Stellung der Frauen im Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Lenchen, 23. März 2007.

  1. Lenchen

    Lenchen Neues Mitglied

    Hallo erst mal! Ich habe eine Frage zur Stellung der Frauen im Frühmittelalter und in der Mitte des mittelalters. Waren sie damals schon gleichberechtigt? Gibt es darauf irgendwelche Hinweise?:grübel:
    Wäre dankbar für Antworten! LG Lenchen :yes:
     
  2. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Ganz grundsätzlich: die Gleichberechtigung der Frau ist eine Errungenschaft des 20. Jh. in der westlichen Welt. Aus diesem Grund kann man für frühere Zeiten natürlich nicht davon sprechen, daß Frauen gleichberechtigt waren.
    Allerdings gab es sehr wohl - besonders im Hochmittelalter - politisch durchaus sehr mächtige Frauen wie auch sehr gebildete Frauen, die sich in jener "Männerwelt" behaupten konnten.
    Zum Überblick bitte folgenden Links folgen:
    http://www.geschichtsforum.de/showthread.php?t=8177
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Königin
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kaiserin_(Byzanz)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kaiserin_(HRR)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Mittelalter_(Literatur)
     
  3. Kunifer

    Kunifer Neues Mitglied

    Eine so allgemeine Frage ist nicht zu beantworten. Es gibt natürlich Beispiele einiger sehr mächtiger Frauen des Früh- und Hochmittelalter (Theophanu wird hier gerne als Beispiel genannt) und es gibt wohl auch einige Gesellschaftsformen des Mittelalters, in denen Frauen sehr bedeutend waren. Verwiesen wird hier häufig auf die Zünfte, in denen die Witwen von Handwerksmeistern eine herausragende Machtstellung hatten. Festhalten lässt sich, dass sich in einigen Regionen eine Häufung von weiblichen Kirchenpatronagen findet, sowie ein starker Marienkult (der bekanntlich in einigen katholischen Ländern noch heute virulent ist). Dies wird als möglicher Beleg für eine starke Stellung von Frauen in diesen (meist städtischen) Gesellschaften gesehen.

    Von einer Gleichberechtigung kann man wohl trotzdem nicht sprechen, da Männer und Frauen durch alle Zeiten unterschiedliche Rechte hatten und haben (und ja auch heute noch haben).
     
  4. Roxie-Hart

    Roxie-Hart Neues Mitglied

    Ich habe in einem Seminar gelernt, dass Frauen besonders im Mittelalter mehr Rechte besaßen, das in der Neuzeit. Im Mittelalter war es durchaus üblich, dass wenn ein Mann starb, die Frau den Hof oder das Geschäft übernahm und dann auch genauso geschäftstüchtig war wie vorher ihr Mann. Erst später wurden Frauen diese Recht abgesprochen, mein Dozent meinte, das würde mit der Hexenverfolgung zusammen fallen und auch daran liegen, das die Frauen generell herunter gestuft wurden.
     
  5. Kunifer

    Kunifer Neues Mitglied

    Das kann man so allgemein nicht sagen. Allein im HRR dürfte es mehrere tausend Erbregelungen und -gesetze gegeben haben, mal mit der Ehefrau, mal mit dem ältesten Sohn oder allen Söhnen als Erben, mal auch mit dem jüngsten Sohn als Hoferben. Oft waren die Gebräuche bereits von Dorf zu Dorf unterschiedlich. In manchen Teilen Deutschlands kann man die unterschiedlichen Erbfolgeregungen ja noch heute an den Gemarkungsgrenzen der Äcker ablesen.

    Ähnlich sah es im zunftständischen Gewerbe aus. Hier hing es davon ab, welches Gewerbe betriebe wurde und welche Zunft zuständig war. Es gab Zünfte, die Frauen aufnahmen (etwa als Nachfolgerin des Ehemannes aufnahmen), in anderen Fällen mussten die Witwen einen Gesellen oder Meister heiraten, damit dieser den Betrieb ihres Mannes übernehmen konnte. Wie auch immer: Auch hier war die Wirklichkeit so vielfältig, dass ein Vergleich Neuzeit - Mittelalter problematisch bis grob vereinfachend ist.
     

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