Stammen die Deutschen von den Polen ab?!

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Ronald, 28. Juni 2011.

  1. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    :rofl::rofl:
    dass der Zuber von Zubr kommt, ist ja der schlagendste Beweis neben dem schon von Heine erwähnten Eselinski. Man konnte das reinliche Tier obendrein zubereiten, ein Verb, dass natürlich früher zubreiten geschrieben und gesprochen wurden. Übrigens reichte der vorgeschichtliche Einfluß des Urpolnischen bis zu den beiden Eiskappen unseres Planeten, wie deren Namen ja ebenfalls schlagend beweisen.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, Herbert Knebel stellte schon vor etwa 15 Jahren entsetzt fest, dass "die Polen schmelzen".
     
  3. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Ich bitte mal drum, aus den Polaben keine Polen zu machen, sonst steht das VW Werk ruckzuck unter polnischer Verwaltung. Es liegt nämlich im Braunschweiger Wendland.

    Ansonsten Pollabore gibts selbstverständlich viele
     
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der übliche Bezug ist das Hannoversche Wendland an der unteren Elbe um Lüchow und Dannenberg, wo noch im 18. Jh. letzte Bewohner des slawischen
    Drawänopolabisch mächtig waren. Polabische Sprache ? Wikipedia.

    Davon liegt das Wolfsburger VW-Werk weit entfernt, denn Namen wie "Wenden" bei Braunschweig gehen kaum auf dort siedelnde Wenden zurück.
     
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  5. Ronald

    Ronald Neues Mitglied

    Deutsche Wissenschaft

    Habe ich das richtig mitbekommen? Die Lehre der deutschen Indogermanisten wird international nicht mehr akzeptiert. Wenn der Professor in Pension geht, wird das Institut geschlossen oder umgewidmet. Es werden ausländische Professoren berufen. Hat sich die Sprachwissenschaft genau so verrannt wie die Rassenforschung?
     
  6. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...wenn aber das Institut geschlossen ist, wo arbeiten dann die berufenen ausländischen Professoren?...

    ...wozu freundlich bleiben, wenn man sowas zu lesen vorgesetzt bekommt... Ronald, dein Vergleich ist gleichermaßen abscheulich wie niveaulos!

    _________
    meinetwegen kann ich nun gesperrt werden, weil ich recht deutlich ablehnend formuliert habe -- aber ich ändere da nichts, denn eine Gleichsetzung heutiger Sprachwissenschaft mit der "Rassenforschung" aus braunen Zeiten ist einfach unerträglich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. September 2012
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  7. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Welches Institut?
    Dieses hier wohl nicht, es ist international:
    Willkommen bei der Indogermanischen Gesellschaft

    Gruss, muheijo
     
  8. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Es gibt an vielen deutschen Universitäten Institute für Indogermanistik, Indogermanische Sprachen etc.

    Ich füchte, Du wirst noch eine Weile dran arbeiten müssen, bevor die Indopolnistik auch bei den letzten Hinterwäldlern in Wien, Freiburg, Göttingen, Heidelberg, Hamburg, Bonn oder Jena akzeptiert wird.
     
  9. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Nein, hast Du nicht. Vielmehr gehst du hier rechtsextremer und rassistischer Propaganda auf den Leim.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Ich dachte, das wäre Mundstuhl gewesen.


    "Ja, deswege schmelze ja auch die Pole"

    "was? wer schmilzt?

    "na, die Pole!"

    "quatsch, die Pole stehen auf der Hanauer Landstraße und schaffen für 6 DM die Stunde."

    "Doch net die Pole, die Pole im Norden und im Süden."

    "Quatsch, Pole gibt´s nur im Osten, mein Freund!"
    "Ja deswege habbe mer ja auch die globale Erderwärmung."
    "Hä was?"
    "Die globale Erderwärmung"
    "Quatsch, es wird immer heißer"
     
  11. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Dieter, Wolfsburg hat Ortsteile, die eindeutig von Slawen gegründet wurden. Warmenau z.B. ist ein Rundlingsdorf .....
    Und ein Ortsteil von Wolfsburg. Das "Braunschweiger Wendland" liegt allerdings etwas weiter weg von Braunschweig
     
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  12. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das ist korrekt - das Braunschweiger Land wurde an der äußersten NW-Ecke im MA von Slawen gestreift, die hier am Drömling und darüber hinaus wohnten. Besonders vom Drömling wissen wir durch den Corveyschen Annalisten, dass dort im 10. Jh. Slawen die eindringenden Ungarn in die Sümpfe lockten, wo sie von herbeieilenden Sachsen niedergemacht wurden. Heute gehören die ehemals wendischen Dörfer zur Region Vorsfelde.

