Unterschiede zwischen französischem und deutschem Absolutismus

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von hmirijam, 13. März 2009.

  1. hmirijam

    hmirijam Neues Mitglied

    hallo:winke:
    ich muss in einer woche meine GFS in geschichte abgeben .und dazu müsste ich die unterschiede des absolutismus zwischen Frankreich und Deutschland wissen .Möglichs als stichworte.Bedanke mich jetzt schon mal für jede antwort.
    lg mirijam
     
  2. AnDro

    AnDro Neues Mitglied

    Kann man nicht so einfach darstellen. Gab damals ja kein Deutschland sondern viele Kleinstaaten mit unterschiedlichen Formen des Absolutismus. Du könntest es einfacher machen wenn du den französischen Absolutismus mit dem aufgeklärten preußischen Absolutismus vergleichst. Kannst auch Österreich dazu nehmen, dort galt auch der aufgeklärte Absolutismus.
    Absolutismus ? Wikipedia

     
  3. hmirijam

    hmirijam Neues Mitglied

    danke...sorry das ich fargen muss aber ich weiß leider nicht wo Preußen liegt ,denn mein Thema ist Absolutismus und Barock im Südwesten Deutschland ...und ich möchte halt extra auf einer Folie eine Tabelle mit den unterschieden machen...
    lg mirijam
     
  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Ob sich der Herrscher als aufgeklärter Monarch feiern lässt wie Friedrich II. von Preußen, Katherina II. oder Joseph II. und mit Voltaire und anderen Geistesgrößen korrespondiert oder sich als Autokrat wie Louis XIV. oder Peter I. gebärdet, hat doch im Grunde genommen für die Untertanen praktisch kaum einen Unterschied gemacht, denn die Reformen fielen überall spärlich aus, in Preußen wie in Österreich.

    Die Leibeigenschaft wurde in Erbuntertänigkeit abgemildert, doch der Preußenkönig gab unumwunden zu, dass die Lage der Bauern in Oberschlesien, außer auf königlichen Domänen, der von Sklaven glich. Wirkliche Religionsfreiheit gab es nicht, Andersgläubige waren nicht gleichgestellt, sondern wurden bestenfalls geduldet, in der Regel mussten sie dafür teuer bezahlen wie der preußische Schutzjude Moses Mendelsohn.


    Die Abschaffung der Folter in Preußen war tatsächlich modern, und der Preußenkönig war damit seiner Zeit voraus. Doch gegen Räuber konnte die Folter nach wie vor angewendet werden. Die brutale Behandlung der einfachen Soldaten, mehrmaliges Spießrutenlaufen bis das Fleisch in Fetzen vom Rücken hing, wurde von Friedrich II. nie abgeschafft.

    Von einer wirklichen Bauernbefreiung konnte man erst nach der Französischen Revolution sprechen. Den Anspruch, erster Diener des Staates zu sein, hätten Peter I. und Louis XIV. jederzeit unterschrieben und beide waren sehr fleißige Bürokraten. Peter war in vielem sehr modern, er verabscheute Pomp, war volksnah und beförderte fähige Leute unabhängig von Geburt, nur nach Verdienst. Er wünschte sich sogar Untertanen, die selbstständig waren und wagten, ihn zu kritisieren. Er drängte die Kirche zurück und betonte, dass auch ein Monarch sich an Gesetze halten müsse.

    Im Einzelfall hat Peter dann natürlich das Recht gebogen und gebeugt, genau wie das auch Friedrich und Katherina taten. Preußen war ein Rechtsstaat, doch gab es in Frankreich oder in Rußland keine Gesetze?


    Bei Maria Theresia bin ich stark am Schwanken, ob man sie überhaupt als aufgeklärt bezeichnen kann. Sie war eine Reformmonarchin, eine unermüdliche Arbeiterin und zweifellos eine Herrscherin mit Charisma, doch sie war sehr fromm, fast ein bisschen bigott, und Voltaire sie hat inbrünstig verabscheut.


