Sozialdarwinismus und Rassenlehre

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von diabi, 16. Mai 2008.

Schlagworte:
  1. diabi

    diabi Neues Mitglied

    Hallo alle zusammen.
    Ich benötige dringend eure Hilfe. Ich habe nächste Woche Geschi-Prüfung und bin schon seit einige Wochen am Lernen. Jedoch kann ich einiges nicht lösen.
    Ich brauche unbedingt Text- oder Bildquellen, mit deren Hilfe ich die Gundlagen des Sozialdarwinismus erklären kann.
    Und noch was. Was sind denn die wichtigsten Unterschiede zwischen Hitlers Rassenlehre und Imperialistische Ideologie? Ich habe ganz viel darüber gelesen, kann es alles aber nicht mehr auseinander halten.
    Kann mir vielleicht jemand weiter helfen bitte?
    Ich bin für jeder Hilfe dankbar!
     
  2. Martas

    Martas Aktives Mitglied

    Was meinst du mit Grundlagen?
    Die Idee des Sozialdarwinismus liegt in der Übernahme von Evolutionstheorien und deren Übertragung auf eine menschliche Gesellschaft. Pfeiler in dieser Pseudowissenschaft bilden die Grundlagen "Überleben des Stärkeren" und die Vererbung positiver (bzw. negativer) Eigenschaften an nachfolgende Generationen. Erfahrungen oder Annahmen aus dem Tierreich werden also so auf den Menschen übertragen, dass die menschliche Gesellschaft selbst als ein Ort des "Rassenkampfes" angesehen wird, indem sich bestimmte Teile der Menschheit als besonders stark, klug oder gegenteilig als schwach und dumm erweisen.
    Der Sozialsdarwinismus geht also Hand in Hand mit der "Rassenlehre über den Menschen", da die Existenz sich entwickelnder und unterschiedlich entwickelter Rassen innerhalb der Menschheit seine Voraussetzung bildet.
    Die angenommene Entwicklung der Tierwelt wird also nur auf den Menschen übertragen, der wie ein Tier, mit anderen Menschen um sein Dasein kämpfen muss (Lebensraum, Ressourcen).

    Der Sozialdarwinismus ist keine Erfindung des Nationalsozialismus, er bildet lediglich eine seiner Grundpositionen. Die Ansätze des Sozialdarwinismus sind im 19. Jhdt. unter den Evolutionstheoretikern zu finden.

    Meinst du die britische Rassenideologie bezüglich der Kolonisation?

    Auch hier bildet die Annahme von einer herrschenden, überlegenden Menschenrasse die Grundlage.
    Cecil Rhodes formulierte unter "Die Aufgaben der englischen Rasse":
    "Ich behaupte, dass wir die erste Rasse der Welt sind und dass es für die Menschheit umso besser ist, je größere Teile der Welt wir bewohnen [...]. Darüber hinaus bedeutet es einfach das Ende aller Kriege, wenn der größere Teil der Welt in unserer Herrschaft aufgeht [...]. Da [Gott] sich die Englische sprechende Rasse offfentsichtlich zu seinem auserwählten Werkzeug geformt hat, [...] muss es auch seinem Wunsch entsprechen, dass ich alles in meiner Macht Stehende tue, um jener Rasse so viel Spielraum und Macht wie möglich zu verschaffen. Wenn es einen Gott gibt, denke ich, so will er daher eines gern von mir gean haben: Nämlich so viel von der Karte Afrikas britisch-rot zu malen wie möglich und anderswo zu tun, was ich kann, um die Einheit der Englisch sprechenden Rasse zu fördern und ihren Einflussbereich auszudehnen."

    (Stead, W.T. (Hrsg.): The Last Will and Testament of Cecil J. Rhodes, London 1902, S. 58f. und S.98 (Übersetzung von P. Alter). Zitirt nach: Epkenhans, Michael u.a. (Hrsg.): Geschichte und Geschehen 4. Stuttgart/Leipzig 2006, S 203)

    1. Die nationalsozialistische Ideologie und die englische Rassenlehre gehen von zwei unterschiedlichen Herrscherrassen aus, nämlich ihrer eigenen "Rasse".

    2. Bei C. Rhodes ist eindeutig eine Berufung auf Gott zu finden, der die "Englisch sprechende Rasse offensichtlich zu seinem auserwählten Werkzeug geformt hat", während diese Berufung auf Gott als Verantwortlicher für die Rassenentwicklung im Nationalsozialismus fehlt bzw. für den Großteil keine Rolle gespielt hat, da sich die arische Rasse in der Evolution des Menschen als die beste erwiesen hätte.

