Spieleentwicklung => Diverse Fragen zum Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von RollingStone, 27. Oktober 2007.

  1. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    Hallo,

    aufgrund einer Spieleentwicklung bin ich gerade dabei, mögliche Einheiten (nannte man das im Mittelalter "Soldaten"?) zu erstellen. Das wäre meine erste Frage.

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    Außerdem würde ich gerne wissen, aus welchen Materialien folgende Waffen im Mittelalter hergestellt wurden:

    Armbrust (Holz......), Bogen (Holz......), Speer (Eisen), Axt (Eisen, Holz), Lanze (Eisen), Schwert (Eisen, Goldlegierungen?), Rambock (Holz, Eisen), Mange (Holz, Eisen), Tribok (Holz, Eisen)

    In Klammern das, was ich denke.

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    Noch was. Wie nannte man im Mittelalter herkömmliches Volk ohne berufliche Anstellung? Zivilisten? Bewohner?

    Wie könnte man Personen passend zum Mittelalter nennen, die Gebäude errichten?

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    Gab es im Mittelalter schon Berufe wie Farmer, Müller, Bäcker? Falls ja, hießen sie vielleicht anders?

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    Welche Nahrung ist typisch für das Mittelalter?

    Brot, Fleisch (welches Fleisch?), Tabakwaren?, Alkoholische Getränke (Bier?)

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    OK, das war ja schonmal einiges. Würde mich freuen wenn ihr mir da helfen könnt.

    Gruß

    RollingStone
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Oktober 2007
  2. Kraft

    Kraft Neues Mitglied

    Willkommen im Forum, Rolling Stone!

    Zuerst solltest du dir darüber im Klaren sein, welches Jahrhundert du nimmst, denn bewaffnung und Kriegsführung unterscheiden sich ganz erheblich mit der Entwicklung der jahrhunderte. Während man um 1200 um noch im kettenhemd rumlief, waren um 1400 die Platten weit verbreitet.
    Dann musst du ncoh den Raum festlegen: Wo soll das Tabletop spielen?

    Hast du Tabletoperfahrung?


    Infanterie könnte man "Fußvolk" nenne, obwohgl es da zig Unterscheidungen je nach Funktion gab.

    Desweiteren solltest du dir darüber im Klaren sein, dass man im mittelalter für die meisten Waffen Stahl benutzt hat, nicht Eisen (vllt zum anfang noch). Aber die verfügbarkeit von Materialien im Mittelalter hängt auch stark von Raum und zeit hab.

    Also grenz das alles ersma ab, dann sehen wir weiter.
     
  3. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    OK...das alles soll sich im 15. Jahrhundert abspielen. (ca. 1450, also ungefähr zu Seiten der Erfindung des Buchdrucks)

    Ich habe Einheiteninformationen von einer Mittelalterseite genommen und bin dann zu folgender Zusammenstellung gekommen:

    (Die Seite befasste sich mit dem Mittelalter zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert.)

    1.2 Einheiten
    1.2.1 Nahkampf
    - Axtkämpfer (Eisen, Axt)
    - Hellebardier (Eisen, Lanze)
    - Schwertkämpfer (Eisen, Schwert)

    - Ritter (Pferd, Eisen, Schwert)

    1.2.2 Distanzkampf
    - Speerwerfer (Speer)
    - Armbrustschütze (Armbrust)
    - Bogenschütze (Bogen)

    - Ber. Bogenschütze (Pferd, Bogen)

    1.3 Kriegsmaschinen
    - Rammbock (Holz, Eisen)
    - Mange (Holz, Eisen)
    - Tribok (Holz, Eisen)
     
  4. Kraft

    Kraft Neues Mitglied

    Könntest du die Seite mal posten?

    Und wieder: Die Waffen bestanden aus gehärtetem Stahl! Nicht aus Eisen!

    Die Armbrust des aus dem 15. Jahrhundert hat einen Stahlbogen und 400-600kg Zugkraft ist da möglich.

    IM Spätmittelalter sind die Stangenwaffen die Hauptwaffe. In großen Spießerhaufen wurden mehr als nur ein hellebardier eingesetzt. Wichtig sind: Speere, Glaive, Kuse, Morgenstern, Pike.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Oktober 2007
  5. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    Diese Seite:
    die dunkle zeit - das mittelalter

    Ja, das mit Eisen habe ich noch nicht ergänzt. Seit wann waren diese denn aus Stahl? Seit den Zeiten des Spätmittelalters? Oder gab es das auch schon früher?
     
