Überwindung mittelalterlicher Enge

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Kalli, 24. Oktober 2005.

  1. Kalli

    Kalli Neues Mitglied

    Überwindung mittelalterlicher Enge : Volksbuch und Satire

    So lautet mein Thema für eine Arbeit in Deutsch, die ich schreiben muss. Leider habe ich keine Ahnung, was das sein soll die mittelalterliche Enge... wie soll man sie dann überwinden? Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen? Und was hat das Wolksbuch und die Satire damit zu tun?

    Ich brauche Hilfe!!! Ich verzweifle

    MfG
    Kalli
     
  2. ning

    ning Gesperrt

    Ja, schon fies, der Titel.
    1. Frage doch mal beim Herrn Lehrer zurück!
    2. Hast du gegoogelt, ob es einen derartigen Buchtitel gibt?

    In jedem Fall denk ich mal an das Einfachste:

    Die Enge zuerst einmal punkto Zusammenleben:
    Überall lebten Mensch und Tier - bis weit in die Neuzeit hinein - zusammen auf engstem Raum, alle unter einem Dach, alle nahe am wärmenden Herdfeuer und das (atmende ... und ;) verdauende) Vieh diente zudem als natürliche "Heizung", man kannte (sonderbarerweise sehr lange) keine Kamine oder Dunstabzüge, selbst auf den Rauch wollte man anscheinend nicht verzichten. Die Bauweise, Architektur der Haus/Hofformen änderte sich eigentlich vom frühen MA bis ins 15./16. Jhdt. kaum.
    So. Und diese Enge war auch regional. Weiter als über das heimtliche Tal kam der Normal"Bürger" nicht hinaus (Querverweis: Bauernkriege 1515, die deutschlandweit aufständischen regionalen Bauernhaufen verharrten ausschließlich in ihrer Gegend, bewegten sich nur marginal in nachbarliche Herrschaftsgebiete..
    Dann: Enge auch im Sinne von Reisefreiheit/Möglichkeit. Mitteleuropa war zum größten Teil bewaldet, befestigte (Heer/Verbindungs-)Straßen, wie die Römer sie bauten, mussten viele Jahrhunderte auf eine Wiedergeburt warten.
    etc. etc. (so ein paar erste enge gedanken)

    Zur Satire würde ich in Richtung
    -> Sicht späterer Zeiten/Literaten auf das "dunkle/zurückgebliebene" Mittelalter und auch seine (verfälschende) Romantisierung (Zeit der Romantik, sagen wir so ab 1820) denken. (zB. Heinrich Heine, auch Hölderlin etwas früher und, sagen wir, zartfühlender...)

    Aber schon Luther hat ja gerne auf die zurückgebliebenen Deutschen (weniger satirisch als donnernd) geschimpft, u.v.(vieleviele)andere

    alles gute, hoffe die richtung stimmt ;-)
     
  3. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Nach meinem Verständnis richtet sich die Frage auf die Zeit nach dem MA ,eben um die alten Zustände zu überwinden..

    Schau mal hier rein , Deine Stichwörter tauchen da auf....

    http://www.ni.schule.de/~pohl/literatur/epochen/renaiss.htm
     
  4. ning

    ning Gesperrt

    Und natürlich! die geistige "Enge": Keine Bildung im heutigen Sinne, also ein enger Horizont, died amals viel radikalere christl. Religion als Druckmittel (der ->feudal agierenden Kirche), Schüren des Aberglaubens, der Angst etc. etc...
     
  5. Kalli

    Kalli Neues Mitglied

    Das könnte es sein. In dem Titel wird auch auf die Bücher: die Schildbürger und das Narrenschiff verwiesen.

    Ich denke aber, dass ich auch auf die anderen kurz eingehe, dann kann ich nichts falsch machen :rolleyes:

    Den Lehrer fragen würde ich ja gerne aber er ist leider die ganze nächste Woche nicht anwesend und für Freitag muss ich die fertige Arbeit abgegeben haben. Ich würde die beiden Bücher ja gerne lesen aber bis Freitag könnte das evt. ein bisschen knapp werden ... ich hab ja auch noch was anderes zu tun.

