Steinfund

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von redkater, 9. Januar 2013.

  1. redkater

    redkater Neues Mitglied

    Hallo
    wir bewohnen ein ca. 270 Jahre altes Fachwerkhaus, welches wir wir mit und mit renovieren.
    Weil ich ein neues Kabel für eine Sat-Anlage verlegen wollte, musste ich ein Loch in die Kellerdecke bohren. Dabei stieß ich auf einen Hohlraum zwischen der Kellerdecke und dem Fußboden im Flur. In dem Hohlraum befindet sich sehr viel Lehm, Stroh, Holzstpckchen und sonstiger Kleinkram. Es kam aber dieser Stein zum Vorschein:

    [​IMG]

    [​IMG]
    (Habe zwei verschiedene Hintergründe wegen dem Kontrast gewählt.)

    Er ist ca. 23 x 10 x 4 cm groß. Es muss eine Art Sandstein sein, der bei uns inder Gegend (Wuppertal) nicht natrülich vorkommt, eher in der Gegend um Würzburg. Das habe ich schon herausbekommen. Nur was die Bilder bedeuten konnte mir noch niemand sagen.
    Bei uns am Haus geht der Jakobsweg vorbei. Vielleicht ist das ein Hinweis.

    Kann mir irgendjemand weiterhelfen? Mich würde auch interessieren, wie alt dieser Stein wohl ist.

    L.G. Herbert
     
  2. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

  3. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Moin

    Was für Argumente gibt es für eine prähistorische Datierung?

    Zunächst sehe ich nur eine Ritzung in einem Stein! :grübel:

    Gruß
    Andreas
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Für einen Petroglyphen würde ich das nicht halten. Eher für die Markierung eines Steinmetzes, wobei sie dafür fast schon wieder zu deutlich ist. Nichtsdestotrotz würde ich zunächst mal in dieser Richtung weiterforschen und vielleicht mal an der Uni Wuppertal im Fachbereich Volkskunde (sofern existent) nachfragen.
    Warum der Sandstein nun unbedingt aus dem Raum Würzburg kommen muss, ist auch nicht ganz klar. Es wird doch noch näherliegende Sandsteinvorkommen geben.
    Googeln führt mich zur Lindlarer Grauwacke, dann gibt es noch den Ruhrsandstein und die Sandsteinvorkommen der Baumberge südwestlich von Münster.
     
  5. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Das muss nicht prähistorisch sein.Die prähistorischen Motive wurden bis in die Neuzeit kopiert.

    In Frankreich wurden jedoch oft alte Steine mit solchen Ritzungen als Glücksbringer in Häuser verbaut.
     
  6. Stefan70

    Stefan70 Aktives Mitglied

    Die Zeichnung sieht aus wie die Darstellung einer Monstranz. Vielleicht gibt es eine Kirchenruine in der Nähe?
     
  7. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Hier ein Stein mit Schleifspuren (Näpfchen und Wetzrillen)aus der Bretagne.Als Glücksbringer in einer Hausecke vermauert.


    Polissoir, Guipry
     
  8. Xander

    Xander Aktives Mitglied


    Petroglyphen (du hast den Begriff eingebracht) sind aber per Definition prähistorisch! :cool:
     
  9. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

  10. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Sicher,aber die Motive wurden bis in die Neuzeit immer wieder verwendet.

    Der Stein kann also irdendwo von einem anstehenden Felsen oder einem Menhir abgeschlagen worden sein und als Glücksbringer eingebaut worden sein,oder die alten Motive wurden wiederverwendet.

    Mit dem Jakobsweg hat das nichts zu tun.
     
  11. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

  12. buschhons

    buschhons Aktives Mitglied

    Ziemlich interessant Dein Fund. Als Bewohner des Hauses würde ich auch unbedingt wissen wollen, welche Bewandtnis der Stein bzw. das Zeichen darauf hat/hatte.

    Finde den bereits gegebenen Tipp, Fachmänner aufzusuchen, die sich mit der Lokalhistorie auskennen, gut (also Uni oder örtl. Geschichtsverein oder evtl. einen findigen Pfarrer oder was es so bei Euch gibt). Wenn jenes Bildnis z. B. das Zeichen eines Steinmetzes aus der Wuppertaler Gegend war oder irgendein früher in Eurer Ecke nicht ungebräuchliches Zeichen etwa aus dem kirchl. Bereich gewesen ist, hat man bestimmt eine gute Chance das mittels solcher Helfer herauszubekommen.
    (Ich kenne übrigens nur sehr viel linearere Steinmetz-Zeichen, nicht so "bauchig-runde"; muss aber nichts heißen).
    Ich spinne mal weiter: Falls das Zeichen hingegen mehr individueller Herkunft und Natur ist, also so etwas wie ein selbst ausgedachtes christl. "Segenszeichen" für das Haus, oder ein privates religiös-magisches "Schutz- und Abwehrzeichen", welches man extra unter die Dielen legte, oder oder oder, dann wirst Du das Rätsel wohl nie ganz lösen können.

    Falls etwas Gegenständliches abgebildet worden ist, finde ich die Überlegung mit der Monstranz gar nicht mal so übel, zumal das Bildnis (so herum, wie Du es fotografiert hast) offenbar nach unten noch weiter ging (was der Ständer bzw. das Bein der Monstranz gewesen sein könnte) und nur abgebrochen ist. Oder täuscht mein Eindruck, dass das Bild ursprünglich über die heutige untere Bruchkante hinausging?

