Spartanische Könige

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Herakleitos, 24. Januar 2006.

  1. Herakleitos

    Herakleitos Neues Mitglied

    Ich suche ein Verzeichnis sämtlicher bekannter Spartanischen Könige (evtl. mit Biographischen Daten).Kann mir jemand weiterhelfen?Danke!!!
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  3. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Die Gründer der Häuser der Agiaden und Eurypontiden, Eurysthenes und Prokles, sind mythischen Ursprungs.
    Der Überlieferung nach waren sie Zwillinge und Ur- Ur- Ur- Enkel von Heracles.
     
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Bis heute ist das berühmte Doppelkönigtum unerklärt, obwohl es natürlich zahlreiche Theorien über seine Entstehung gibt. Die verbreitetste ist, dass zwei dominierende dorische Stammesteile bzw. Familien bestanden haben sollen, aus deren Fusion das doppelte Königtum hervorging.
     
  5. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Gab es nicht eine Aufgabenteilung zwischen beiden Königen? Einer für innenpolitische Belange und als Oberbefehlshaber? Damit bestünde zwar eine Kompetenzüberschneidung bei der Niederschlagung von Helotenaufständen, es wäre aber (sofern die Vorraussetzung richtig ist) eine mögliche Erklärung für das Doppelkönigtum oder zumindest ein Teilaspekt. Könnte es ähnliche Ursprünge haben wie die Sitte der römischen Republik 2 Konsule zu ernennen? Wohl eher nicht, denn die Verfassung wurde doch zu einem konkreten Zeitpunkt entworfen und entwickelte sin nicht über einen längeren Zeitraum.
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Über eine Aufgabenteilung zwischen beiden spartanischen Königen ist nichts bekannt. Man weiß lediglich, dass die Agiaden einen Ehrenvorrang vor den Eurypontiden innehatten. Im übrigen führt man die Institution des Doppelkönigtums auf die Einwanderungszeit der Dorer zurück und vermutet die von mir oben genannte Ursache. Es ist natürlich auffällig, dass auch die Römer ihre Magistrate stets kollegial – meist doppelt – besetzten, was mir in diesem Zusammenhang noch nie aufgefallen ist. Vielleicht gibt es da doch uralte Parallelen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2006
  7. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Die Kollegialität (wie auch die Annuität oder das Recht der intercessio) war eine Reaktion auf die Tyrannis der Könige bzw. nach der Öffnung der Magistraturen für die Plebejer ein Kontrollmittel der Aristokratie. Allerdings stand nach dem Sturz von Tarquinius Superbus zunächst wiederum ein einzelner Mann an der Spitze des Staates, der praetor maximus, bis er dann im Laufe der Zeit von den Konsuln verdrängt wurde.
     
  8. Turambar

    Turambar Neues Mitglied

    Ich meine auch was von dieser Art Aufgabenteilung gelesen zu haben, jedoch wäre zu vermuten v.a. in Kriegszeiten.

    [Von der Bezeichnung praetor maximus könnte auf ebenfalls amtierende praetores minores geschlossen werden und Differenzierung o.ä. bereits zu Beginn der Republik vermutet werden (aus einer Vorlesung bei Dr. Frank Bernstein)].
     
  9. Princeps

    Princeps Neues Mitglied

    Meines Wissens haben sich die vier Dörfer, als sie zur Gemeinde Sparta zusammenrückten, darauf verständigt, dass beide führenden Familien weiterhin jeweils einen König stellen dürfen.

    Das passt zu einem Prinzip, das in der spartanischen Geschichte immer wieder nachweisbar ist: Wer nicht völlig besiegt wird, darf mitmachen, zumindest als Juniorpartner.
    So geschehen bei der Eroberung Lakoniens und Messeniens (die besiegten: Heloten, die nicht Besiegten: Perioiken), bei der Ausweitung in der Peloponnes: Messenien besiegt: annektiert; Tegea nicht überwältigt: Juniorpartner im Peloponnesischen Bund ab 550. Amyklai nicht zu erobern: Aufnahme als Spartiaten.
    Und sogar für die Heloten Messeniens nach dem Erdbeben gab's einen glücklichen Ausgang, als Sparta sie zwar bedrängen und in Gefechten besiegen, aber insegesamt nicht im agon überwältigen konnte: Sie durften abziehen und wurden (von Athen) in Naupaktos angesiedelt.

    Fazit: Die beiden Parteien (wohl jeweils zwei Dörfer) konnten einander nicht endgültig besiegen - also schloss man sich zusammen.

    Hat auch den prima Vorteil, dass der König nicht zu mächtig wird, da ja immer ein anderer zur Verfügung steht, den man auch als Heerführer beauftragen könnte. Dass dieser Wettbewerb der Könige dann aber zu so großen Problemen führen kann wie bei Demaratos vs. Kleomenes ist wohl nicht zu vermeiden. Einen Nachteil gibts wohl immer.

    Übrigens haben die Ephoren/die Apella und nicht der König Krieg beschlossen und auch der Heerführer war nicht "natürlich" einer der Könige, sondern wurde ebenfalls bestimmt, ich glaube das haben auch die Ephoren gemacht.
     
  10. SRuehlow

    SRuehlow Neues Mitglied

    :confused: Im Griechischunterricht hat unser Dozent mal erzählt, wie eine typische Wahl der Könige von Sparta ablief:
    Man sandte ein paar Männer hundert Meter vom Ort, an dem der neue König (oder auch Könige) gewählt wurde, weg, die dann aufgrund des lauten Schreiens entscheiden sollten, wer den meisten Zuspruch erhalten hatte.

    Mir kommt diese Wahlmethode ziemlich lakedaimonisch vor! Warum hat man sich nicht mit einer demokratischen Abstimmung begnügt, wie wir es von den attischen Staaten her kennen? Oder ist das eher eine Ente?:confused:
     
  11. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Die Spartiaten umfassten nicht sehr viel mehr als ein paar hundert Männer. Wenn also in Sparta 2000 Mann zusammenkamen, dann war das durchaus demokratisch (für griechische Ansichten wer das Volk ist).
    Die Abstimmung nach Öautstärke kenne ich auch. Zugegeben etwas primitiv, aber eine Variante ansatzweise Anonymität zu gewähren.
     
  12. Princeps

    Princeps Neues Mitglied

    ...und auch eine Möglichkeit, beiden Kandidaten - gestuft - Wohlwollen auszudrücken.
    Wenn's korrekt ausgewertet wird (dafür ja auch die Entscheidung nach Lautstärke ohne zu wissen, wer gerade zur Wahl stand - was bei der Ephorenwahl gut funktioniert haben dürfte, wenn es nur einen Kandidaten gibt, weniger), ist das Verfahren besser als Handheben oder Wahlzettel, die zu mehr Verfälschungen führen.
     

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