Sozialismus und Industrialisierung

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von NoZero, 18. Januar 2006.

  1. NoZero

    NoZero Neues Mitglied

    Liberalismus und Sozialismus hat ja mit Industrialisierung zu tun.
    Ich denke ma der Liberalismus hat viele Zusammenhänge mit der Industrialisierung wie z.B. - Streben nach Gewinn
    - Nutzung sämtlicher Möglichkeiten etc.

    seht ihr auch welche Zusammenhänge zwischen Sozialismus - Industrialisierung ? :grübel:

    thx, denn ich finde nicht so viele
     
  2. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    naja, der liberalismus ist wohl älter als die industrialisierung. der liberalismus war vielmehr eine der voraussetzungen zur industrialisierung.
    die umformug der zuvor stänischen gesellschaft zur klassengesellschaft durch die industialisierung hat dazu geführt, daß die gesellschaftlichen umstände reif wurden für den sozialismus, daß sozialismus -wenn man so will- notwendig wurde.
     
  3. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Der Liberalismus hat nur indirekt etwas mit der Industrialisierung zu tun - viel mehr hat er mit der Aufklärung zu tun. Der Gedanke, dass der Einzelne größtmögliche Freiheit haben soll - also individuelle Freiheit, auf die der Staat, die politische und die wirtschaftliche Ordnung ausgerichtet werden sollen.

    Seine Rolle habe sich vorrangig auf den Erhalt von Recht und Freiheit zu beschränken. Regulationen der Wirtschaft, aber auch Sozialleistungen sollten ebenso wie Steuern minimiert werden. Dem Einzelnen solle durch sein Mehr an Freiheit auch mehr Verantwortung für sich selbst übertragen werden.
    Aufgabe des Staates ist, einzugreifen, wenn diese Freiheit verletzt wird, der Staat soll Recht und Freiheit schützen. Grundrechte sollen auch helfen, die Freiheit des Einzelnen zu schützen (Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit etc) - daher war ein Ziel der Liberalen, dass diese Grundrechte in die Verfassungen der Staaten Eingang finden. In der Zeit, als der Liberalismus entstand, herrschten nämlich noch vorwiegend absolute Monarchen, die selbst für sich in Anspruch nahmen, über dem Gesetz zu stehen und im Prinzip alle Entscheidungen allein nach Gutdünken trafen.

    Wie gesagt, diese Freiheit gilt auch für die Wirtschaft (keine vorgeschriebenen Preise, aber auch keine Sozialleistungen wenn es nach den extremen Verfechtern des Liberalismus geht - jeder ist für sich selbst verantwortlich).
    Aber den Liberalismus so einzuschränken "hat ja mit Industrialisierung zu tun" ... halte ich für falsch. Es gab ihn schon früher und durch die Industriealisierung erhielt der Liberalismus lediglich in einem Teilbereich neuen Schub. Wobei es durchaus Leute gab, die im Bereich Wirtschaft lautstark nach Freiheit schrien, im politischen aber überzeugte Monarchisten waren.

    Der Sozialismus entsprang dann dem Elend der Arbeiter, das wiederum eine Folge der Industriealisierung war.
     
  4. NoZero

    NoZero Neues Mitglied

    Ok, sie wie ich es verstanden hab, braucht ein Liberaler so wenig Staat wie nötig um die Grundrechte und so zu bewahren.
    Was hat dann der Liberalismus zur Industrialiseriung beigetragen ?
    Damit sich jeder frei entfalten kann ?

    Ich meine am Anfang konnte man sich noch nicht so frei entfalten wie während der Industrialisierung, da ja erst durch die Industrialisierung doch ein Überschuss an Ressourcen entstand, und erst so konnte man sich "Spezialisieren". oder ?
     
  5. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Liberalismus: gegen Zölle, gegen festgesetzte Preise, gegen Zunftwesen - und das alles stand auch der Industrialisierung im Weg
     
  6. NoZero

    NoZero Neues Mitglied

    stimmt wenn man das so betrachtet.
    also geht der Liberalismus in die Industrialisierung über ?
    und wie kam man eigentlich auf die Idee, z.B. menschliche Arbeitskräfte durch Maschinen zu ersetzten ? oder wie fing eigentlich die Maschinisierung (wenn man das sagen kann ) an ?
     
  7. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Vom Übergang einer Ideologie (das ist der einzige Oberbegriff für Liberalismus der mir einfällt) in eine Epoche zu reden ist ungünstig. Der Liberalismus wurde zur Geisteshaltung des Bürgertums und ist eine geistige Grundlage der Industrialisierung.

    Maschinen brauchen keinen schlaf und arbeiten unheimlich gleichmäßig. Der Vorteil gegenüber menschlicher Arbeitskraft liegt damit klar auf der Hand.
    Der Anfang der Maschiniesierung hängt auf jeden Fall mit der Dampfmaschine und den Entwicklungen der textilindustrie zusammen (spinning Jenny,..). Eine Jahreszahl kann man dazu nicht angeben, glaube ich.

    Sozialismus ließe sich nur in Industriegesellschaften verwirklichen*, denn vorher ist das wirtschaftliche Potential zu gering um die gerechte Verteilung aller Güter nach Bedürfnissen der Menschen zu realisieren.

    *nicht ausprobieren, das geht schief
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Januar 2006
  8. Mercy

    Mercy unvergessen

    Die Idee ist urururalt.
    Als z.B. das Rad erfunden war, brauchte man weniger Menschen für die gleichen Transportarbeiten wie vorher.
    Da man aber auch entdeckte, dass sich damit viel größere Projekte ausführen ließen, brauchte man wieder mehr Menschen...
     
  9. NoZero

    NoZero Neues Mitglied

    stimmt, ist klar =)

    thx für die Antworten, hat mächtig geholfen
     

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