Timeline Irland

Dieses Thema im Forum "Nordeuropa | Skandinavien" wurde erstellt von parago, 10. Januar 2005.

  1. parago

    parago Neues Mitglied

    Uebernommen von auswaertiges-amt.de


    ab ca 600 v.Chr.

    Beginn keltischer Besiedelung und Entstehung einer einheitlichen Sprache und Kultur

    ab 5. Jhd.

    Christianisierung (vorangetrieben v.a. durch Hl. Patrick, 430 - 461); Missionstätigkeit irischer Mönche in Kontinentaleuropa

    9. und 10. Jhd.

    Verstärkter Einfluss durch Wikinger; wiederholte Überfälle, aber auch Belebung von Handel und Stadtgründungen (u.a. 841 Dublin)

    1014

    Niederlage der Wikinger in der Schlacht von Clontarf

    1167 - 1169

    Ankunft der Anglo-Normannen; Verhinderung eines geeinigten irischen Feudalstaates

    12. - 16. Jhd.

    Anglo-Normannische Herrschaft. 1541 fällt Irland an die englische Krone (Heinrich VIII). Systematische protestantische Besiedlung durch England

    17. Jhd.

    Aufstände gegen die englische Vormachtstellung; Niederlage der Iren in den Schlachten am Boyne (1690) und von Aughrim (1691)

    18. Jhd.

    Unterdrückung der Katholiken durch englische Gesetzgebung. Beginn der irischen Emigrationsbewegung. Mit dem "Act of Union" wurde 1800 die volle parlamentarische Einheit zwischen Großbritannien und Irland vollzogen.

    19. Jhd.

    Zunehmende Verarmung der Bevölkerung. Durch Hungersnot und Auswanderung wird die irische Bevölkerung mehr als halbiert (von über 8 Mio. auf unter 4 Mio.); Stärkung der Unabhängigkeitsbewegung; erst ab den 1880er Jahren beschränkte Selbstverwaltung

    1916

    Osteraufstand mit Ausrufung der Republik. Niederschlagung durch Großbritannien

    1919-21

    Unabhängigkeitskrieg, der zu Anglo-Irischem Abkommen führt (Unabhängigkeit Irlands mit Verbleib Nordirlands bei Großbritannien)

    1955

    Aufnahme Irlands in die Vereinten Nationen

    1973

    Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft (heutige Europäische Union - EU)
     
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  2. Festus621

    Festus621 Neues Mitglied

    Hallo parago,
    deine Timelines sind eine gute Sache:hoch: . Dazu fällt einem immer sofort etwas ein.
    Diesmal ist mir aufgefallen, dass das Auswärtige Amt in der Timeline für GB obige Daten nicht aufführt. Wahrscheinlich sind die Ereignisse für die Briten weniger wichtig als für die Iren.

    Meine Frage:
    Sind die Ursachen des leider heute noch schwelenden Nord-Irland-Konfliktes in den Ereignissen von 1916 - 1921 zu suchen oder muss man hier tatsächlich bis ins 17. Jahrhundert oder sogar bis ins 12. Jahrhundert zurück gehen?
     
  3. parago

    parago Neues Mitglied

    Werter Festus..

    danke fuer die Blumen. Und ums kurz zu machen: ich muss das Kompliment auch gleich zurueckgeben - deine Fragen zu meinen Timelines sind naemlich eine ebenso gute, wenn nich sogar bessere, Sache da aeusserst klug (ja, meiner Meinung nach kann man auch klug fragen, nicht nur antworten) und darueber hinaus absolut inspirierend und motivierend. :yes:


    So ein Knueller von Frage kann ja nu wirklich nur von dir kommen *lach
    Wenn's doch bloss so einfach waer'.. In meinen Augen ist der Nordirland Konflikt (hier auch gern die 'troubles' genannt) einer der kompliziertesten mit denen unsere Zeit zu tun hat. Wenn du im Pub an der Ecke 25 Leute nach ihrer Meinung dazu fragst und nach Ideen fuer die eigentlichen Ausloeser, bekommst du, genau, 25 verschiedene Versionen praesentiert, alle mit einer Ueberzeugungskraft vorgetragen, wie sie nunmal nur den Iren innewohnt. Filtert man die grob irrgeleiteten und schlicht und einfach falschen Statements heraus, bleiben immernoch gut ein Dutzend verschiedene Stellungnahmen und Versionen uebrig, die, rein theoretisch, moeglich und im Kern wahrscheinlich allesamt ein mehr oder weniger dickes Koernchen Wahrheit enthalten.