    3. Die britische Rassenideologie weißt in den Schriften ihrer Vertreter oft einen weltverbesserischen Charakter auf, d.h. bei Übernahme der Weltherrschaft ginge es allen besser, da die Zivilisation als Kulturerrungenschaft verbreitet werde.
    In diesem Bereich bin ich aber nicht sonderlich bewandert, dazu kann sicher jemand etwas ergänzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2008
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  3. diabi

    diabi Neues Mitglied

    Vielen herzlichen Dank!!!
    Hättest du vielleicht auch einen Bild, Karikatur oder Zitat für SD?? Ich brauche nämlich eine geschichtliche Quelle. Es darf nicht nur Erklärung sein..Hab so viel gegooglt und nichts gefunden.
     
  4. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Du findest hier Sozialdarwinismus – Wikipedia eine wenn auch stark reduzierte Darstellung dieses Problembegriffs. An seiner Wurzel stehen Personen wie Spencer und Haeckel. Beide selbst waren hochangesehene Wissenschaftler. Es wäre unsinnig, ihnen den Missbrauch ihrer - heute generell als falsch angesehenen! - Theorien zur rassistischen oder nationalistischen Propaganda anzulasten.
    Darwin selbst hat mit dieser Angelegenheit überhaupt nichts zu tun; selbst das Wort "Darwinismus" ist hier fehlerhaft angewendet und beruht auf einem Missverständnis der Evolutionstheorie.
     
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  5. diabi

    diabi Neues Mitglied

    Ja, es ist mir auch klar, dass es falsch angewendet wurde. Aber ich brauch
    unbedingt eine Quelle und nict Erklärung..Eine Zitat oder so was.
     
  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Dann sieh im Wikiartikel doch mal in den Einzelnachweisen und der Diskussion weiter...
     
  7. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Für WAS willst Du denn eine Quelle habe? Zitiere doch den Brockhaus, egal ob groß oder klein...

    Allerdings habe ich trotz einiges Bücherschlagens nicht herausbekommen, wer diesen soziologischen Begriff überhaupt eingeführt hat. Er kann - als Wort - natürlich erst NACH Darwin entstanden sein, also vielleicht wirklich Spencer? Wer hat gesagt: "Ich bezeichne ab jetzt mit dem Begriff "Sozialdarwinismus" folgende Denkrichtung" ?? Das muss ja nicht einmal ein "Sozialdarwinist" gewesen sein...
     
  8. Petra_44

    Petra_44 Neues Mitglied

    Hallo diabi,

    zum Thema Bildquellen muss ich sofort an diese Grafik denken, die illustrieren soll, wie sich die "unerwünschten" Menschen im Vergleich zu den "erwünschten" stärker vermehren und daher überhand nehmen. Die Zeichnung zeigt eine gepflegte ("arische") Musterfamilie mit einem Kind, und hässliche, ungepflegte "Untermenschen" mit vielen Kindern.

    Ich habe nach dem Buch gesucht, in dem sie war, es aber leider nicht mehr gefunden. Vielleicht kann jemand anders helfen? Ich glaube, so eine ähnliche Grafik war ohnehin damals auch in unserem Geschichtsbuch.

    Zum Unterschied zwischen der Rassentheorie des 3. Reichs und der imperialistischen Ideologie fällt mir diese sehr feine Unterteilung in "Unterrassen" ein, die man im 3. Reich vornahm. Da gab es doch diese Fotostrecken, die jeweils ein Beispiel zeigten, z.B. für die nordische, ostische, dinarische, etc. Rasse. Meistens sind auch ein oder zwei Juden dabei. (Oft hat man für diese Beispielfotos ausgesprochen unattraktive Menschen ausgewählt - für die "Arier" natürlich nicht.)

    Schau doch mal, ob du in der Bibliothek zufällig das Buch "Menschliche Erblichkeitslehre" von Baur, Fischer, Lenz (München 1923) bekommen kannst. Es enthält ein Kapitel über "Die seelischen Unterschiede der großen Rassen", das meiner Meinung nach sehr schön zeigt, wie man damals dachte.

