transpersonales Königtum

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von Gast, 25. Juli 2006.

  1. Gast

    Gast Gast

    Was bedeutet genau der Begriff "transpersonales Königtum" ,vor allem im Zusammenhang mit den Saliern ?
     
  2. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Hab was gefunden:

    Der transpersonale Staatsbegriff war zur Zeit der Salier eine Neuheit und war gekennzeichnet durch ein Staatsgebiet in dem ein Staatsvolk lebte über das der Herrscher ( König/Kaiser ) mit Hilfe einer Staatsgewalt seine Macht ausübte. ( Vorher gab es im Reich Stammesgebiete in denen Stammesanghörige lebten )
    Zentralbegriff dieses Staatsverständnisses ist die innere Souveränität, in der der Herrscher:
    - Träger der höchsten Befehlsgewalt ( irdisch - soziale Machtbefugnis ) ist und nur durch göttliches Recht und Naturrecht in seiner Macht begrenzt ist,
    - die Gesetzgebungsmacht hat, die Kern der Herrschaft ist,
    - mit Befehl und Gehorsam seine Macht ausübt, wobei er im eigenen Raum keine selbständigen Herrschaften
    duldet und nur er selbst als Obrigkeit über seine Untertanen herrscht.

    Die Staatsaufgabe ist die Verwirklichung des Gemeinwohls.

    Mit der Herrschaft Salier wurde aber auch eine Entwicklung in Gang gesetzt, in der am Ende in Deutschland die Stammesherzogtümer durch die Reichsfürstentümer abgelöst wurden. Am Ende des "Interregnum" 1254 - 1273
    war diese Entwicklung weitgehend abgeschlossen.

    Ist das für die Schule?
    MfG
    Barbarossa
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juli 2006
  3. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    transpersonales Königtum = das persönliche überschreitende Königtum
    was dies genau bedeutet im zusammenhang mit den saliern weiß ich nicht.
    ich vermute, dass damit das reich die oberste priorität hat und die persönlichen interessen des herrschers den reichsinteressen untergeordnen werden.
     
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  4. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Fortsetzung: ( gestern war keine zeit mehr )

    Das Geschlecht der Salier regierte in Deutschland von 1024 - 1125.
    In dieser Zeit herrschten in direkter Thronfolge 4 Könige/Kaiser:

    1024-1039 Konrad II.
    1039-1056 Heinrich III.
    1056-1106 Heinrich IV.
    1106-1125 Heinrich V.

    In der Praxis sah die Politik, z. B. des wohl wichtigsten Vertreters der Salier Heinrich IV., wie folgt aus:

    - Systematische Nutzung und Erweiterung des Königsgutes
    - Aufbau eines zusammenhängenden Machtbereiches nach dem Muster fürstlicher Machtbereiche.
    - Konzentrierung staatlicher Institutionen, wie hohe Gerichtbarkeit und Bannleihe, in der Hand des Königs
    - Umfassender Einsatz von Ministerialen* für Verwaltungs- u. Militärdienste

    * Ministerialen kamen aus der Schicht der Leibeigenen. Sie wurden ab der 2. Hälfte des 11. Jh. vom Adel für die oben beschriebenen Dienste herangezogen. Sie erhielten 2-3 Hufen als Dienstgut, das nur bedingt
    erblich und nicht weitergegeben werden durfte. So ausgestattet, konnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sie sich rechtlich allmälig dem Adel anglichen.

    Wie bereits beschrieben, baute sich die Macht des Königs auf innere Souveränität des Staates auf. So war es zum Erhalt dieser Macht unbedingt notwendig, sich der Machtansprüche des Papsttums zu erwehren,
    sodaß es zum Investiturstreit unter Heinrich IV. kommen mußte.

    Genügt das, oder gibt es noch Fragen?
     

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