  6. Kraft

    Kraft Neues Mitglied

    Also den genauen Zeitpunkt kenne ich jetzt nciht (muss ich eingestehen), aber es war shcon Jahrhunderte davor möglich, Stahl herzustellen und zu härten.
    Ab dem 12.Jahrundert war es auf jeden Fall möglich, Raffinierstahl herzustellen.

    Geht es überhaupt um ein Tabletop?
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Oktober 2007
  7. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    Tabletop? Nein, ich denke nicht.

    Die Rede ist von einem Computerspiel welches gerade in der Entwicklung ist. :)
     
  8. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Armbrüste nur as Holz oder mit Metallbogen.
    Bogen in Europa nur Holz. Stammholz um genau zu sein. Aus einem 2m langem Stück Stamm können u.U. bis zu 4 Bogenrohlinge gewonnen werden.
    Speere und Lanzen benötigen auch Holz.
    Gold für Schwerter kann nett aussehen, ist aber imho nicht zwingend erforderlich.
    Rammböcke als Baumstamm mit Henkeln kann sogar fast ohne Metall auskommen. Aber diese überdachten Konstruktionen waren als Pfeilschutz mit Tierfellen/häuten behangen.
    Mangen bezogen die Kraft aus gedrehten Seilsträngen (z.B. Pferde- oder Menschenhaar). Metallbedarf hält sich in Grenzen.
    Tribock: das Geschoss lag meist in einer Schlinge. Etwas Seil und Leder ist also ganz nützlich. Das Gegengewicht war aus Bleiringen (dann benötigte der Tribock Räder) oder ein mit Sand und Schutt gefüllter Kasten (für feststehende Konstruktionen)*
    Triböcke verschossen deutlich größere Murmeln als Torsionsgeschütze wie Mangen und Ballisten.
    Ich wär für Pöbel.
    In Anlehnung an das Lehenssystem müsstest du aber den Pöbel weiter differenzieren zwischen Freie und Vasallen.
    Ja. Bloß solltest du Farmer vielleicht lieber Bauern nennen oder konsequent englisch benamsen
    In erster Linie Getreide: Als Grütze, Brot, Bier,...
    mach als Lebensmittel am besten Gerste und Weizen (für Pferde noch Hafer). Fleisch und Gemüse kannst du fast vernachlässigen. Ein wenig Kohl, ein paar Erbsen, Zwiebeln. Wenn Fleisch, dann in erster Linie Schwein oder eventuell Rind und Geflügel, beim Adel auch mal Wild.


    *hängt mit dem Ausschwingen nach dem Schuss zusammen. Ein physikalisch interessierte Mensch kann das bestimmt besser erklären, aber die Kräfte die wirken, übertragen sich nicht restlos auf den Stein und müssen daher teilweise abgefangen werden. Entweder pendelt das Gewicht oder der Tribock rollt kurz vor und zurück.
     
  9. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    OK, vielen Dank schonmal!
    Werde mich bei den Berufsnamen außschließlich an das Deutsche halten.

    Doch nochmal zu den Getränken...was gab es denn da im Mittelalter?
    Ich denke Wasser, Bier, Wein? Diese drei Sachen auch alle für Normalsterbliche?

    €dit:

    Hier noch die Liste der aktuellen einbezogenen Rohstoffe:

    Rohstoff => wird gebraucht für

    - Getreide => Brot, Bier
    - Wasser => Brot, Bier, Wein
    - Gewürze => Bier, Wein
    - Früchte => Wein
    - Gemüse => Gemüse
    -------
    Höhergestellte Rohstoffe
    --------
    Fleisch => Fleisch
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Oktober 2007
  10. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Wasser wurde mWn nach selten pur getrunken. Wein nur von sehr wenigen. Dann schon eher Milch.

    Wo ist die Getreidegrütze in deiner Aufstellung? Die ist wichtig.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wasser wurde selten getrunken, da stimme ich Themi zu, eher Bier und Wein. Wo ich Themi nicht zustimmen würde ist, dass Wein seltener getrunken wurde - da sind eher regionale Unterschiede zu beachten: Gerade Bayern war im MA Weinland. Dass das Bier sich durchsetzen konnte - und Bayern heute als klassisches Bierland gilt -, lag daran, dass Wein irgendwann im ausgehenden MA so stark besteuert wurde, dass das Importbier aus Norddeutschland (der Sortenname Bock kommt von der Brauerei Haake Beck) einfach preiswerter war.