    Das Gebiet der Rundlingsdörfer erstreckt sich nördlich von Königslutter bis hoch Richtung Wittingen und darüber hinaus und hängt eng zusammen mit der Altmark. Rundlinge und vereinzelt vorkommende wendische Flurnamen bestätigen die Ausdehnung der Slawen und Dörfer wie Eutzen, Lessien, Jembke, Warmenau oder Benitz sind sicher wendischen Ursprungs.
     
  13. Ronald

    Ronald Neues Mitglied

    Ostgermanen

    Herwig Wolfram hat immer geschrieben: Mit den Ostgermanen sind alle möglichen Völker nach Westen gezogen.
    -Man sollte also sprachliche Spuren dieser Zuwanderer im Westen finden.
     
  14. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Selbstverständlich. Das stellt auch niemand in Frage. Die Alanen die mit den Vandalen bis nach Nordafrika zogen, waren sogar ein sarmatisches Steppenvolk.

    Aber von dem "Spuren hinterlassen" bis zu der Behauptung, praktisch jedes drittes deutsche Wort wäre polnischen Ursprungs und dass die Ostgermanen Altslawisch gesprochen hätten, ist ein seeeehr weiter weg.
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In Spanien und Italien, wo die Ostgermanen hinzogen, findet man diese Spuren auch.
    Diese Spuren findet man in solchen Worten wie ganso (Gans), lote (gotisch hlauts, 'Los' vgl. frz. 'Lotterie') und vielen Eigen- bzw. davon abgeleiteten Nachnamen, z.B. Afonso - Alfonsez, Rodrigo (Ruy) - Rodríguez (Ruíz), Gundisalvo (Gonzalo) - Gundisalvez (Gonzales), Fernando (Hernando) - Fernández (Hernández). In der Diskussion steht, ob der Begriff Andalusien nicht evtl. mit dem Begriff der Landverlosung (landa hlauts) zusammenhängt und mit dem lateinisch überlieferten Begriff gothica sors (Heinz Halm). Dem ist zwar heftig widersprochen worden von Noll, der die alte Vandalenhypothese wieder aus der Schublade geholt hat und von Bossong der eine baskoide Herkunft propagiert, ich persönlich halte die These von Halm jedoch - die allein den Schönheitsfehler hat, das zwar die Einzelelemente land und hlauts im Gotisch belegt sind, nicht jedoch das Kompositum - für die sinnvollste. Bossongs baskoide Hypothese krankt schon daran, dass er die Kritik, die er an Halms Hypothese übt nicht auf seine eigene Hypothese anwendet.
    Noll ist der Auffassung, dass der Name Andalusiens von den Arabern über das Griechische entlehnt worden sei und erklärt damit die arabische Form, die Ausgangspunkt des Namens des heutigen Landstrichs ist.
    Weitere ursprünglich germanische Worte im Spanischen sind burgo (davon abgeleitet u.a. die Ortsnamen Burgos und El Burgo) und guerra. Burgo ist schon früher ins Lateinische entlehnt worden und damit kein gotisches Superstrat, guerra (verwandt mit dem deutschen Wirren und dem englischen war), wird als fränkisches, also westgermanisches Lehnwort angesehen, welches über das westfränkisch bzw. französische ins Spanische Eingang gefunden hat.

    Kurz gesagt: Wenn Wolfram von Ostgermanen schreibt (und damit in erster Linie Goten, Heruler, Skiren und Vandalen meint), dann meint er auch Ostgermanen und eben nicht Slawen.
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die genaue Zahl habe ich nicht parat, aber ich meine außer Eigennamen würden so ca. 25 Worte aus den iberoromanischen Sprachen dem germanischen Superstrat zugesprochen. Das ist quasi nichts. Das germanische Adstrat aus der Zeit davor ist ein wenig größer. Aber unwesentlich. Zumal viele Begriffe sich auch bedeutungsverschoben haben, wie z.B. saipon > jabón (unsere heutige Seife, das ist im Übrigen ein Begriff, der bis ins Arabische gewandert ist (ṣābūn), wohingegen das, was wir heute als Seife verstehen, aus dem arabischen Raum zu uns gekommen ist).
     
