Stalinzeit

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von Prinzesschin, 10. Dezember 2013.

  1. Prinzesschin

    Prinzesschin Neues Mitglied

    Halli Hallo :winke:
    Wir machen im Unterricht gerade Russische Revolution, und haben letzte Stunde über die Stalinzeit geredet. Leider war ich krank und weiß nicht genau was das ist... Kann mir das jemand erklären?

    LG Prinzesschin
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Hast du schon mal etwas von Josef Stalin gehört?

    Wenn nicht dann google doch mal nach dem Namen.
     
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    War Deine ganze Klasse krank? Eigentlich wäre eine Frage an Deine Mitschüler der einfachste Weg.
     
  4. Prinzesschin

    Prinzesschin Neues Mitglied

    Die meisten waren auf einem Rugby Tunier von unserer Schule und die die da waren haben selber keine Ahnung.....
     
  5. excideuil

    excideuil unvergessen

    :respekt: Bin gerade ein bisschen neidisch, zu meiner Schulzeit war das theoretisch und staubtrocken ... :hmpf:

    Grüße
    excideuil
     
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  6. BerndHH

    BerndHH Mitglied

    Moin,

    ist eigentlich nicht so schwer. Stalinzeit = Lebens- und Regierungszeit Stalins, Stalinismus im weiteren Sinne.

    WP führt aus:
    Als Stalinismus bezeichnet man
    1.die Herrschaft Josef Stalins (1927–1953) in der Sowjetunion und in der Komintern,
    2.die von Stalin geschaffene theoretische und praktische Ausprägung des Marxismus-Leninismus,
    3.die darauf aufbauende Form des Totalitarismus,
    4.einen mithilfe marxistischer Argumente begründeten kritischen Begriff.

    Vermutlich meinst Du Punkt 1.
    Dann musst oder solltest Du allerdings in die Tiefe einsteigen. Stalinismus als Ausdruck von ideologischem Dogmatismus und Totalitarismus.
    Die Stalinistischen Säuberungen, nach Schätzungen in Höhe von 20 Millionen Opfern. Zwangskollektivierung i.d. Landwirtschaft, Unterdrückung der Ukraine, Stalins Personenkult, Stalins Rolle während des WK II und in der Nachkriegszeit, Stalins Rolle im Kalten Krieg, etc.

    Stalins Karriere
    • 1922 - 1952 Generalsekretär Zentralkomitees d. Kommunistischen Partei der Sowjetunion
    • ab 1941 Vorsitzender des Rates der Volkskommissare (Regierungschef)
    • 1941 - 1945 Oberster Befehlshaber der Roten Armee, „Generalissimus“
    • ab 1946 Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR
    Der Diktator Stalin wurde nach dem WK II als eine Art "Halbgott" verehrt. Der Personenkult um ihn trieb schon sehr spezielle Blüten.
    Auch heute gibt es anscheinend noch sehr geteilte Meinungen in Russland über ihn: einerseits der Schlächter, Blutsäufer, neben Hitler größter Massenmörder der Weltgeschichte, andererseits als Patriot, Befreier Russlands von den faschistischen Eindringlingen, Volksheld, Vater des Vaterlandes, etc.
    Zu seinen historischen Verdiensten gehört der Übergang der Sowjetunion vom Agrarland zur modernen, industrialisierten Supermacht.
    Nach seinem Tod leitete Chruschtschow die "Entstalinisierung" der UdSSR (CCCP) ein.

    Platt und sehr grob gesagt, die Stalinzeit, bzw. der Stalinismus in der UdSSR steht für einen monolithischen Machtblock mit "einbetonierter" Fürhungsrolle der KPdSU und Josef Wissarionowitsch Stalin (Иосиф Виссарионович Сталин, Stalin - "Der Stählerne") als charismatische Führungs- und Vaterfigur.
    Vielleicht kann man das auch intelligenter ausdrücken, doch mir fällt z.Z. nichts anderes ein.

    Tschö,
    Bernd
     
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  7. BerndHH

    BerndHH Mitglied

  8. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Stalinzeit...

    Das Netz ist ja übervoll zu diesem Thema. Man sieht es hier ja auch an einigen Beiträgen.
    Auch hier im Forum ist sehr viel zu finden.
    Für das Netz braucht man keine Links, da reicht der Name „Stalin“ bei google eingeben.
    Einen Hinweis möchte ich aber geben.
    Falls Du mal Gelegenheit hast nach Litauen zukommen und man bietet Dir einen Besuch im Grutas Park an, nehme diesen wahr, es lohnt sich.
    Im Netz findest Du ein Youtube Video (engl.) zu diesem Park.
    Genauso habe ich es da erlebt.

    Ein paar Zeilen zur Stalinzeit während meiner Schulzeit.
    Ich hoffe ich langweile keinen damit.

    Was mich in meiner Kindheit eine ganze Weile begleitete...
    Begleitete zu seinen Lebzeiten, dann zu seinem Geburtstag (18.12.) und zu seinem Todestag (05.03.).