    Bevor ich jetzt hier den 26. Erguss zu Papier (oder so) bringe, zitiere ich lieber, was meiner Meinung nach am ehesten der 'Gesamtwahrheit' entspricht und was auch in meinem hiesigen Bekanntenkreis als allgemeingueltig angesehen wird.

    Quelle: Stefan Wolff - Aspekte einer Loesung des Konflikts in Nordirland


    Der Konflikt in Nordirland ist mehrdimensional und hat über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, vier politische Akteure in die Auseinandersetzungen um und über die heutige britische Provinz verwickelt. Die einzelnen Teilkonflikte sind:
    Erstens der zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen,
    Zweitens der zwischen der nationalistischen Bevölkerungsgruppe und dem britischen Staat, Drittens der zwischen der unionistischen Bevölkerungsgruppe und dem irischen Staat, Viertens der noch immer nicht gelöste territoriale Konflikt zwischen Großbritannien und der Republik Irland, und
    Fünftens der latente Konflikt zwischen der unionistischen Bevölkerungsgruppe und dem britischen Staat.


    Nun sind ja vor ein paar Wochen scheinbar alle Hoffnungen auf eine endgueltige, friedliche Loesung im Keim erstickt worden, da der Versuch, die Regionalregierung als Koalitionsregierung der beiden grossen Parteien, der pro-britischen DUP und der irisch-republikanischen Sinn Féin, wieder instand zu setzen, scheiterten. Obwohl die IRA die ultimative Vernichtung all ihrer Waffen bis Ende des Jahres angeboten hatte, verweigerte die DUP ihre Zustimmung zum Kompromiss-Paket. Die Begruendung klingt (und ist) laecherlich: schliesslich weigere die IRA sich, die Vernichtung fotographisch festhalten zu lassen. :spinner:

    Man darf gespannt bleiben..

    Weiterer interessanter Link: Geschichte des Konfliktes

    .
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2005
  4. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Die Katholiken in Nordirland müssen mittlerweile auch gar nicht mehr zu den Waffen greifen um ihre Rechte zu erhalten. Da die Geburtenrate unter den Katholiken wesentlich höher ist als bei den Protestanten, dauert es nur noch wenige Jahrzehnte und sie stellen die Mehrheit in Nordirland. Wie es dann dort weitergeht, darf man gespannt sein.
     
  5. parago

    parago Neues Mitglied

    Die Quelle dazu wuerde mich interessieren! :cool:

    Davon abgesehen.. das impliziert ja, dass einem die bei der Geburt (oder besser in den Monaten danach) meist von den Eltern aufgezwungene Konfession ein Leben lang auf die Fahne geschrieben bleibt - da bin ich aber ganz gewaltig anderer Meinung. Ich denke, gerade die jetzige, und mit Sicherheit noch mehr die naechste Generation wird eine etwas liberalere und weniger glaubenstechnisch verkrampft und traditionell verbohrt sein als die letzten.

    Oder hab ich die rosarote Brille auf? :confused:

    .
     
  6. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Bitteschön:

    http://www.die-kommenden.net/dk/artikel/ira_teil4.html
     
  7. parago

    parago Neues Mitglied

    Das sind ja nun Zahlen aus den 60er jahren wenn ich das richtig sehe; waere natuerlich interessant zu wissen, ob sich dieser Trend fortgesetzt hat. Nichtsdestotrotz weigere ich mich, zukuenftige politische Zustaende anhand von konfessionstechnisch sortierten Geburtenraten abhaengig zu machen. :thx:

    Danke fuer den Link!

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