen.

    Frühlingsfeste gibt es wahrscheinlich in allen Teilen der Welt, in denen es einen Frühling gibt, und oft wird der Frühling mit dem Neujahr verbunden. Verschiedene Elemente von Frühjahrs- und Neujahrsfesten kommen in verschiedensten Regionen häufig vor, zum Beispiel das Anzünden von Feuer(werk), Reinigungsriten, Alkohol trinken, usw. Mit Backwaren und Süßigkeiten, die an Neujahrs- oder Frühlingsfesten traditionell verzehrt werden, könnte man Bände füllen.

    In China "steht die Reinigung des Hauses mit Bambuszweigen und dessen anschließende Dekoration an ... Allgemein wird vor dem Neujahr alles erneuert: man streicht Wände neu, kauft sich neue Kleidung"

    Ähnlich im Iran: "Vor Beginn des Festivals versammeln sich die Menschen auf einem offenen, freien Platz. Bei Sonnenuntergang entzünden sie ein oder mehrere Lagerfeuer und springen über die Flammen."

    Man wird also immer irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen Frühlings- bzw. Neujahrsfesten verschiedener Regionen finden. Aber natürlich auch Unterschiede. Von daher wäre die Frage "gleiche Rituale und Frühlingsfeste?" zu verneinen.
     
  3. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Danke, Sepiola, da kann ich das Suchen nach Beispielen abbrechen und mich kurz fassen.

    In der Ethnologie ist das eine gut bekannte Erscheinung. Es gibt einfach Rituale und Vorgehensweisen, die auf der ganzen Welt vorkommen. Nicht unbedingt überall, aber doch so häufig, dass diese Verhaltensweisen ganz einfach als typisch menschlich erklärt werden können und es keinen weiteren Anlass wie die Verbindung zu einer anderen Gemeinschaft mit derselben Verhaltensweise geben muss. Das war ein Ergebnis des Strukturalismus in der Ethnologie.
     
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Hohes Alter und heidnischer Ursprung werden gerne von Festen behauptet. Ob es für diese Behauptungen auch Belege gibt, ist eine andere Frage.

    Die römischen Feste wurden in der Regel zu Ehren einer bestimmten Gottheit begangen. (Entsprechend viele gab es.) Ein allgemeines "Frühlingsfest" als solches gab es nicht, aber natürlich gab es im Frühling diverse Feste, die Gottheiten gewidmet waren, die auf die eine oder andere Weise mit dem Erwachen der Natur und dem Beginn des Landwirtschaftsjahrs zu tun hatten. Am ehesten in die Nähe eines Frühlingsfestes kommen wohl die Parilia am 21. April und die Floralia vom 28. April bis 1. Mai.
    Parilia – Wikipedia
    Floralia - Wikipedia

    Zu den Griechen sind keine allgemeingültigen Aussagen möglich, da sich die Feste von Region zu Region, von Stamm zu Stamm und auch von Stadt zu Stadt unterschieden.
    Für Athen z. B. Thargelia.
     
  5. Gentius

    Gentius Mitglied

    Wieso sollte Faik Konica nicht recht haben? Wie auch immer, wir huldigen der Sonne.( auch zur illyrischen Epoche gab es einen Sonnenkult).
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. April 2020
  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ich habe nicht geschrieben, dass er "nicht recht" hat, sondern dass Behauptungen über die alten Griechen, Römer oder Illyrer, die nicht auf historischen Quellen basieren, nicht ernst zu nehmen sind.

    Wir huldigen alle der Sonne. Zumindest gab es überall zu irgend einer Zeit irgend eine Form des Sonnenkults.

    Und Kekse und Brote sind übrigens oft rund.
     
    hatl und Gentius gefällt das.
  7. Gentius

    Gentius Mitglied

    Ich bin froh, dass heute Dita e Veres Albaner aus verschiedenen Religionen zusammenbringt. Was ein wichtiger Bestandteil des Albanertums sein wird. Obwohl Dita e Veres noch nicht dieses Gewicht hat. In der Geschichte findet man leider nicht viel darüber.

    Auch Ähnlichkeiten mit St.Georgfest alb. Shëngjergj - der unabhängig von Katholiken auch von anderen albanischen Galubensgemeinschaften gefeiert wird mit ähnlichen Ritualen wohl auch zu ehren unseres Nationalhelden Gjergj Kastriotis.
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

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  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Mit historischer Betrachtung hat das alles nur noch wenig zu tun.
     
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