    Ob im fernen Versailles, Berlin, Wien oder Petersburg ein(e) Autokrat(in) regierte, der sich für den Staat selbst hielt oder ein aufgeklärter, freigeistiger Monarch regierte, der die Vernunft zur Maxime des Handelns erklärt und einen selbstverfassten Fürstenspiegel an Voltaire schickt, ist für die Untertanen wirklich wurst, denn auch der aufgeklärte Für
     
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  5. AnDro

    AnDro Neues Mitglied

    Die Reformen Joseph des II. waren äußerst drastisch (unter anderem Aufhebung der Leibeigenschaft), daran scheiterte er. Zumindest die Untertanen scheinen da anderer Meinung gewesen zu sein. Während wir in Preußen einen Nationalismus auf Seiten des Staates haben, steht der Nationalismus in Frankreich in der Opposition.

    Wurde aber äußerst selten angewandt, genau wie die Todesstrafe auf das Desertieren. Bei weiterem Interesse: "Flucht aus dem militärischen Allltag" von Jörg Muth. Hing vom jeweiligen kommandierenden Offizier ab inwiefern diese durchgesetzt wurden. Auch bei der Infanterie gab es Personen wie Seydlitz die sich für eine gute Behandlung der Soldaten aussprachen und körperliche Strafen komplett abschafften. Das Infanterie Reglement von 1743 legt insbesondere eine milde Behandlung der Soldaten nahe. Friedrich II. hat selbst mehrmals Kommandeure maßgeregelt, weil deren Strafen seiner Meinung nach zu brutal waren. Vergleichen wir das ganze doch mal mit der Brutalität in der damaligen Gesellschaft. Gerade Gesellen führten ein hartes Leben in der damaligen Zeit.

    Natürlich, zum Beispiel gegen "gefährliche" Schriften. Damit sind wir natürlich schon beim wichtigsten Punkt, die Meinungsfreiheit wurde unter den aufgeklärten Monarchen deutlich weniger eingeschränkt.

    "L'état, c'est moi" ist übrigens nur eine Polemik die Ludwig XIV. nie gesagt hat.
     
  6. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Datei:HRR 1789.png ? Wikipedia

    Auf der Karte vom Heiligen Römischen Reich ("Deutschland") ist das Königreich Preußen zu sehen. Das ist das große blaue Gebiet oben rechts, wo Kurfürstentum Brandenburg, Hinterpommern und Schleßien drin stehen.

    Das ist aber ein "unvorteilhaftes" Gebiet zum Vergleich mit Frankreich. Ist mit "Südwesten" vom späteren Deutschland das Herzogtum Württemberg gemeint?
    Der Südwesten ist interessant für die geschichtliche Entwicklung nach der Französischen Revolution, aber vorher eher nicht.
    War ein "richtiger" Absolutismus in Württemberg überhaupt möglich? Ich mein, so groß sieht es nicht aus, dass es die Vorraussetzungen für eine vollkommene absolute Herrschaft hätte.

    Sollst du nur unterscheiden oder vergleichen?
    Wenn vergleichen, dann nicht die Gemeinsamkeiten und das Fazit vergessen. ;)
     
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  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ein Vergleich schließt die Unterschiede mit ein. Man kann es nicht oft genug betonen: Ein Vergleich ist keine Gleichsetzung.
     
  8. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Der Südwesten war politisch stark gegliedert und es gab dort mehr als 600 verschiedene Territorien, doch Carl Eugen von Württemberg brachte es durchaus zu einem beindruckenden absolutistischen Herrscher, der sich durchaus für aufgeklärt hielt. Die Presse- und Meinungsfreiheit war "weniger eingeschränkt", doch Schiller musste wegen den "Räubern" nach Mannheim fliehen, und Schubart brachten seine "Kaplieder", Kritik an der Subsidienpolitik des Herzogs, der seine Soldaten an die holländische Ostindiengesellschaft vermietete, ein Quartier auf dem Hohen Asberg ein.

    Carl Eugens Territorium war schon damals ein "Musterländle", und der Herzog schmückte seine Residenz Stuttgart mit beeindruckenden Bauten wie dem Neuen Schloss und Schloss Solitude. In seinen späteren Jahren wurde Carl Eugen ruhiger und regierte Württemberg durchaus musterhaft, so dass selbst sein Gegner Schiller bereit war, seinen Frieden mit ihm zu machen und seine Verdienste anzuerkennen.
     
  9. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Ich weis, was man bei einem Vergleich beachten muss. Sieht man daran, dass ich das Fazit mit einbezog, was allein durch Vergleiche nicht möglich ist. Ich muss mich aber für meine Ungenauigkeit entschuldigen.