    Keine Feierstunden in der Schule ohne: „Im Kreml ist noch Licht“.
    E. Weinert schrieb dieses Gedicht anlässlich des 62. Geburtstags von Stalin.
    Gedicht findest Du im Netz.

    Am Ende heißt es:
    „Ruhig schläft das Land. Sein Herz bleibt wach. Im Kreml ist noch Licht.“

    War immer eine recht ehrfurchtsvolle Stimmung unter uns Kindern, aber nicht bei allen.

    Einigermaßen bewusst würde ich für mich persönlich diese Zeit ab der 3 Grundschulklasse (1950/1951) bis zu seinem Tod am 05. März 1953 (Donnerstag) nennen.
    Das am gleichen Tage Prokofjew starb, ging an mir vorbei, wahrscheinlich hätte ich damals gar nicht gewusst wer das ist.

    Vielleicht habe ich es damals gar nicht so richtig wahrgenommen, aber ich kann mich nicht so recht daran erinnern, dass wir Schulkinder in der Stalinzeit da einen politischen/ideologischen Druck ausgesetzt waren.

    Wenn ich mir meine Zeugnisse aus der damaligen Zeit ansehe, finde ich auch keine Note im Fach Gegenwartskunde.
    Ist zwar auf dem Zeugnissen aufgedruckt, aber der erste Eintrag erfolgte im Schuljahr 7 (1954/1955).
    Stalin beschränkte sich in der Schule – so meine Erinnerungen – auf Feierstunden, Bilder an den Wänden und Wandzeitungen, die immer keiner machen wollte. Der Gruppenrat (Klasse) und auch der Freundschaftsrat (ganze Schule) hatten da immer richtig Stress :).

    Zur Schuljahresfeier (Abschluss der Grundschule) gab’s zusätzlich einen Vorgedruckten A4 Doppelbogen.
    Auf der Innenseite Text.
    Darin kein Wort zu Stalin oder zur KPdSU oder zur Roten Armee, kein Wort auch zu Ulbricht und SED.
    Der Text schließt ab (2. Innenseite):

    Ans Vaterland ans teure schließ dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen. Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft“. F. v. Schiller.

    Als ich dann in der 8. Klasse war (1956), fand ja der XX. Parteitag der KPdSU statt und da wurde mit Stalin abgerechnet.

    Bekam gerade noch mit, wie in der Schule seine Bilder verschwanden.
    In der drauffolgenden Berufsschule war wenig bis gar nichts mehr von ihm zu hören.
    Das politische war im Fach Geschichte integriert. Ein extra Fach gab es nicht.
    Der Lehrer dieses Faches hatte sich umgestellt, es begann ja die Ära Chruschtschows.
    Kann das so schreiben, weil ich damals einen sehr engen Kontakt zum Physiklehrer hatte und der konnte diesen überhaupt nicht leiden. Der war aber nicht der Einzigste.

    Mein Umfeld zu dieser Zeit, die Älteren.
    Sicher gab es da Menschen die recht kritisch ihm gegenüberstanden.
    Einer war da Erich Loest.
    Einige andere gingen rechtzeitig in den Westen, andere blieben und waren allerdings auch sehr vorsichtig mit ihren Äußerungen.

    Aber nicht wenige sahen in Stalin denjenigen, der Hitler das Genick gebrochen hatte.
    Geht zurück auf den Ausspruch Thälmann nach dem Überfall auf die Sowjetunion: „Stalin bricht Hitler das Genick“.

    Unter den vielen damaligen Alten war ein gewisser Enthusiasmus vorhanden, nunmehr beginnt ein neues Zeitalter.
    Was daraus geworden ist ja bekannt.
     
  9. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Moment, Russische Revolution und Stalinzeit sind zwar aufeinanderfolgend und sicherlich auch in gewisser Weise überlappend, aber doch eigentlich verschiedene Epochen.

    Richtig!

    Wieso gehen die zum Rugby-Turnier und nicht zum Geschichtsunterricht? Vielleicht ist Rugby interessanter als Geschichte (kann ich mir zwar nicht vorstellen), aber wieso sind zwei Schulveranstaltungen gleichzeitig? Und wieso haben die, die in Geschichte waren, keine Ahnung? Was sagt denn der Lehrer dazu? Wieso werden hier Steuergelder verschwendet?
    upps...

    =) (ich liege gerade unter'm Tisch und rolle vor Lachen.)




    Das dürfte auch direkt das Problem sein, dass es zu viel an Informationen für die Prinzessin gibt. Bernd hat in seinem vorherigen Posting schon dankenswerterweise einiges zu Stalin geschrieben. Wikipedia mag vielleicht ein wenig zu ausführlich sein...

    Eigentlich müßtest Du etwas haben, was für Dein Alter und Deine Vorkenntnisse geeignet Materialien bietet. Aber ich vermute, dass Du ein Schulbuch hast. Da müßte doch auch etwas über die Epoche enthalten sein. Vielleicht hat der Lehrer auch noch etwas verteilt oder bietet über Facebook, Twitter oder was-auch-immer die Unterrichtsmaterialien an.
     
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