    Vielen Dank für eure Antworten, wem noch was einfällt (z.B. Quellen außer die mir bekannte Seite von Pohl) kann ja gerne ncoh was schreiben :rofl:

    MfG

    Kalli
     
  6. Kalli

    Kalli Neues Mitglied

    Ich hab die mittelalterliche Enge jetzt mal wie folgt definiert:

    - Auf politischer Ebene gab es ein Lehenssystem. Die Menschen waren Besitz eines Lehnsherren und nicht viel wert.
    - Die Menschen wurden in einen Stand geboren und konnten nicht aus diesem „entfliehen“.
    - Streit um Macht: Herrscher – Papst
    - geistige Enge: Bildung war nur den Reichen möglich
    - Religion als Druckmittel: Schüren von Aberglaube, Angst, ...

    und jetzt muss ich noch irgendwie den Zusammenhang zwischen den Büchern (die Schildbürger, das Narrenschiff) und den Missständen machen ... ich verzweifle echt bald ... Hiiiiiiilllllfffeeeee
     
  7. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Hallo Kalli,

    ich fürchte, daß mein Einwand zu spät kommt, aber ich versuche es trotzdem... :winke:

    Nenne es lieber "Charakterisierung", das ist unverfänglicher; außerdem mußt Du bei den einzelnen Punkten noch etwas nachbessern - mag sein, daß Dein Lehrer dies auch so akzeptiert, aber es sind gewisse Stolpersteine drin...
    Außerdem reflektiert das Thema wie auch die angegebenen Punkte v.a. auf die Zustände des Heiligen Römischen Reichs (grob gesagt Deutschland, auch wenn das nicht ganz korrekt ist)!

    Streiche hier zumindest alles ab dem Wort "und", sonst klingt es zu überheblich...
    Außerdem mußt Du bedenken, daß bereits im Hochmittelalter durch die Entwicklung der Städte die Zahl an "Freien" zunahm und daß das Lehenssystem im Spätmittelalter mehr und mehr verfiel.
    Zur Abgrenzung Früh-, Hoch- und Spätmittelalter vgl. Zeitliche Abgrenzung FMA, HMA, SMA :rolleyes:

    Das stimmt, aber behalte im Hinterkopf, daß dies bis weit in die Neuzeit noch so war...

    Hier mindestens genauso wichtig: Machtkampf zwischen Zentralgewalt (König, Kaiser) und particulären Gewalten (Fürsten), Rechtsbrüche und Chaos während des Interregnums, Verfall der zentralen Gewalt im Spätmittelalter (Kurfürtsen & Wahlkönigtum)...

    Besser: Bildungsmonopol bei Kirche und Geistlichkeit; daraus resultierend Bildungselite mit festgefügten Lehrinhalten.

    Besser: extreme Ausnutzung von religiös motivierter Angst im ausgehenden Spätmittelalter (z.B. Ablaßhandel)...

    Das sollte doch anhand der bereits herausgearbeiteten Punkte möglich sein, oder? ;)

    In diesem Sinne

    Timo

    PS: Naja, vielleicht kam der Beitrag ja doch noch gerade rechtzeitig...
     
  8. Speaker

    Speaker Aktives Mitglied

    bzgl. Der Schildbürger (und Narrenschiff) war die Komödie mitunter der einzige Ausweg der armen Bevölkerung, um aus ihrem Alltag auszubrechen und unverfänglich Klage gegen die herrschende Klasse zu erheben...

    Auch heute noch wird sich der Satire beholfen, um Mißstände in seiner Umwelt darzustellen.

    Das allerdings war nicht nur Mittel der unteren Bevölkerungsschichten. Im Zeitalter der Inquisition und später nutzen es auch Wissenschaftler (Gallilei) und Schriftsteller (also gebildete Menschen) um Kritik an Religion (Dante´s Göttliche Komödie) und weltlicher Herrschaft zu üben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Oktober 2005
  9. Kalli

    Kalli Neues Mitglied

    So ich hab die Schildbürger gelesen (geht ja flott) und bin beim Narrenschiff... aber was wollen die Autoren mit der Darstellung der "Dummheit" erreichen?

    Ich raff echt nich wie das die Bevölkerung dazu bewegen soll aus der "Mittelalterlichen Enge" zu entfliehen ...

    Die meisten konnten damals doch eh nicht lesen oder ???

    Ich krieg das nicht auf die Reihe ... shit!!!

    MfG
     
  10. Speaker

    Speaker Aktives Mitglied

    Damals haben die Leute auch weniger gelesen! Da kamen Gaukler, Schausteller etc. durch die Lande und haben auf den Marktplätzen Stücke aufgeführt, Vorträge gehalten, Possen geschlagen...:)

    Mit solchen Leuten verbreiteten sich dann auch Nachrichten, Neuheiten, Erfindungen in andere Gebiete.
     

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