The new World

Dieses Thema im Forum "Dokumentarfilme/Spielfilme" wurde erstellt von Joinville, 7. Juli 2006.

  1. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Ich habe gerade den Film "The new World" von Terrence Malick ("der schmale Grad") gesehen.
    Ich muss schon sagen, ein sehr guter Film mit wunderbaren Darstellern (Colin Farrell, Christian Bale und Q´Orianka Kilcher).
    Der Film handelt vom Leben der Indianerin "Rebecca"/Pocahontas (Kilcher) und ihrer Liebe zum englischen Abenteurer Smith (Farrell).
    Diese Liebe löst jedoch einen blutigen Konflikt zwischen den Kolonisten von Jamestown und "Rebeccas" Stamm aus, die daraufhin von ihrem Vater verbandt wird.
    Sie schließt sich den Kolonisten an und heiratet später einen von ihnen (Bale).
    Ihre Liebe zu Smith bleibt jedoch unerfüllt.

    Ich bin nicht gerade ein Kenner der Geschichte Amerikas und seiner Ureinwohner. Daher weiß ich nicht in wie fern der Film auf historischen Begebenheiten oder Legenden beruht.
    Vieleicht kennt sich einer von euch etwas besser darin aus, und kann mir etwas von Pocahontas berichten?

    Grüße an alle. Joinville.:winke:

    Ach ja. Ich vergaß.
    Im ganzen Film ist der Name Pocahontas nicht einmal gefallen.:grübel:
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2006
  2. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

  3. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    @Themistokles
    Vielen Dank für die Links. Sie waren sehr hilfreich.
    Ich muss schon sagen, dass Terrence Malick sich erstaunlich nahe an den Fakten hielt.
    Lediglich das Smith aufgrund einer Verwundung nach England zurückkehrte wurde anders dargestellt.
    Im Film nahm er das Angebot bei einer Expedition nach Kanada teilzunehmen an und bat einen Freund Pocahontas auszurichten er sei dabei tödlich verunglückt.

    Pocahontas Lebensstationen wurden aber alle den historischen Fakten nach (siehe Links) dargestellt.
    Was ihre genaue Beziehung zu Smith angeht bleib aber offen.
    Im Film wird eine engere Bande nur angedeutet oder in Worten (Geliebte/Geliebter) gefasst. Auch versucht Smith Pocahontas so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. So lehnt er es ab sie mit Hilfe von Kochkesseln als "Geisel" zu kaufen.

    Aus dem Film wurde übrigens eine recht delikate Kussszene zwischen Kilcher und Farrell geschnitten.
    Sie war bei den Dreharbeiten erst 14 während Farrell mehr als doppelt so alt war.
    Für die amerikanischen Puristen ein Skandal.
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ist es richtig, dass Christopher Plummer mitmacht, glaube ich zumindest auf dem Plakat gelesen zu haben. Ich dachte mir gleich, das Kinourgestein haben sie als guten Namen mit in die Besetzungsliste reingenommen.
     
  6. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Ich habe den Film auch gesehen und kann die allgemeine Begeisterung nicht teilen.
    Die Handlung orientiert sich an ueberlieferten Ereignissen, aber:

    Warum sind die Indianer eigentlich hauptsaechlich in geduckter Stellung schleichend dargestellt?
    Warum scheint ihr Arbeitsalltag hauptsaechlich aus dem Rumhupfen in hohen Graswiesen zu bestehen?
    Wo wird die Arbeit in den Hausgaerten gezeigt? (die Frauen waren sehr beschaeftigt, auch die Toechter, warum sollte Pocahontas eine Ausnahme sein?)
    Wenigstens der Fischfang wurde malerisch in Szene gesetzt, auch wenn die Haeuptlingstochter wieder mal nichts Anderes zu tun hatte, als mit Colin Farrell durchs Wasser zu plantschen.
    Und das befestigte Indianerdorf ist mir auch entgangen.
    Die Kleidung von Pocahontas war ebenfalls recht knapp....