    Ein paar Beispiele:
    "Die Neger leben im Vergleich zu diesen Rassen [den Neanderthalern] schon viel weniger in den Tag hinein. Sie haben eine ziemlich ausgedehnte Viehzucht und auch Pflanzenbau in gewissem Umfang entwickelt. Auch einige Gewerbe wie das Schmiedehandwerk haben sie ausgebildet. Im Vergleich mit europäischen Rassen fällt allerdings ein Mangel an vorsorglichem Sinn am Neger auf." (S. 411)

    "Der nordische Mensch ist von allen am wenigsten dem Augenblick hingegeben; er übertrifft alle anderen Rasen an Willensstetigkeit und sorgender Voraussicht. Infolge der vordenklichen Sinnesart werden die sinnlichen Antriebe weiter gesteckten Zielen untergeordnet." (S. 419)

    Hier werden also die Menschen anhand ihrer Herkunft und gewisser äußerlicher Merkmale in "Rassen" unterteilt, denen man dann gewisse Merkmale zuschreibt. Mit anderen Worten: Man erzeugt eine Reihe von "wissenschaftlich belegten" Vorurteilen und führt bestimmte Verhaltensweisen auf die rassische Herkunft zurück, auch wenn diese vielleicht einen ganz anderen Grund haben (Schulbildung, etc.).

    Schöne Grüße

    Petra
     
  9. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Ein wunderbares Beispiel, wie sich "Sozialdarwinismus" selbst ad-absurdum führt: Offenbar setzten sich die "Untermenschen" ja doch von alleine durch! Nein, das darf nicht sein!

    Ich kenne das beschrieben Bild auch nicht, habe aber ein anderes "düsteres Szenario" aus der einschlägigen Zeit..
     

    Anhänge:

  10. diabi

    diabi Neues Mitglied

     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    In einem Lexikon von 1936 sind Tortendiagramme abgebildet. "Arische" Zweikindfamilie vs. Schwarze mit vier Kindern, nach 200 Jahren sind 96% schwarz. Ich habe das jetzt nicht mit dem Taschenrechner überprüft.
     
  12. diabi

    diabi Neues Mitglied

    Danke Dir!!!!!!! Es ist echt ein passendes Bild. Weiß du vielleicht wie ich es am besten interpretieren kann??????
     
  13. Mercy

    Mercy unvergessen

  14. diabi

    diabi Neues Mitglied

    Es wäre perfect aber ich muss im Endeffekt 2 Quellen finden. Eine für SD und eine für Rassenlehre. Für RL hab ich schon was gefunden ( 12 Gebote). Dieses Bild stellt mehr RL dar, oder???
     
  15. Tekker

    Tekker Gast

    Was bitte? :confused:
     
  16. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Genau, wie es Petra_44 schon gezeigt hat:
    (1) Es wird eine "Rangfolge" von "Rassen" aufgestellt
    (2) Zur Begründung dieser Rangfolge werden diesen Rassen positiv und negativ besetzte Merkmale zugeordnet, in den Fotos z.B. ihr "Aussehen", oer Hinweise auf ihr "Verhalten". Diese Merkmalszuordnung ist aber beliebig, es geht nur darum, die entsprechenden Begriffe zu streuen.
    (3) Den in dieser "Rangfolge" unten stehenden Menschen werden nun gewisse Rechte abgesprochen ("Wahlrecht", "Freiheit", "Recht auf körperliche Unversehrtheit oder Leben",....)

    Dies ist jedoch NICHT "Sozialdarwinismus"! Der Sozialdarwinismus geht zwar Schritt (1), versucht im Schritt (2) "wissenschaftlich" zu argumentieren und trägt den Schritt (3) NICHT mit! Stattdessen wird postuliert, dass diese "niederen Rassen" von alleine durch die "höherer Rassen" verdrängt werden. Ein Sozialdarwinist würde also beispielsweise menschlich entsetzt sein von Dingen wie Genozid oder Auswüchsen der Sklaverei, dies aber für letztendlich "naturnotwendig" und "unvermeidlich" halten.
     
  17. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

  18. diabi

    diabi Neues Mitglied

  19. diabi

    diabi Neues Mitglied

    Also was meint Ihr?? Was soll ich denn nehme??? Oder kennt vielleicht eine Zitat, die SD gut beschreibt???
     
  20. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Der Sozialdarwinismus ist wie schon mehrfach gesagt, eine bekannte soziologische Theorie (wenn auch eine umstrittene bzw. falsch). Du kannst da jedes beliebige Lexikon zitieren; in allen wird - eben mehr oder weniger ausführlich - das Gleiche stehen!
     

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