    Ist Dein Eindruck, dass das Bild gemeißelt ist oder dass es eher geritzt ist? Kannst Du sonst irgendwo auf dem Stein Meißel-Spuren finden? Also, ich meine, war es vermutlich mal ein behauener Stein, aus dem nur ein Stück herausgebrochen ist, oder ist das ganze ein natürlicher Bruchstein, wie man ihn im Wald herum liegen sehen könnte?

    Sonst war wohl kein Stein-Schutt im Fußboden (dämmt ja auch nicht), oder? Falls nicht, müsste der eine Stein ja tatsächlich bewusst dort platziert worden sein. Und das ist schon spannend! Aus welchen Motiven hat irgendwann (vermutl. i.d. Bauphase) mal jemand dieses Zeichen im Fußboden versteckt?

    Falls Du herausfindest, was das Zeichen bedeutet, dann teil uns das Ergebnis auf jeden Fall bitte hier mit. (Danke im Voraus).

    Viel Erfolg bei der Recherche!
     
  13. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Ein Steinmetzzeichen ist es nicht.Auch prähistorische Steinbeile wurden in Häuser als Glücksbringer versteckt.Sogenannte Donnersteine.
     
  14. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi zäme

    Der Stein sieht ein wenig aus wie die eine Hälfte einer Gussform. Ganz ähnliche kenne ich für Bauernschmuck und kleine Werkzeuge. Das "Motov" scheint mir aber etwas seltsam ...

    Gruss Pelzer
    .
     
  15. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

  16. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    ... und - was ist es nun?

    Gruss Pelzer
    .
     
  17. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Nun,wir warten immer noch auf Bilder und Erklärungen der Steinmetzzeichenfraktion.
     
  18. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Ein Steinmetzzeichen oder Petroglyph ist das ja mit Sicherheit nicht! :grübel:

    Gruss Pelzer
    .
     
  19. buschhons

    buschhons Aktives Mitglied

    Die eine Hälfte einer Doppelform für ein Gießverfahren. Das hielt ich, nachdem ich es gelesen hatte, für die Lösung. Ohne Frage eine super Überlegung, denn unten auf dem Bild wäre dann der "Einfülltrichter" für geschmolzenes Kupfer oder Eisen, darunter eine Art zweiter Trichter, damit es sich besser i. d. Form verteilt. Das Ergebnis des Verfahrens wäre dann entweder ein bäuerliches Schmuckstück geworden, was der Bauer der Bäuerin zum Hochzeitstag schenken wollte:inlove:, oder sogar irgendein Teil für ein Pferdegeschirr oder Halfter oder so. (hat ja, wenn ich das richtig einschätze, im Durchmesser nur so ungefähr 7 cm).

    Allerdings fand ich es komisch, dass dann die Unterseite, auf der die Form während des Gusses stehen müsste (auf dem Foto oben), so schräg ist, dass gar nicht der ganze Hohlraum durch die Schmelze ausgefüllt werden kann, eher fließt es wieder aus dem Trichter zurück bzw. läuft es über, bevor alle Hohlräume ausgefüllt werden. Na, dann müsste man halt ein Kantholz unterlegen, damit der Trichter den höchsten Punkt bildet.

    Ich habe gerade mal mit einem "Experten" meines Vertrauens telefoniert: Er hält es nicht für ausgeschlossen, gibt aber - falls das eine Guss-Form sein sollte - folgendes zu bedenken:

    1. die Form sieht aus, als sei sie noch nie benutzt worden (muss sie ja auch nicht).
    2. die Form ist nicht von einem Könner, sondern von einem "Laien" hergestellt worden (kann ja der Bauer gewesen sein).
    3. Bei den hohen Temperaturen von geschmolzenem Metall besteht zumindest die Gefahr, dass der Sandstein bzw. Teile desselben platzen/abplatzen (aber der Hersteller kann sich ja gesagt haben: Probieren geht über Studieren).
    4. Man kann bezweifeln, dass diese Form überhaupt funktioniert hätte; denn zum einen fehlen Luftentweichungslöcher/-kanäle, sodass sich das Metall vermutlich oder sogar wahrscheinlich nicht in jeden Hohlraum vorgearbeitet hätte, sondern Luft eingeschlossen gewesen wäre; zum anderen kühlt das Material Stein (im Gegensatz zu Lehmformen u. ä.) die Metall-Schmelze sehr schnell ab, die eingeritzten Kanäle sind aber ziemlich dünn, so dass die Gefahr bestanden hätte, dass das Metall zu schnell zähflüssig geworden und nicht bis in die letzten "Ecken" geflossen wäre.

    Der 4. Punkt war sein Hauptargument gegen eine Gussform. Aber er wollte letztlich nicht ausschließen, dass ein "Nicht-Könner" einfach mal ausprobieren wollte, ob er damit nicht vielleicht einen Guss hinkriegen würde.

    Jener "Experte" meines Vertrauens äußerte außerdem seinen Eindruck, dass ihm der Stein bzw. die Bearbeitungsspuren an dem Stein nicht alt vorkämen - ob sich vielleicht eher jemand nur einen Scherz mit uns erlauben wolle.

    Ich kann's nicht beurteilen, aber wollte wenigstens mal diese Rechere-Ergebnisse mitteilen.

    Gruß
    buschhons
     
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  20. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Dann lassen wir doch den Begriff Petroglyph und sagen einfach Felszeichen.Die wurden immer wieder kopiert und als Glücksbringer eingebaut.Nachweise hab ich gepostet.

    Gußform?Sandstein explodiert bei hohen Temperaturen.
     

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