    Fuer alle die Englisch lesen koennen, ist dieser kleine Aufsatz vielleicht ganz nett:
    http://www.nps.gov/archive/colo/Jthanout/Indianlife.html

    Und jetzt nur mal so zum Film:
    Der Dackelblick von Colin Farrel war nervend (sollte wohl Tiefsinn und Melancholie andeuten).
    Der gute Wes Studi hatte eine viel zu kleine Rolle.
    Insgesamt kamen mir die Indianer als sehr primitiv dargestellt vor, die englischen Siedler erschienen allerdings auch nicht viel besser..
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2006
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich glaube, dazwischen besteht ein Zusammenhang!
     
  8. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Meinst Du, weil ich nur auf die schoenen Beine der jungen Hauptdarstellerin geschaut habe?
    Weit gefehlt, ich war unermuedlich dabei, Wes Studi unter all den schwarz-weiss geschminkten Herren zu suchen....

    PS: Schwarz-weisse Indianerbemalung war mir bis dahin auch unbekannt....
     
  9. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2006
  10. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Zwei englischsprachige Links:

    http://www.bluecorncomics.com/pocahon2.html
    Der Artikel befaßt sich eigentlich mit dem Disney-Film, ist aber trotzdem für Hintergründe/Allgemeines sehr brauchbar, da 'Pocahontas' einem europäischen Konzept entspricht.

    http://www.powhatan.org/pocc.html
    Auf der Seite der Powhatan Renape Nation findet sich auch ein Artikel zu Pocahontas (direkter Link).

    Sollte eine Übersetzung gewünscht sein, bitte ich um Bescheid (wenns die Interessenten verstehen, kann ich mir die Arbeit auch gerne sparen :winke: )


    Zu den Tips von Themistokles:
    http://www.sfn.uni-muenchen.de/forsc.../dkarb_de.html
    Hab ich noch nicht angesehen.

    http://www.hassmersheim.mos.bw.schule.de/Pocahontas.htm
    Gibt nur die Legende wieder.

    http://www.helloarticle.com/de/print490.htm
    Gibt auch nur die Legende wieder und enthält Haarsträubendes, wie zb Pocahontas sei es gewohnt gewesen, daß indianische Dienstboten ihr im Haushalt helfen (bezieht sich im Text auf ihr Eheleben in der Kolonie und meint, daß auch im Haushalt ihres Vaters 'Dienstboten' selbstverständlich gewesen sein sollen).
     
  11. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Mir ist noch aufgefallen, dass die Indianer sich verbeugten, wenn der Häuptling, in dem Film als König bezeichnet, durch sein Dorf ging.
    Das ist eine Übertragung europäischer Gepflogenheiten auf die Ureinwohner. Verbeugungen vor dem Häuptling sind mir nicht bekannt.
     
  12. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Soviel ich mitbekommen habe, wurden die Häuptlinge der Powhatan-Förderation von den Siedlern als Könige von Virginia betrachtet.
    "Rebecca" wurde auch von James I. als königliche Prinzessin anerkannt, im Gegensatz zu ihrem Mann John Rolfe der bei der Audienz in London nur von einer Loge aus teilnehmen durfte.

    Warum der Alltag der Indianer und ihre Verhaltensweisen nicht detailierter dargestellt wurden kann nur der Regieseur beantworten. Allerdings glaube ich, dass er bewusst John Smith und "Rebecca" ins Zentrum des Filmes gestellt hat, da sie den Zusammenstoß zweier Zivilisationen repräsentieren aus dem schließlich auch zwei neue Welten entspringen.
     
  13. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

  14. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Sehr schöne Bilder von dem nachgebauten Jamestown. Dankeschön.:winke:
     
  15. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    John Rolfe ist ja heute, wenn überhaupt, als Gatte von Pocahontas bekannt. Er leitete aber nicht zuletzt Virgianias Prosperität ein, indem er aus der Karibik Saatgut für Tabak der Art nicotiania tabacum einführte, (Virginiatabak), während die Indianer Bauerntabak (nicotiania rusticum) kultivierten, der die berühmten Machorkazigaretten lieferte.
     

Diese Seite empfehlen