    Ach so: Wegen der oben gestellten Frage: Tabak gab es noch nicht. Die Pflanze stammt aus Amerika.
     
  12. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    OK, danke euch.

    Wie würdet ihr das Gebäude nennen, welches den Weintraubenextrakt produziert? Sowas eine eine Obstplantage.

    Achja, genau..dann brauche ich noch ein Gebäude, welches Gewürze zur Verfügung stellt. Gewürzplantage....?!

    Hatte eben die Idee, Obst und Gewürze dem Bauernhof hinzuzufügen. Ist das realistisch?
     
  13. Stahl gab es schon in der Antike. Über die Verwendung von Stahl für Waffen kannst du da einiges nachlesen:
    Damaszener Stahl - Wikipedia

    Was die Ernährung angeht, sollte man unterscheiden, mit welchen Bevölkrungsschichten man es zu tun hat.
    Wasser wurde durchaus sehr häufig getrunken, vor allem von den Bauern. In den Städten war das Wasser wegen der hygienischen Verhältnisse oft wenig genusstauglich. Deshalb wurde Leichtbier gebraut, um wenigstens vor einem Teil der Keime verschont zu bleiben. Das war aber nur teilweise nützlich. Weil allerhand Fragwürdiges beigemischt wurde, hat der bayrische Herzog Wilhelm das vielzitierte Reinheitsgebot erlassen.
    Schließlich sollte als Getränk der Apfelmost. Apfelwein, Äbbelwoi nicht vergessen werden.
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Weinkeller, Bodega, Kelterei (hat nix mit Kelten zu tun)?


    Die meisten Gewürze wurden gesammelt oder gehandelt. Salz wurde teilweise durch Verdunstung (Salzpfanne) gewonnen, teilweise abgebaut (Salzbergwerk)

    Eher Klöstern - den damaligen landwirtschaftlichen Großbetrieben.
     
  15. Trauben wurden (und werden) in der Kelterei gepresst oder kurz in der Kelter (obwohl das die Bezeichnung für die Presse selbst ist).

    Plantagen in Monokulturen wie heute gab es damals noch nicht. Obstbau gab es nach Art der heutigen Streuobstwiesen.

    Wenn du bei Gewürzen an Pfeffer, Zimt etc. denkst, dann gab und gibt es die bei uns nicht im Anbau, und im Mittelalter wurden sie nur für reiche Leute importiert. "Gewürzt" wurde mit Kräutern, die man im Garten hatte; Plantagen gab es da auch nicht. Schon Salz war fast Luxus, mit dem man sparsam umging.

    Noch ein Hinweis darauf:
    http://www.geschichtsforum.de/f51/wurde-im-mittelalter-gegessen-702/
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28. Oktober 2007
  16. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    Vielen Dank! Die Sache mit den Klöstern ist eine sehr gute Idee.

    Fehlt noch die Produktionsstätte von Fleisch. Habt ihr da eine Idee? Das ganze auch dem Bauernhof zuordnen? Danach noch andere Gebäude zur Weiterverarbeitung?
     
  17. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Natürlich gab es Berufe, wobei der am meisten verbreitete in England der Farmer, in Deutschland der Bauer und in Spanien der Campesino war.

    Wie sich die einzelnen Berufe nannten war regional unterschiedlich. Der Bäcker hieß mal Bäcker, mal Beck oder Becken. Der Metzger hieß auch Schlachter oder Fleischhauer.


    Mehr Details zu mittelalterlichen Berufen findest Du hier:

    Edalon: Mittelalterliche Berufe im Rollenspiel


    und hier:

    Familia-Mercatores.de - Mittelalter





    Gruß

    Jacobum
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Bogen aus Eibenholz.
    Wobei im Ergebnis die Eibe in Europa faktisch ausgerottet wurde. Bis heute ist die Eibe ein sehr seltenes Gehölz.
     
  19. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ulme geht notfalls auch und eine Unterscheidung in verschiedene Gehölzarten wäre für ein Computerspiel imho zu komplex.
     
  20. RollingStone

    RollingStone Neues Mitglied

    OK...hätte da nochmal eine Frage an euch. :)

    Der Medicus spielt natürlich eine große Rolle. Wie waren die Wirkungsstätten des Medicus geregelt? D.h. hatte er, wie die heutigen Ärzte auch, ein eigenes Arzthaus in der Stadt, wohin die Leute gingen oder lebte ein Medicus meistens in seinem Häuschen und besuchte die Kranken?

    Welchen Stand hatte eine damalige Schenke unter den armen, als auch unter den reichen Bürgern?
     

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