    Na dann glaube ich, dass hmirijam jetzt weis an wen sie sich bei ihrer Aufgabe halten muss.
     
  10. hmirijam

    hmirijam Neues Mitglied

    Ich hab es jetzt soweit das ich barock und absolutismus erkläre .Dann hab ich noch etwas über Karl Theodor von der Pfalz ,Markgraf Wilhelm von Baden und Herzog Karl Eugen von Württemberg...ich hoff jetzt einfach das es reicht...ich bin ja in der 8 klasse einer realschule und ich mach noch ein handout und ein Arbeitsblatt und ich hoff/denk das jetzt eine anständige note wird...und danke für die vielen antworten
    lg mirijam
     
  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Beim Südwesten Deutschlands würde aber auch Österreich gut passen - im Südwesten liegt Vorderösterreich mit dem Breisgau und Streubesitz östlich davon bis nach Vorarlberg. In Österreich zumindest haben wir einen recht eindeutigen Absolutismus vor uns.
    In Österreich herrschte spätestens unter Joseph II. ein aufgeklärter Absolutismus. Bedeutende Reformen wurden schon zur Zeit Maria Theresias auf den Weg gebracht. Eine Aufhebung der Leibeigenschaft folgte beispielsweise 1781. Desweiteren wurden viele Bistümer umstrukturiert und ein Zahl von Klöstern aufgehoben. Im Südwesten - in den österreichischen Vorlanden - nahm der Anteil an kirchlichem Grundbesitz allerdings in der zweiten Hälfte des 18.Jh. sogar zu.

    Wie absolutistisch Württemberg war, steht hingegen auf einem anderen Blatt. Dort herrschte ja lange ein bedeutendes Mitspracherecht der Stände vor. Vergleichen könnte man sehr schön hingegen die rege Bautätigkeit der württembergischen Herzöge mit derjenigen der französischen Könige. Ludwigsburg hat eine gewaltige Schlossanlage mit allein 452 Räumen. Das sind dann schon Dimensionen, die sich mit Versailles messen können.

    Einen ähnlichen Aufwand mit der Bautätigkeit finden wir in der Kurpfalz mit allem vorran der Mannheimer Residenz, die unter Carl Theodor fertig gestellt wurde. Dann Schwetzingen, Oggersheim, Benrath, Düsseldorf und weitere Sitze des Kurfürsten.
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Zur 2. Hälfte des 18.Jh. würde wohl folgende Passage gut passen:

    *

    Zu Württemberg fand ich immerhin:

    **
    Die innenpolitischen Probleme wurden von äußeren Mächten ausgenutzt, so dass verschiedene bedeutendere Staaten Einfluss auf das Herzogtum gewannen. Zugleich bekam Carl Eugen von Württemberg den Anstrich eines spätabsolutistischen Despoten, der wie schon von Scorpio gesagt missliebige Personen in Haft schickte.
    In gewisser Weise bieten sich da natürlich Vergleiche mit den Problemen von Louis XV und Louis XVI mit dem jeweiligen Adel an. Man könnte da vorabsolutistische und nichtabsolutistische Staaten in ihrem Ringen mit der jeweiligen Ständevertretung und dem Konflikt der absolutistischen Könige mit den rebellierenden Parlamenten gut gegenüber stellen. Während die Rechtsgrundlage der Parlamente, welche nichts weiter als königliche Gerichte waren, gegenüber dem König von Frankreich eine sehr fragliche war, leitete sich die Macht der Stände in einigen deutschen Staaten aus einer Tradition ab. Eine solche Mitsprache der Stände hatte es zwar vor dem aufkeimenden Absolutismus des 17.Jh. auch in Frankreich gegeben, war aber erfolgreich zurecht gestutzt worden.

    * Horst Möller: "Fürstenstaat oder Bürgernation 1763-1815“ Siedler, Berlin, 1998
    S. 293
    ** Heinz Schilling: „Höfe und Allianzen 1648-1763“ Siedler, Berlin, 1998
    S. 169
     
  13. hmirijam

    hmirijam Neues Mitglied

    ich wollt mich noch mal bedanken ,für die tolle hilfe...ich hab eine 1,5 in meinem referat und total zufrieden damit.....danke danke danke
     

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