  17. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    So aus dem Stegreif und aus Schulzeiten fallen mit noch Yelmo, Arnés, Rocín, ein.

    Und mit dem deutschen "Wehr".



    Es gab in einem älteren Schulbuch eine art Essay von einen der frankistischen Hof-Schriftstellern (Name kriege ich auch noch heraus) der versuchte zu beweisen, dass aus dem Arabischen nur Wörter für überflüssige, dekadente Luxussachen eingeflossen wären (Kissen, Perfüme, Blumennahmen, Musikinstrumente) während aus dem germanischen die "richtigen" gesunden und wesentlichen Sachen gestammt hätten wie z.B. die oben genannten, die alle mit dem Krieg zu tun haben.

    Das ist jetzt jedoch sehr off-Topic. Ich Suche weiter nach polnischen Wörtern in der spanischen Sprache.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2012
  18. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    die Goten sollen in jener Zeit, als sie von den Hunnen dominiert waren (nach Ermanarichs Niederlage), möglicherweise mit Slawen in Kontakt gekommen sein: der Großneffe des Ermanarich, ein "Winithar" (Schreibweise von Felix Dahn*)), soll die Anten besiegt haben; zudem bedeute der Name so etwas wie "Wendensieger"**).
    Das soll sich im späten 4. Jh. abgespielt haben.

    Das setzt voraus, dass im späten 4.Jh. die Zuordnung Anten-Wenden-Sclavenen als Slawen schon bekannt gewesen sei - allerdings ist die Quelle hierfür Iordanes (auf Cassiodor bezogen) und folglich liegt der Verdacht nahe, dass die Quelle aus dem 6.Jh. einfach Verhältnisse des 6. Jhs. rückprojiziert. Gestützt wird dieser Verdacht weiterhin dadurch, dass eindeutig den Slawen zuzuordnende spätantike/frühmittelalterliche Quellen erst aus dem 6. Jh. datieren. (ältere antike Nennungen der Venedi an der Weichsel sind umstritten, man kann sie nicht eindeutig als Slawen bezeichnen: es fehlt einfach an Quellen)

    Zweifelsohne haben "die Goten" bei ihrer allmählichen Siedlungsverlagerung in den pontischen Raum, bei ihrer Ausbreitung dort, anschließend in der Zeit der hunnischen Oberherrschaft und danach Zuwachs aus zahlreichen von ihnen dominierten Gruppen erhalten (Wolfram beschreibt die gotische Ethnogenes ja ausführlich) - aber in der gut dokumentierten gotischen Sprache finden sich nahezu keine Lehnwörter, die man dem Slawischen (welches hier aus zeitlichen Gründen ja das urslawische sein müsste) eindeutig zuordnen könnte. Diskutiert wurde und wird, wie es um die Etymologie des Pflugs bestellt ist: aber eine slawische Herkunft ist ungesichert.

    Egal wohin damals "die Ostgermanen" zogen: sie sprachen keine slawische Sprache - und wenn sich bei ihnen frühslawische Gruppen integrierten, so wurden diese eben Goten und bereicherten das Gotische nicht um Slawismen.

    _____________________________
    *) Deutsche Biographie
    **) Vinitarius (?) im Amalerstammbaum in Wolframs "die Goten" als Wendensieger gedeutet
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Pflug ist in der Tat ein interessantes Wort, weil er in den slawischen und germanischen Sprachen gleichlautend ist:

    Germanica:
    engl.: Plough/plow
    dt.: Pflug
    schwed./norw.: Plog
    dän.: Plov
    isl.: plógur
    niederl.: ploeg
    Gotisch: hoha!

    Slavica:
    slowenisch/bos./kroat./weißruss./russisch/russinisch/bulg./ukr.: Плуг/plug
    tschech./slowakisch: Pluh
    pol.: Pług
    Baltica:
    Schemaitisch: Plūgs
    Litauisch: plūgas

    Und Kisuaheli: Plau!

    In der Romania macht das Rumänische einen Ausreißer: plug.
    Der entsprechende Wikipediaartikel: "Un plug (din slavă veche plugъ)..."
    "Ein Pflug (aus dem Altslawischen plugъ)..."
    Zur Verwendung des kyrillischen Buchstaben > in diesem ansonsten lateinschriftlichen Text lese man am besten:
    ? ? Wikipedia
     
  20. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Dann ist es ja eindeutig. Es stammt aus dem Kisuaheli.

    Wie übrigens auch Baisikela.
     

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